Uniklinik Köln erforschte Auswirkung von Vitamin-D-Mangel

Die Uniklinik Köln untersuchte in einer Studie, unter der Leitung von Dr. Sven Borchmann, die Auswirkungen von Vitamin-D-Mangel in Bezug auf die Prognose beim Hodgkin Lymphom. Die durchgeführte Studie zeigte, dass ein Vitamin-D-Mangel das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben von Patienten mit Hodgkin Lymphom verschlechtert, und zwar unabhängig vom Stadium der Erkrankung, der Art der Behandlung und anderen Faktoren.

Vitamin D ist für den Calcium- und Knochenstoffwechsel sowie für das Immunsystem von zentraler Bedeutung.

In der Studie wurden 351 Patienten über einen Zeitraum von 13 Jahren beobachtet. Zunächst zeigte sich, dass Patienten mit einem Hodgkin Lymphom häufig an einem Vitamin-D-Mangel leiden. Beim knapp 50% der Patienten (175 Patienten) lag bereits bei der Diagnose der Erkrankung ein Vitamin-D-Mangel vor. Davon trat der Mangel in den Wintermonaten häufiger auf, als in den Sommer-Monaten. Patienten mit einem höheren Stadium oder einem Rezidiv wiesen einen signifikant niedrigeren Vitamin-D-Spiegel auf als Patienten ohne Rückfall.

Nach zehn Jahren zeigte sich in der Studie, dass 81,8 Prozent der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel progressionsfrei überlebten und das Hodgkin Lymphom nicht erneut auftrat. In der Gruppe der Patienten mit Vitamin-D-Mangel waren dies nur 64,2 Prozent. Auch beim Gesamtüberleben zeigten sich signifikante Unterschiede – in der Gruppe ohne Vitamin-D-Mangel lebten nach 10 Jahren noch 87,2 Prozent der Patienten, von den Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel 76,1 Prozent.

Somit zeigte sich in der Studie eine deutlicher Unterschied in Zusammenhang mit Vitamin D, dies resultiert aber auch daraus, das gerade ältere Patienten in der Regel generell eine Vitamin-D-Unterversorgung haben.

Quellen:
Sven Borchmann, Melita Cirillo, Helen Goergen, et al .: Vitamin-D-Mangel vor der Behandlung ist mit einer beeinträchtigten progressionsfreien Überlebensrate beim Hodgkin-Lymphom verbunden, Journal of Clinical Oncology, 2019, ascopubs.org
Uniklinikum Köln: Hodgkin-Lymphom: Vitamin-D-Mangel verstärkt sich Survival (Call: 18.10.2019), uk-koeln.de

Erste Patienten in Zulassungsstudie von ADCT-301

ADC Therapeutics gab bekannt, dass erste Patienten in der klinischen Phase-2-Zulassungsstudie von ADCT-301 (Camidanlumab-Tesirin) mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom aufgenommen wurden. Insgesamt sollen 100 Patienten in die Studie aufgenommen und beobachtet werden.

Das Hauptziel der multizentrischen, offenen, einarmigen klinischen Phase-2-Studie ist die Evaluierung der Wirksamkeit von ADCT-301 bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom, gemessen an der allgemeinen Ansprechrate basierend auf den Lugano-Klassifikationskriterien von 2014. Die Patienten müssen dabei bereits drei frühere Therapielinien durchlaufen haben.

In der vorliegenden klinischen Phase-1-Studie für ADCT-301 zeigte sich eine allgemeine Ansprechrate von 86,5 Prozent bei den Patienten mit Hodgkin-Lymphom, wobei mehr als die Hälfte davon komplette Remission zeigten.

Die Zulassung wird für das erste Halbjahr 2022 erwartet.

Weitere Informationen über die zentrale Phase 2 der klinischen Studie mit ADCT-301 finden Sie unter https://clinicaltrials.gov/ (Identifizierungszeichen NCT04052997).

