WNT5A Molekül beeinflusst die Verbreitung von Hodgkin-Zellen

Eine Forschungsgruppe der Uniklinik Göttingen hat in Kooperation mit Forschern aus Brno (Tschechische Republik) mit dem Molekül WNT5A einen Faktor gefunden, der die Verbreitung von Hodgkin Lymphomzellen beeinflusst und somit für die Ausbreitung der Hodgkin-Zellen von großer Bedeutung zu sein scheint. WNT5A wird dabei von den Lymphomzellen selbst produziert.

Die Forscher hoffen aus diesen Erkenntnissen neue Therapie-Optionen gewinnen zu können.

Quellen:
Linke F, Zaunig S, Nietert MM, von Bonin F, Lutz S, Dullin C, Janovská P, Beissbarth T, Alves F, Klapper W, Bryja V, Pukrop T, Trümper L, Wilting J, Kube D: WNT5A: a motility-promoting factor in Hodgkin lymphoma. Oncogene 2016, June 6; doi: 10.1038/onc.2016.183.

Linke F, Harenberg M, Nietert MM, Zaunig S, von Bonin F, Arlt A, Szczepanowski M, Weich HA, Lutz S, Dullin C, Janovská P, Krafčíková M, Trantírek L, Ovesná P, Klapper W, Beissbarth T, Alves F, Bryja V, Trümper L, Wilting J, Kube D: Microenvironmental interactions between endothelial and lymphoma cells – a role for the canonical WNT pathway in Hodgkin lymphoma. Leukemia. 2016 Aug 18. doi: 10.1038/leu.2016.232.

Ergebnisse zur Checkmate 205 Studie zu Nivolumab

Bristol-Meyers gab jetzt neue Ergebnisse aus der CheckMate-205 Studie bekannt. In der einarmigen Phase-II-Studie zur Beurteilung von Nivolumab bei Patienten mit klassischem Hodgkin werden 100 Patienten mit einem Rezidiv des Hodgkin-Lyphom beobachtet.

Die objektive Ansprechrate (ORR) betrug nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 8,8 Monaten insgesamt 73% (n=73; 95%-KI: 63,2-81,4) und war in allen Subgruppen unabhängig vom Zeitpunkt der vorherigen Behandlung mit Brentuximab Vedotin im Verhältnis zu ASCT konsistent.

In den USA ist Nivolumab seit Mai 2016 zur Behandlung von Patienten mit einem Hodgkin Lymphom nach einer autologen Stammzelltransplantation zugelassen.

Quelle: https://www.journalonko.de/news/anzeigen/10034

CHMP gibt Zulassungsempfehlung für Nivolumab

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine Zulassungsempfehlung für Opdivo® (Nivolumab) zur Behandlung Erwachsener mit rezidiviertem oder refraktärem klassischen Hodgkin-Lymphom (cHL) nach autologer Stammzelltransplantation (ASCT) und Behandlung mit Brentuximab Vedotin ausgesprochen. Die Empfehlung des CHMP basiert auf Studiendaten, wonach Nivolumab eine objektive Ansprechrate von 66 Prozent erzielte.

DKMS Patientenbefragung 2016

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Sehr geehrte Damen und Herren,
Wir – die gemeinnützige DKMS – sind vor allem dafür bekannt, Patienten zu helfen indem wir Stammzellen vermitteln. Jetzt wollen wir auch darüber hinaus aktiv werden und müssen dafür die Sorgen und Bedürfnisse von Patienten und deren Unterstützern im Krankheitsverlauf besser verstehen.
Um dies zu erreichen führen wir aktuell eine Online Befragung unter Patienten mit hämatologischen Erkrankungen sowie deren Angehörigen und Nahestehenden durch.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns hierbei unterstützen, indem Sie Ihre Mitglieder über unsere Befragung informieren. Die Befragung ist selbstverständlich komplett anonym und es werden keine persönlichen Daten erhoben.

Unter folgendem Link kann an der Befragung teilgenommen werden:

https://lamapoll.de/DKMS-Patienten-Services-Befragung/?D=1

T-Zell Lymphome : Stammzelltransplantation verbessert Prognose

T-Zell-Lymphome sind mit einem Erkrankungsgrad von 10% aller Lymphom-Fälle eher selten, dennoch sind sie mannigfaltig und unterteilen sich in über 20 Untergruppen.

