Internationale Studie zur Reduktion von Bleomycin nach PET

Vor kurzem erschien im New England Journal of Medicine (2016; 374: 2419-2429) erste Auswertungen einer Studie zur Reduktion von Bleomycin in der Therapie des Hodgkin Lymphom und somit die Verringerung der Toxität der Behandlung. Nach allgemeinen Beobachtungen löst Bleomycin im Schnitt bei 6% der behandelten Patienten Lungenschäden aus, die teilweise auch tödlich verlaufen.

Eine internationale Studie hat jetzt untersucht, ob die Chemotherapie um Bleomycin reduziert werden kann, wenn Patienten auf die ersten Zyklen einer ABVD ansprechen. Als Kontrolle diente dazu ein PET. Bei 937 von 1.135 Patienten war im PET kein Tumor mehr nachweisbar. Die Hälfte dieser Patienten wurde dann mit AVD, also ohne Bleomycin, weiterbehandelt, der Rest erhielt wie vorgesehen weiter ABVD. Die Auswirkungen waren gering. Das progressionsfreie Überleben nach 3 Jahren verschlechterte sich von 85,7 Prozent mit ABVD auf 84,4 Prozent mit AVD. Die 3-Jahres-Überlebensrate war mit 97,2 und 97,6 Prozent nahezu identisch. Die 182 Patienten, bei denen nach den ersten beiden Zyklen noch Tumormassen im PET-CT erkennbar waren, wurden mit BEACOPP weiter behandelt.

Quellen:
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1510093
https://www.cancerresearchuk.org/about-us/cancer-news/press-release/2016-06-22-high-tech-scans-spare-lymphoma-patients-intensive-chemo