Virtuelles Patientenforum „Leukämien und Lymphome“

Am 23. Oktober 2021 findet von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr das virtuelles Patientenforum „Leukämien und Lymphome“ statt. Die Chefärzte der Onkologie der Stuttgarter Krankenhäuser und andere Fachärzte halten online Vorträge und Workshops speziell zu Leukämie, Lymphom, CML, CLL, MDS und Multiplem Myelom.

Die Veranstaltung findet online über ZOOM statt. Bitte bis zum 19.10.2021 anmelden, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung auf https://eveeno.com/patientenforum_11

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AGENDA Patientenforum „Leukämien und Lymphome“

Uniklinik Köln liefert neue Erkenntnisse zum Hodgkin Lymphom

Wissenschaftler der Uniklinik Köln haben in der Publikation „High-depth cell-free DNA sequencing reveals genomic landscape of Hodgkin lymphoma and facilitates ultrasensitive residual disease detection“ neue Erkenntnisse zum Hodgkin Lymphom veröffentlicht.

Innerhalb der Studie von 121 Patienten mit Hodgkin Lymphom beobachtete man, daß die meisten Patienten mit einer Tumorerkrankung eine erhöhte Konzentration zellfreier DNA im Blut hatten – beim Hodgkin Lymphom war der Anteil der zellfreien DNA aus dem Tumor sogar besonders groß.

Eine weitere wichtige Beobachtung war, dass die gefundenen genetischen Veränderungen in weiteren Blutproben immer wieder gefunden werden konnten – aber nur wenn der Tumor weiterbestand. Damit könnte man in Zukunft feststellen, ob während oder nach der Behandlung eines Patienten noch Tumorzellen im Körper verblieben sind oder wie gut der Patient auf die Therapie anspricht.

Quellen:
In-depth cell-free DNA sequencing reveals genomic landscape of Hodgkin’s lymphoma and facilitates ultrasensitive residual disease detection. Sophia Sobesky, Laman Mammadova, … Sven Borchmann
Med, Volume 2, Issue 10, 8 October 2021, Pages 1171-1193.e11
DOI: 10.1016/j.medj.2021.09.002
https://www.cell.com/med/fulltext/S2666-6340(21)00317-2

Relmacabtagene Autoleucel (Relma-cel) erhält als weiteres CAR-T-Produkt die Zulassung

Relmacabtagene Autoleucel Injection von JW Therapeutics hat als sechstes zugelassenes CAR-T-Produkt weltweit eine Zulassung erhalten. Die Zulassung gilt für den chinesischen Markt durch die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA (National Medical Products Administration) für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem großzelligem B-Zell-Lymphom (r/r LBCL) nach zwei oder mehr systemischen Therapielinien.

Relmacabtagene autoleucel injection (Handelsname: Carteyva®) ist ein autologes Anti-CD19-CAR-T-Zell-Immuntherapieprodukt.

Diese Zulassung basiert auf den Ergebnissen der einarmigen, multizentrischen Zulassungsstudie (RELIANCE-Studie, NCT04089215). Die Ergebnisse der RELIANCE-Studie zeigen, dass relma-cel eine hohe Rate an dauerhaftem Ansprechen auf die Krankheit und eine niedrige Rate an CAR-T-assoziierten Toxizitäten aufweist und möglicherweise das beste CAR-T-Therapieprofil seiner Klasse bietet.

An der RELIANCE-Studie nahmen 59 Patienten mit r/r LBCL teil, bei denen mindestens zwei Therapielinien fehlgeschlagen waren. Zum Stichtag 17. Juni 2020 betrug die beste Gesamtansprechrate 75,9 %, darunter mit einer vollständigen Ansprechrate von 51,7 % bei 58 auswertbaren Patienten.

Quellen:
Zhu J, et al. Clinical Response of CD19 CAR-T Cells (relma-cel) in Adults with Heavily-Pre-Treated Relapsed/Refractory (r/r) Large B-Cell Lymphoma in China. ASH 2020. Abstract 1186.