Einer neue Studie zu Folge verbessert sich die Prognose deutlich, wenn im Anschluss an die Chemotherapie eine autologe Stammzellentransplantation (eigene Stammzellen) anschließt. Mehr als die Hälfte der Patienten, die eine sogenannte autologe Stammzell-Transplantation erhalten hatten, waren bei Abschluss der Studie, durchschnittlich fünf Jahre nach ihrer Behandlung, noch am Leben. Nach alleiniger Chemotherapie ohne Stammzelltransplantation dagegen liegt die 5-Jahres-Überlebenschance für diese Patientengruppe laut älterer Studien zwischen 20 und 30 Prozent.

An der Studie vom Klinikum Nürnberg und den kooperierenden Kliniken in Essen, Würzburg, Oldenburg, Hamburg und Köln nahmen insgesamt 111 Patienten zwischen den Jahren 2001 und 2010 teil. 75 der 111 in die Studie einbezogenen Patienten konnten tatsächlich transplantiert werden, bei 36 sprach der Krebs nicht ausreichend auf die vorausgehende Chemotherapie an oder die Patienten lehnten eine Transplantation ab. Bei 43 der 75 transplantierten Patienten (39%) waren nach der Behandlung keine Krebszellen mehr nachweisbar. In Bezug auf alle 111 in die Studie eingeschlossenen Patienten ergab sich eine durchschnittliche Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 44%. Wurden Patienten mit erfolgreicher Stammzell-Transplantation separat betrachtet, lag die Fünf-Jahres-Überlebenschance bei 57%.

Quelle: Wilhelm M, Smetak M, Reimer P, Geissinger E, Ruediger T, Metzner B, Schmitz N, Engert A, Schaefer-Eckart K, Birkmann J.
First-line therapy of peripheral T-cell lymphoma: extension and long-term follow-up of a study investigating the role of autologous stem cell transplantation,.Blood Cancer J. 2016 Jul 29;6(7):e452. doi: 10.1038/bcj.2016.63

10. Internationale Hodgkin-Symposium (ISHL10)

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Vom 22. bis 25. Oktober 2016 findet in Köln das 10. Internationale Hodgkin-Symposium (ISHL10) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Engert (Universität zu Köln) statt. Dieser weltweit größte interdisziplinäre Kongress zum Hodgkin Lymphom wird alle drei Jahre von der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG) ausgerichtet. Der ISHL10 wird ganz im Zeichen neuer therapeutischer Strategien und dem Einsatz innovativer Substanzen, insbesondere von immunmodulatorischen PD-1-Antikörpern stehen.

Zum ISHL10 werden aus der ganzen Welt wieder mehr als 1.000 Teilnehmer der Fachgebiete Hämatologie/Onkologie, Molekularbiologie, Immunologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin und der pädiatrischen Hämatologie/Onkologie erwartet. Workshops, wissenschaftliche Vorträge, interaktive Fallbesprechungen und Satellitensymposien des ISHL10 decken ein breites Themenspektrum ab.

ISHL10: https://www.hodgkinsymposium.org/registration/info
Hematology Educational: https://www.hodgkinsymposium.org/educational

Lenalidomid zu Behandlung beim Mantelzell-Lymphom (MCL) zugelassen

Lenalidomid (Revlimid) ist in Europa für die Behandlung von wiederkehrendem oder refraktärem Mantelzell-Lymphom (MCL) zugelassen. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase II Studie MCL-002. Lenalidomid reduzierte innerhalb der Studie das Risiko eines Progress oder Todes um 39%. An der Studie waren 254 Patienten mit einem Mantelzell-Lymphom beteiligt. Innerhalb der Studie bekamen 170 Patienten Lenalidomid. In der Vergleichgruppe bekamen 84 Patienten eine Chemotherapie aus Rituximab, Gemcitabin, Fludarabin und Chlorambucil. Das mediane Alter innerhalb der Studie betrug 68.5 Jahre.

Lenalidomid wurde oral 25 mg von Tag 1 bis Tag 21 verabreicht. Die Dauer des Zyklus betrug 28 Tage. Das mediane progressfreie Überleben bei Lenalidomid betrug 8.7 Monate gegenüber 5.2 Monate in der Vergleichsgruppe. Die Ansprechrate von Lenalidomid betrug 40%.

