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CAR-T-ZELLTHERAPIE

In Deutschland gibt es durch die EMA für CAR-T-Zelltherapie aktuell nur eine Zulassung für die Behandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter bis zu 25 Jahren mit refraktärer oder rezidivierter akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie (ALL) sowie von Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) nach zwei oder mehr Linien einer systemischen Therapie.

Ein Behandlung für andere Lymphomtypen ist aktuell nur in Studien möglich.

Bei der CAR-T-Zelltherapie wieder den Patienten werden per Leukapherese weiße Blutkörperchen entnommen und zur Bearbeitung an ein Labor geschickt. Dort erfolgt die gentechnische Umprogrammierung der T-Zellen, um entsprechend gegen das vorliegende Lymphom agieren zu können.

Herstellung und Freigabe der modifizierten T-Zellen dauert aktuell im Allgemeinen drei bis vier Wochen. 2 bis 14 Tage vor der Anwendung von der Behandlung mit den CAR-T-Zellen soll der Patient eine Chemotherapie zur Konditionierung erhalten.

Die Infusion der modifizierten T-Zellen selbst erfolgt dann innerhalb von 30 Minuten per Infusion.

Das größte Problem bei der CAR-T-Zellbehandlung momentan ist das Zytokin-Freisetzungssyndrom. Dies kann mit einem Anti-Interleukin-6-Antikörpers Tocilizumab (RoActemra®) kontrolliert werden.

Die Zytokin-Freisetzung aus den T-Zellen kann unter anderem zu Blutdruckabfall, Gehirnödem, Schock und Herzstillstand führen. Corticosteroide können den Erfolg der Therapie beeinträchtigen, weshalb sie außer in lebensbedrohlichen Notfällen nicht angewendet werden sollen.

Patienten mit aktiver Hepatitis-B-, Hepatitis-C- oder HIV-Infektion kommen für die Therapie nicht infrage. Mit CAR-T-Zell behandelte Patienten dürfen später kein Blut und keine Organe spenden. Auch nach der Behandlung mit CAR-T-Zell besteht weiter ein Rezidivrisiko oder ein erhöhtes Risiko für andere Tumorarten. Ein späteres HIV-Test kann unter Umständen falsch positiv auf Grund der Behandlung mit CAR-T-Zell sein.

Bei soliden Tumoren ist die CAR-T-Zelltherapie bisher weniger erfolgreich.