Breyanzi neue CAR-T-Therapie von Bristol-Myers Squibb

Mit Lisocabtagen maraleucel (Breyanzi®) von Bristol-Myers Squibb kommt ein weiteres CAR-T-Zelltherapeutikum auf den deutschen Markt. Es hat eine Zulassung zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), primär mediastinalem großzelligem B-Zell-Lymphom und follikulärem Lymphom (FL) Grad 3B nach zwei oder mehr systemischen Vortherapien.

Breyanzi ist eine CAR-T-Zelltherapie auf Basis des Zellmerkmals CD19. Bindet eine den CAR tragende T-Zelle an eine CD19-exprimierende Zelle, aktivieren sich Signalkaskaden, welche die Krebszelle abgetötet.

Die Gabe von Breyanzi erfolgt als einmalige Infusion. Vorher erhält der Patient eine kurze Chemotherapie, um die vorhandenen weißen Blutkörperchen abzutöten.

Als Nebenwirkung ist wie bei anderen CAR-T-Zelltherapien ein potenziell lebensbedrohlicher Zytokinsturm bekannt. Dieser kann mit dem Interleukin-6-Rezeptorantagonisten Tocilizumab behandelt werden. Weitere Nebenwirkungen sind Neutropenie, Anämie, Ermüdung und Thrombozytopenie.

Langzeit-Ergebnisse der Studie HD14 zum Hodgkin-Lymphom

Nach einer 10 jährigen Nachbeobachtungszeit liegen nun Langzeitergebnisse der Studie HD14 zum Hodgkin Lymphom vor. Innerhalb der Studie wurden Patienten mit frühem Hodgkin-Lymphom und ungünstiger Prognose mit 2 Zyklen BEACOPP eskaliert plus 2 Zyklen ABVD oder 4 Zyklen ABVD behandelt. In beiden Armen erfolgte anschließend eine Strahlentherapie (30 Gy).

Nach einer medianen Beobachtungszeit von 112 Monaten für 1550 randomisierte Patienten aus beiden Gruppen und von 74 Monaten für 339 nicht randomisierte Patienten stehen nun Auswertungsdate zur Verfügung.

Das 10-Jahres Gesamtüberleben der randomisierten Patienten betrug 94,1% in der ABVD-Gruppe und ebenso 94,1% in der Gruppe mit zwei Zyklen eskalierter BEACOPP und ABVD.

Das progressionsfreie Überleben nach 10 Jahren der randomisierten Patienten betrug 85,6% unter ABVD und 91,2% in der Gruppe BEACOPP esk. und ABVD.

Phase III-Studie zu Epcoritamab beim follikulären Lymphom (FL)

In einer offenen Phase III-Studie wird die Sicherheit und Wirksamkeit von Epcoritamab in Kombination mit Rituximab und Lenalidomid (R2) im Vergleich zu R2 bei Studienteilnehmern mit rezidivierendem oder refraktärem follikulärem Lymphom (EPCORE FL-1) untersucht.

Epcoritamab ist ein Prüfpräparat, das für die Behandlung von FL entwickelt wird. Die Studienteilnehmer werden zufällig in 1 von 3 Gruppen eingeteilt, die als Behandlungsarme bezeichnet werden. Jede Gruppe erhält eine andere Behandlung. Weltweit werden ungefähr 642 erwachsene Teilnehmer mit R/R FL an rund 300 Prüfzentren aufgenommen.

Die Studienteilnehmer erhalten R2 (intravenöse Infusion von Rituximab für bis zu 5 Zyklen und orale Lenalidomid-Kapseln für bis zu 12 Zyklen) allein oder in Kombination mit subkutanen Injektionen von Epcoritamab für bis zu 12 Zyklen. Jeder Zyklus dauert 28 Tage.

Weitere Informationen: https://trialsearch.who.int/Trial2.aspx?TrialID=NCT05409066

Zynlonta erhält CHMP-Empfehlung zur Zulassung beim DLBCL

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Zynlonta (Loncastuximab-Tesirin) der Firma ADC Therapeutics als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit diffusem großzelligen rezidiviertem oder refraktärem B-Zell-Lymphom und hochgradigem B-Zell-Lymphom.