Zulassung von Minjuvi(R) (Tafasitamab) für DLBCL in Europa

MorphoSys und Incyte geben die Zulassung von Minjuvi(R) (Tafasitamab) in Kombination mit Lenalidomid für die Behandlung Erwachsener mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) durch die Europäische Kommission (EMA) bekannt.

Die Zulassung basiert auf den Daten der L-MIND-Studie (NCT02399085). Die Ergebnisse zeigten eine Gesamtansprechrate (ORR) von 56,8 % (primärer Endpunkt), einschließlich einer Komplettremissionsrate (CR) von 39,5 % und einer Teilremissionsrate von 17,3 %. Nach einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 35 Monaten betrug die mediane Ansprechdauer 43,9 Monate.

Tafasitamab ist ein CD19 monoklonaler Antikörper.

Weitere Informationen über L-MIND finden Sie unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02399085

BeiGene stellt Zulassungsantrag für BRUKINSA® (Zanubrutinib) in der Schweiz

BeiGene stellt einen Zulassungsantrag für BRUKINSA (Zanubrutinib), ein Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor, für erwachsene Patienten mit Morbus Waldenström in der Schweiz.

Der Zulassungsantrag beruht auf den Daten der randomisierten klinischen Phase-3-Studie ASPEN (NCT03734016), in der die Wirksamkeit von Zanubrutinib gegen Ibrutinib bei erwachsenen Patienten mit Morbus Waldenström verglichen wurde.

Morbus Waldenström ist ein seltenes Lymphom, das rund 1% aller Non-Hodgkin-Lymphome ausmacht und sich durch einen langsam wachsenden Verlauf kennzeichnet.

Einige Krebstherapeutika machen COVID-Impfung unwirksam

Einige Chemotherapeutika die zur Behandlung von Lymphomen und Leukämien eingesetzt werden, schwächen die Immunabwehr, dazu zählen auch gängige Mittel wie Rituximab, Ibrutinib oder Venetoclax.

Diese haben eine direkte Auswirkung gegen die Impfung gegen COVID-19. Diese Ergebnisse liefert die Auswertung einer Kohortenstudie die im Lancet Haematology (2021; DOI: 10.1016/S2352-3026(21)00169-1) veröffentlicht wurde.

Bei dieser Kohorte von Patienten fiel bei Impfung die Wahl oft auf mRNA-Impfstoffe, da diese wie bei Vektor-basierten Impfstoffen keine Viren enthalten.

Eine Studie um Kazimieras Maneikis hat die Antikörperreaktion auf die Impfung in einer Studie bei 315 Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren untersucht. Bei den meisten Krebspatienten beobachteten Sie eine abgeschwächte Antikörperantwort auf die Impfung.

Am deutlichsten war dies nach der Behandlung mit Bruton-Tyrosinkinase-Hemmern, wie beispielsweise Ibrutinib. Bei den 44 geimpften Patienten in der Studie kam es zu keiner Immunreaktion, die Anti­kör­per­konzentration war Null.

Bei gesunden Patienten ist die Konzentration der Antikörper meist bei über 20.000 AU/ml.

Bei 10 Patienten in der Studie, die mit dem Bcl-2-Hemmer Venetoclax behandelt wurden, zeigte sich eine Antikör­per­­konzentration von nur 4 AU/ml, also quasi nicht vorhanden, ebenso die 87 Patienten, die mit Rituximab oder anderen Anti-CD20-Antikörpertherapien behandelt wurden. Hier wurden median 17 AU/ml IgG-Antikörper gegen das S-Protein gebildet.

192 Patienten, welche eine autologe Stammzelltransplantation erhielten, erreichten eine Antikörperreaktion von 6.203 AU/ml, bei den 122 Patienten nach einer allogenen Stammzelltransplantation waren es 6.304 AU/ml.

Die Empfehlungen aus der Studie waren, das die Impfungen gegen COVID-19 frühestens 6 Monate nach der Stamm­zelltherapie erfolgen sollten. Bei einer Behandlung mit Rituximab frühestens nach 12 Monaten.

Auch Tests innerhalb der Studie mit einer 3. Impfdosis brachten kaum bessere Werte.