Langzeitergebnisse aus der HD16-Studie (Hodgkin Lymphom)

In der multizentrischen Phase-III-Studie HD16 der GHSG wurde randomisiert geprüft, in wie weit eine anschließende Bestrahlung Einfluss auf das Therapieergebnis hat. Über 1000 Patienten (18-75 Jahre) wurden in die Studie aufgenommen. Alle Patienten erhielten zunächst zwei ABVD-Chemotherapie-Zyklen (Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbazin) gefolgt von einem PET-CT. In der Standard-Gruppe erhielten alle eine Bestrahlung mit 20 Gy; im randomisierten zweiten Studien-Arm wurden dagegen nur PET-positive Patienten bestrahlt.

Patienten mit positivem PET und einer anschließenden Bestrahlungen erzielten ein 5-Jahres-progressionsfreie Überleben von 88,1%. Bei Patienten mit negativem PET betrug das 5-Jahres-progressionsfreie Überleben nach Standard-Therapie 93,4% und 86,1% mit alleiniger Chemotherapie.

Das Gesamtüberleben nach fünf Jahren war bei PET-negativen Patienten mit Chemotherapie plus Bestrahlung und mit alleiniger Chemotherapie ähnlich (98,1% und 98,4%).

Quelle:
Eich HTT, Baues C, Fuchs M et al. PET-Guided Treatment of Early-Stage Favorable Hodgkin Lymphoma: Final Results of the International, Randomized Phase 3 Trial HD16 by the GHSG. CT 01 – Clinical Trials Session, LBA 2, ASTRO-Kongress 2019, Chicago

ARD Mediathek zum Thema “Hodgkin Lymphom”

In der ARD Mediathek gibt es vom 10.09.2019 einen Beitrag zum Hodgkin Lymphom. Vielleicht ist dieser ja für einige Leser interessant.

Ihr erreicht den Beitrag über folgenden Link:
https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL25kci5kZS9kMjI1NTgzYi0yNGMyLTQ1ZjUtODMyYi0zNDY4YjgwZjQ4ZGY/

Brentuximab + AVD erhält Zulassung für Hodgkin Lymphom im fortgeschrittenen Stadium

Der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) hab am 05. September eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) beschlossen und den CD30-Antikörper Brentuximab Vedotin und in Verbindung mit der Chemotherapie AVD (Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin) für Patienten mit unbehandelten Hodgkin Lymphom im fortgeschrittenen Stadium zugelassen.

Die Erweiterung der Zulassung basiert auf den Daten der Phase-III-Studie ECHELON-1.

Quelle: https://www.g-ba.de/beschluesse/3944/

Lenalidomid + Obinutuzumab wirksames Duo in der Rezidivtheapie beim follikulären Lymphom.

Im Nachgang der ASCO 2019 wurden Ergebnisse einer Studie mit Lenalidomid + Obinutuzumab bei rezidivierten/refraktären follikulären Lymphomen veröffentlicht, wenn keine anderen Behandlungsmöglichkeiten wie Stammzellentherapie möglich waren.

In die Studie wurden 89 Patienten aufgenommen, von 86 Patienten gingen die Daten in die Auswertung ein. 27% der Patienten bekamen ein Rezidiv innerhalb von 24 Monaten nach Erstdiagnose.

Das Ansprechen auf die Therapie mit Lenalidomid und dem Antikörper Obinutuzumab lag bei 79%, ein komplettes Ansprechen zeigte sich bei 27% der Patienten, 41% der Patienten zeigten teilweises Ansprechen.

Das Progressionsfreies Überleben (PFS) nach 2 Jahren lag bei 65%, das Gesamtüberleben bei 87% der Patienten.

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse von Grad 3–4 waren Neutropenie (43 %) und Thrombozytopenie (14 %).

Quelle: Morschhauser F, et al., Lancet Haematol.

ADC Therapeutics präsentiert auf der ICML Ergebnisse der Studie ADCT-301 für das Hodgkin Lymphom

Auf der 15. Internationalen Konferenz über maligne Lymphome (ICML) in Lugano ADC Therapeutics Ergebnisse zum neuen Antikörper ADCT-301 (Camidanlumabirin) für Patienten mit einem rezidivierendem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom.