Zynlonta ist ein monoklonaler CD19-Antikörper.

Die Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der LOTIS-2-Studie, einer multinationalen, einarmigen klinischen Phase-2-Studie zu ZYNLONTA als Behandlungsoption für erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL nach zwei oder mehr vorausgegangenen systemischen Therapielinien. An der Studie nahmen 145 Patienten teil.

Im April 2021 genehmigte die US-amerikanische Arzneimittelaufsicht FDA das beschleunigte Zulassungsverfahren für ZYNLONTA. Im September 2021 erteilte die Europäische Kommission ZYNLONTA die Orphan Drug Designation für die Behandlung von DLBCL.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind erhöhte Gamma-Glutamyltransferase (GGT), Neutropenie, Fatigue, Anämie, Thrombozytopenie, Übelkeit, periphere Ödeme und Hautausschlag.

erster Patient in LOTIS-7-Studie aufgenommen

ADC Therapeutics gab bekannt, das der erste Patient in die LOTIS-7-Studie aufgenommen wurde. In der LOTIS-7-Phase-Ib-Studie wird ZYNLONTA® (Loncastuximab-Tesirin-Lpyl) in Kombination mit anderen Anti-Krebs-Wirkstoffen bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom untersucht und beobachtet.

Der erste Studienarm der offenen, mehrarmigen, multizentrischen LOTIS-7-Phase-Ib-Studie wird die Sicherheit und Aktivität von ZYNLONTA in Kombination mit Polatuzumab Vedotin bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom, einschließlich eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL), eines hochgradigen B-Zell-Lymphoms, eines follikulären Lymphoms, eines Mantelzell-Lymphoms, eines Marginalzonenlymphoms und eines Burkitt-Lymphoms evaluieren.

Die Studie wird mehrere zweiteilige Studienarme umfassen – alle bestehend aus einem Dosiseskalationsteil und einem Dosiserweiterungsteil. Weitere Informationen über die LOTIS-7-Studie finden Sie unter www.clinicaltrials.gov (Identifier NCT04970901).

ZYNLONTA® ist ein auf CD19 abzielendes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (AWK). Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA erteilte ZYNLONTA (Loncastuximab-Tesirin-Lpyl) die Zulassung für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem (r/r) großzelligem B-Zell-Lymphom nach zwei oder mehr Linien systemischer Therapie, einschließlich des nicht anderweitig spezifizierten DLBCL, sowie DLBCL, das aus einem niedriggradigen Lymphom entsteht, und des hochgradigen B-Zell-Lymphoms.

Glofitamab zeigt gutes Ansprechen bei rezidiviertem oder refraktärem DLBCL

Auf der ASCO 2022 wurde aktuelle Studien-Ergebnisse zu Glofitamab von Roche präsentiert

Die Hälfte der 154 Patienten (Durchschnittsalter 66 Jahre; 65% Männer) mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) zeigte ein klinisches Ansprechen auf Glofitamab. Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 12,6 Monaten lagen die Raten für CR und Gesamtansprechen (OR) bei 39,4% bzw. 51,6%.

Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) betrug 4,9 bzw. 11,5 Monate.

Die Patienten erhielten intravenös Glutamat-Pyruvat-Transaminase, gefolgt von einer ersten Dosis Glofitamab i.v. 7 Tage später.

Das Zytokinfreisetzungssyndrom war das häufigste unerwünschte Ereignis, das bei 63% der Patienten auftrat.
14,9% der Patienten entwickelten Infektionen von Grad 3 oder höher.

Quelle:
Dickinson M et al. Glofitamab in patients with relapsed/refractory (R/R) diffuse large B-cell lymphoma (DLBCL) and 2 prior therapies: Pivotal phase II expansion results. Abstract 7500. Presented at the 2022 American Society of Clinical Oncology (ASCO) Annual Meeting on 3 June 2022.
MDedge. Glofitamab prevails against r/r DLBCL. 9 June 2022.

Roche erhält Zulassung für Lunsumio für das follikulärem Lymphom (FL)

Roche hat von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine Sonderzulassung für den bispezifischen Antikörper Lunsumio (Mosunetuzumab) bei erwachsenen Patienten mit rezidiviertem und refraktärem (R/R) follikulärem Lymphom (FL) erhalten. Die Daten für die Zulassung basieren auf einer Erhebung aus der Phase I/II-Studie GO29781-Studie.