Trotzdem zählen Patienten mit Leukämien und Lymphomem zur Risikogruppe gegen COVID-19, gerade wenn man sich aktuell in einer Therapie befindet. Das Immunsystem ist durch Chemotherapie und Bestrahlung geschwächt und bei vielen Lymphom-Patienten sind die Funktionen von B-Zellen eingeschränkt.

Quelle:
https://www.thelancet.com/journals/lanhae/article/PIIS2352-3026(21)00169-1/fulltext

CAR-T-Zelltherapie (KTE X19) beim Mantelzell-Lymphom zugelassen

Das Verfahren zu KTE X19 (Tecartus®) für das Mantelzell-Lymphom ist zugelassen als Monotherapie für Patientienten mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzell-Lymphom nach mindestens zwei Vortherapien, darunter einem BTK-Inhibitor.

Für die Zulassung liegen Daten der einarmigen, internationalen, multizentrischen Studie ZUMA-2 mit 68 Patientienten vor. KTE X19 führte zu Remissionsraten von 90% sowie zu einer Gesamtüberlebensrate nach 24 Monaten von etwa 70%.

Die Rate schwerer Nebenwirkungen entspricht dem Spektrum der bisher zugelassenen Anti-CD19-CAR-T-Zellen.

Stellungnahme der DGHO zu KTE X19:
https://www.dgho.de/publikationen/stellungnahmen/fruehe-nutzenbewertung/kte_x19/kte-x19-dgho-dag-hszt-gla-20210607.pdf

BAYER stellt Zulassungsanträge für Copanlisib in USA und Europa

Bayer hat für die Kombination von Copanlisib mit Rituximab zur Anwendung bei bestimmten Subtypen von indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen (iNHL) in den USA und der EU die Zulassung beantragt. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) wurde ein zusätzlich der Antrag für die Behandlung von rezidivierendem Marginalzonenlymphom (MZL) gestellt.

Die Anträge basieren auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie CHRONOS-3. Copanlisib, der einzige pan-Klasse-I-Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-Kinasen (PI3K), ist in den USA, Israel und Taiwan bereits unter dem Markennamen Aliqopa™ für Patienten mit rezidivierendem follikulärem Lymphom (FL) zugelassen.

Quellen:
ClinicalTrials.gov. Open-label, Uncontrolled Phase II Trial of Intravenous PI3K Inhibitor BAY80-6946 in Patients With Relapsed, Indolent or Aggressive Non-Hodgkin’s Lymphomas. Online verfügbar: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01660451. Letzter Zugriff: März 2021.

Studiendaten zu CAR-T beim follikulären Lymphom (FL)

Der Einsatz der CAR-T-Therapie beim rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL) wird aktuell in den Studien ZUMA-5 untersucht.

ZUMA-5 ist eine laufende, einarmige, offene, multizentrische Phase-II-Studie zur Bewertung von 146 erwachsenen Patienten mit indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen, einschließlich follikulärem Lymphom, die mindestens zwei vorherige systemische Therapielinien erhalten haben, einschließlich einer Kombination aus monoklonaler Anti-CD20-Antikörper und ein Alkylierungsmittel.

Das allgemeine Ansprechen (ORR) auf die Therapie liegt aktuell bei 94,2%, davon zeigten 79,1% ein vollständiges Ansprechen auf die Therapie.

Das mediane PFS und OS wurden aber mit Axi-cel in ZUMA-5 nicht erreicht.

COPIKTRA® (Duvelisib) erhält EU-Zulassung für CLL und FL

Secura Bio hat von der Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Marktzulassung für COPIKTRA als Monotherapie für die Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL) und CLL bekommen.

COPIKTRA ist ein dualer Inhibitor der PI3K-Delta- und Gamma-Signalwege, der oral einzunehmen ist. In den USA hat
COPIKTRA auch die Zulassung für die Behandlung des peripheren T-Zell-Lymphoms (PTCL) bereits bekommen.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen (>=20 %) waren Durchfall oder Kolitis, Neutropenie, Hautausschlag, Müdigkeit, Pyrexie, Husten, Übelkeit, Infektionen der oberen Atemwege, Lungenentzündung, Schmerzen des Bewegungsapparates und Anämie.

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