Bis April 2019 waren 77 Patienten in die Studie aufgenommen, die bereits mehrere Vortherapien durchlaufen haben. Innerhalb der Studie bekamen die Patienten alle drei Wochen 45 µg/kg des Anti-CD25 Antikörpers. Das allgemeine Ansprechen (ORR) war mit 86,5% hoch, was auf eine signifikante Anti-Tumor-Aktivität in der gesamten R/R cHL-Population hinweist.

In Kombination mit anderen Medikamenten zeigte ADCT-301 eine starke Synergie mit dem mTOR-Inhibitor Everolimus, dem PI3K-Inhibitor Copanlisib , dem BCL2-Inhibitor Venetoclax und dem HDAC-Inhibitor Vorinostat.

Eine zulassungsrelevante klinische Phase-II-Studie mit ADCT-301 bei 100 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom soll noch im Jahr 2019 beginnen.

ADC Therapeutics präsentiert auf der ICML Ergebnisse der Studie ADCT-402 (DLBCL)

Auf der 15. Internationalen Konferenz über maligne Lymphome (ICML) hat ADC Therapeutics Ergebnisse der Studie ADCT-402 präsentiert. Die Phase-I-Studie untersucht Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großem B-Zell-Lymphom. In die Studie mit ADCT-402 (loncastuximab-Tesirin) waren 129 Patienten eingeschlossen. Innerhalb der Studie bekamen die Patienten 120 µg/kg des Wirkstoffes. Besonders ältere Patienten, die für eine Stammzellentransplantation nicht in Frage kommen, zeigten ein gutes Ansprechen von 59,1% im ORR.

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Behandlung waren: Gamma-Glutamyltransferase erhöht (20,2 %), Neutropenie (17,8 %), Neutrophilenzahl verringert (14 %), Anämie (11,6 %), Thrombozytopenie (11,6 %) und Thrombozytenzahl verringert (10,9 %).

Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Loncastuximab Tesirin (ADCT-402), das auf CD19 abzielt, zeigt eine starke in vitro Anti-Lymphom-Aktivität sowohl als Einzelwirkstoff als auch in Kombination. In Kombination mit anderen Medikamenten zeigte ADCT-402 eine starke Synergie mit dem BCL2-Inhibitor Venetoclax, dem PI3K-Delta-Inhibitor Idelalisib und dem Chemotherapeutikum Bendamustin. Hier sind später Kombinationstherapien denkbar.

Die amerikanische Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat ADCT-402 bereits den “Orphan Drug Status” für die Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem DLBCL und MCL erteilt.

peripheres T-Zell-Lymphom Bendamustin-Chemo liefert gute Werte im Rezidivfall

Eine Chemotherapie mit Bendamustin, Carboplatin und Dexamethason (BCD) liefert bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem peripherem T-Zell-Lymphom (R/R PTCL) gute Werte. Diese Werte lieferte die Phase-II-Studie BENCART zu BCD bei 28 Patienten mit R/R PTCL.

Nach 2 Zyklen BCD erreichten 54% ein allgemeines Ansprechen, 19% eine komplette Revision und 35% eine partielle Remission. Die mediane Dauer des Ansprechens lag bei 5,3 Monate, das mediane progressionsfreie Überleben bei 4,4 Monaten.

Bei den meisten Patienten innerhalb der Studie erfolgte im Anschluss eine autologe Stammzellentransplantation.

PIXUVRI (Pixantron) als Monotherapie zugelassen

In der EU ist PIXUVRI® (Pixantron) von Servier als Monotherapie für erwachsene Patienten mit mehrfach rezidiviertem oder refraktärem aggressivem Non-Hodgkin-B-Zell-Lymphom zugelassen. Das Zytostatikum hatte vorher nur eine bedingte eingeschränkte Marktzulassung.

Die Zulassung basiert auf der randomisierten Phase-III-Studie PUX301. In der Studie mit 140 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem aggressivem Non-Hodgkin-Lymphomwurde PIXUVRI als Monotherapie geprüft.Innerhalb der Studie zeigten 20% der Patienten ein vollständiges Ansprechen auf PIXUVRI.

Die häufigsten Nebenwirkungen von PIXUVRI sind Neutropenie, Leukopenie, Lymphopenie, Anämie, Thrombozytopenie, Übelkeit, Erbrechen, Hautverfärbung, Alopezie, Chromaturie und Asthenie.

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