In der GO29781-Studie wurde 836 Teilnehmern der Wirkstoff Mosunetuzumab allein oder in Kombination mit einem weiteren Wirkstoff (Atezolizumab) zur Behandlung des Non-Hodgkin-Lymphoms intravenös oder subkutan verabreicht. Lunsumio bewirkte bei 80% der Patienten mit einem schweren FL-Verlauf ein Ansprechen auf die Therapie. Bei 60% der Patienten kam es zu einer kompletten Remission.

Lunsumio ist ein Antikörper, der auf das B-Lymphozyten-Antigen CD20 und den CD3-T-Zell-Rezeptor auf der Oberfläche von T-Zellen zielt.

Lunsumio (Mosunetuzumab) kann dabei als Monotherapie verabreicht werden.

neue klinischen Studie mit Monjuvi in Kombination mit TTI-622 beim DLBCL-Lymphom

Pfizer, MorphoSys und Incyte gaben eine Zusammenarbeit bei einer klinischen Studie bekannt, um die immuntherapeutische Kombination von Pfizers TTI-622, einem neuartigen SIRPα-Fc-Fusionsprotein, und Monjuvi® (Tafasitamab-cxix) plus Lenalidomid bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) zu untersuchen, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) in Frage kommen.

Monjuvi in Kombination mit Lenalidomid ist eine wichtige Behandlungsoption für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom. Die Ergänzung von Monjuvi plus Lenalidomid mit dem in der Entwicklung befindlichen Anti-CD47-Blocker TTI-622 könnte möglicherweise eine neue und wichtige Kombinationstherapien für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom werden.

Im Rahmen der Vereinbarung wird Pfizer eine multizentrische, internationale Phase 1b/2-Studie mit TTI-622 in Kombination mit Monjuvi und Lenalidomid bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL starten, die nicht für eine ASZT in Frage kommen. Die Studie wird von Pfizer gesponsert und finanziert und soll in Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik durchgeführt werden.

SHINE-Studie zum Einsatz von Ibrutinib beim Mantelzell-Lymphom bei älteren Patienten

Auf der ASCO 2022 wurde Ergebnisse der internationalen Phase-3-Studie SHINE präsentiert, die von Prof. Dr. Michael Wang, Department of Lymphoma & Myeloma, University of Texas MD Anderson Cancer Center, Houston, vorgestellt (LBA7502) wurden.

In der internationalen doppelblinden Phase-3-Studie wurden 523 Patienten ab 65 Jahren mit Mantelzell-Lymphom in 203 Zentren randomisiert entweder mit Ibrutinib plus Bendamustin-Rituximab (261 Patienten) oder Placebo plus Bendamustin-Rituximab (262 Patienten) behandelt. Die mediane Nachbeobachtungszeit liegt bei 84,7 Monaten.

Als Ergebnis der Studie zeigte sich, daß Ibrutinib bei älteren Patienten (> 65 Jahre) mit neu diagnostiziertem Mantelzell-Lymphom in Kombination mit der Standardtherapie Bendamustin plus Rituximab das progressionsfreie Überleben (PFS) um 50% im Vergleich zu alleiniger Standardtherapie in der Erstlinientherapie verlängert. Im Median lebten die Patienten der Ibrutinib-Gruppe 80,6 Monate, die der Vergleichsgruppe 52,9 Monate ohne Progression. Eine komplette Remission lag bei 65,5% in der Ibrutinib-Gruppe und 57,6% in der Placebo-Gruppe vor.

Beobachte Nebenwirkungen waren Neutropenien, Infektionen und kardiale Komplikationen.

aktuelle Daten zur Studie Camidanlumab-Tesirin beim Hodgkin Lymphom

Auf der EHA 2022 in Wien wurden aktuelle Daten zur Studie von Cami (Camidanlumab-Tesirin) beim rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom präsentiert.

Innerhalb der aktuell laufenden Studie zeigt sich eine Gesamtansprechrate von Cami von 70,1%, davon erreichte ein Drittel der Patienten (33%) eine komplette Remission.

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