Gazyvaro versagt beim DLBCL-Lymphom (GOYA Studie)

Nach den guten Ergebnissen von Gazyvaro (Hersteller: Roche) beim follikulären Lymphom (FL) auf der Basis der GALLIUM Studie, musste der Hersteller Roche nun einen Rückschlag für seinen CD-20-Antikörper für Non-Hodgkin-Lymphome einstecken, denn der Wirkstoff verfehlte in der GOYA-Studie den primären Endpunkt.

In der GOYA-Studie wurde Gazyvaro bei Patienten mit nicht vorbehandeltem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) eingesetzt. Der primäre Endpunkt war das progressionsfreies Überleben (PFS) im Vergleich zu MabThera/Rituximab in Verbindung mit einer CHOP-Chemotherapie (R-CHOP).

Gazyvaro galt eigentlich als möglicher Nachfolger für den Rituximab.

Quelle:
https://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/Roche-Rueckschlag-bei-Blutkrebs-Medikament-1001308479

Einsatz von Cytarabin beim Mantelzell Lymphom (MCL) verbessert Prognose

Neuste Erkenntnisse gibt es in der Behandlung des Mantelzell-Lymphoms (MCL). Patienten im Alter unter 65 Jahren mit neu diagnostiziertem Mantelzell-Lymphom haben beim Einsatz von hochdosiertem Cytarabin zur Immunchemotherapie vor einer autologen Stammzell-Transplantation eine bessere Prognose. Laut einer Phase-3-Studie des European Mantle Cell Lymphoma Network war die Zeit bis zum Therapieversagen bei Zugabe von hochdosiertem Cytarabin mit 9,1 Jahren im Median signifikant länger als in der Kontrollgruppe mit 3,9 Jahren. In der Studie mit Cytarabin waren 232 Patienten eingeschlossen. Die Ansprechrate lag bei 94%. Dennoch hatte die Behandlung auch eine Nachteil, denn durch die Behandlung mit Cytarabin stiegen die hämatologische Toxizitäten vom Grad 3/4 und durch die Zugabe von Cisplatin kam es zu mehr Grad-1/2-Nebenwirkungen an den Nieren.

Die Immunchemotherapie mit hochdosiertem Cytarabin gefolgt von einer autologen Stammzellen-Transplantation soll nun eventuell Therapiestandard werden.

Das Mantelzell-Lymphom ist eine Unterform der Non-Hodgkin-Lymphome und trifft ca. 5 bis 10% aller Lymphom-Erkrankungen. Das Mantelzell-Lymphom gilt als unheilbar, aber als kontrollierbar.

Quellen:
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(16)00739-X/abstract

Internationale Studie zur Reduktion von Bleomycin nach PET

Vor kurzem erschien im New England Journal of Medicine (2016; 374: 2419-2429) erste Auswertungen einer Studie zur Reduktion von Bleomycin in der Therapie des Hodgkin Lymphom und somit die Verringerung der Toxität der Behandlung. Nach allgemeinen Beobachtungen löst Bleomycin im Schnitt bei 6% der behandelten Patienten Lungenschäden aus, die teilweise auch tödlich verlaufen.

Eine internationale Studie hat jetzt untersucht, ob die Chemotherapie um Bleomycin reduziert werden kann, wenn Patienten auf die ersten Zyklen einer ABVD ansprechen. Als Kontrolle diente dazu ein PET. Bei 937 von 1.135 Patienten war im PET kein Tumor mehr nachweisbar. Die Hälfte dieser Patienten wurde dann mit AVD, also ohne Bleomycin, weiterbehandelt, der Rest erhielt wie vorgesehen weiter ABVD. Die Auswirkungen waren gering. Das progressionsfreie Überleben nach 3 Jahren verschlechterte sich von 85,7 Prozent mit ABVD auf 84,4 Prozent mit AVD. Die 3-Jahres-Überlebensrate war mit 97,2 und 97,6 Prozent nahezu identisch. Die 182 Patienten, bei denen nach den ersten beiden Zyklen noch Tumormassen im PET-CT erkennbar waren, wurden mit BEACOPP weiter behandelt.

Quellen:
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1510093
https://www.cancerresearchuk.org/about-us/cancer-news/press-release/2016-06-22-high-tech-scans-spare-lymphoma-patients-intensive-chemo

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