Zanubrutinib in der indolenten Rezidivtherapie (MAGNOLIA Studie)

In der MAGNOLIA Studie des Rogel Cancer Center der University of Michigan Health wurde eine Zanubrutinib-Monotherapie bei rezidiviertem/refraktärem indolenten Non-Hodgkin-Lymphom untersucht.

Zanubrutinib ist ein Bruton-Tyrosin-Kinase-Hemmer, der ein als BTK bekanntes Enzym blockiert.

In die Studie waren 20 Patienten Marginalzonen-Lymphom eingeschlossen, die in einem frühem Stadium der Studie zu 80% ein Ansprechen auf die Therapie zeigten. 20% der Patienten erreichten eine vollständige Remission.

33 Patienten mit einem innerhalb der Studie zeigten ein schlechtes Ansprechen. So erreichten hier nur 18% der Patienten eine vollständige Remission.

Die häufigsten Nebenwirkungen innerhalb der Therapie waren Durchfall, Blutergüssen und Hautausschlägen bis hin zu Erkältungen, Fieber und einer Verringerung der weißen Blutkörperchen, die Teil des Immunsystems und wichtig für die Bekämpfung von Infektionen sind.

Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat Zanubrutinib für Erwachsene mit einem rezidiviertem/refraktärem Marginalzonen-Lymphom unter bestimmten Bedingungen zugelassen.

Quellenangabe: Blood Advances, 2022; DOI: 10.1182/bloodadvances.2021006083

Prognose-Score für CAR-T-Zelltherapie

Forschende der Medizinischen Klinik III in Großhadern (München) um Dr. Kai Rejeski und Prof. Marion Subklewe von der Medizinischen Klinik III haben einen prognostischen Score (CAR-HEMATOTOX-Score) für die CAR-T-Zelltherapie entwickelt, mit dem sich lebensgefährliche Nebenwirkungen, wie langanhaltende Zytopenien, vorhersagen lassen. Zudem könnte der Score womöglich auch den Erfolg der Therapie individuell und verlässlich vorhersagen.

Der Score wird aus den normalen Blutbildwerten und zwei Entzündungsparametern berechnet und wird vor der CAR-T-Zelltherapie erhoben. In einer Studie wurden die Daten von rund 250 Patient:innen analysiert, die mit einem großzelliges B-Non-Hodgkin-Lymphom mit CAR-T-Zellen behandelt wurden. 40 Prozent der Betroffenen mit hohem Score bekamen einen schweren Infekt, dagegen nur acht Prozent der Patient:innen mit niedrigem Score. Bei den schweren bakteriellen Infektionen war der Unterschied mit 27 versus 0,9 Prozent noch deutlicher.

Auch Patienten die nach der Therapie lange Kortison erhielten, hatten eine erhöhte Infektrate. Andererseits reduzierte die vorbeugende Gabe von Antibiotika die Zahl der schweren Infektionen bei den Betroffenen mit hohem Score erheblich. Bei Patienten mit einem niedrigen Score, wurde dies nicht beobachtet. Bei Patienten mit einem hohem Score, trat früher ein Fortschreiten der Erkrankung nach der CAR-T-Therapie ein, als bei Patienten mit einem niedrigen Score.

Die Ergebnisse wurden im Journal for ImmunoTherapy of Cancer veröffentlicht.

Für die Berechnung des CAR-HEMATOTOX-Score wurde ein Online-Rechner unter folgendem Link bereitgestellt:
https://www.german-lymphoma-alliance.de/box.php?action=box.boilerplate.detail&site=scores&boilerplatePk=E4F11B34-59F8-E79A-E4E0-28BA86EAB60A

Breyanzi erhält EU-Zulassung für CAR-T-Therapie

Bristol Myers Squibb erhält von der Europäischen Kommission die Markt-Zulassung für die CAR-T-Zelltherapie Breyanzi (Lisocabtagene Maraleucel) für bestimmte Formen des rezidivierten oder refraktären großzelligen B-Zell-Lymphoms.

Breyanzi ist eine CD19-gerichtete chimäre Antigenrezeptor (CAR)-T-Zell-Immuntherapie, für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem (R/R) diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), primär mediastinalem großzelligem B-Zell-Lymphom (PMBCL) und follikulärem Lymphom Grad 3B (FL3B) nach zwei oder mehreren erfolglosen Vortherapien.

Die Zulassung basiert auf den Daten der TRANSCEND NHL 001 Studie. Innerhalb der Studie wurden 216 Patienten mit Breyanzi behandelt. 73% der Patienten zeigten dabei ein Ansprechen auf die Therapie, davon 53% mit einem vollständigen Ansprechen (CR). Die durchschnittliche Dauer des Ansprechens auf die Therapie lag bei 20,2 Monaten.

Als Nebenwirkung der Therapie trat bei 39% der Patienten ein Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) auf,davon 3% mit einem CRS des Grades 3 oder 4.

Die häufigsten Nebenwirkungen des Grades >3 waren Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie, Leukopenie, Infektion mit einem nicht spezifizierten Erreger und febrile Neutropenie.

CAR-T beim Mantelzell-Lymphom (MCL)

Die bisherigen Therapie bei einem Rückfall / Rezidiv des Mantelzell-Lymphoms (MCL) sind eher schlecht, darum liegt viel Hoffnung in der CAR-T-Zell-Therapie beim rezidivierten oder refraktären Mantelzell-Lymphom.

Aktuell laufen 2 Studien mit Brexu-Cel (NCT02601313) und Liso-Cel (NCT02631044) bei rezidiviertem und refraktärem Mantelzell-Lymphom.

In der ZUMA-2-Phase-2-Studie (NCT02601313) von brexu-cel mit 74 Patienten lag das Gesamtansprechen (ORR) bei 84% und 59% hatten ein vollständiges Ansprechen (CR) auf die Therapie. Nach einer Weiterbeobachtung von 17 Monaten sprachen 48% der Patienten noch auf die Therapie an.

Quelle:
Tbakhi B, Premierminister Reagan. Behandlung mit chimären Antigenrezeptoren (CAR) von T-Zellen bei Mantelzell-Lymphom (MCL). Ther Adv Hematol. Online veröffentlicht am 26. Februar 2022. doi:10.1177/20406207221080738

Ergebnisse der EuroNet-PHL-C1-Studie (Hodgkin bei Kindern)

Die EuroNet-PHL-C1-Studie beschäftigte sich mit der Frage, ob man bei Kindern und Jugendlichen nach Behandlung mit der OEPA-Chemotherapie (Vincristin, Etoposid, Prednison, und Doxorubicin) die Bestrahlung weg lassen kann, um somit Folgeschäden der Behandlung zu minimieren.

In der randomisierten offene Studie an 186 Kliniken in 16 europäischen Ländern wurden 1287 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die nach 2 Zyklen OEPA randomisiert entweder 2 oder 4 Zyklen COPP (Cyclophosphamid, Vincristin, Prednison und Procarbazin) erhielten bzw. COPDAC. Die mediane Nachverfolgungszeit betrug 66,5 Monate.

40 % der Patienten zeigten ein gutes Ansprechen auf die Therapie und erhielten keine Strahlentherapie. Im intermediären Stadium waren es 49%, im fortgeschrittenem Stadium noch 35 %. Patienten mit adäquatem Ansprechen hatten eine ereignisfreie 5-Jahres-Überlebensrate von 90,1 %.

Das 5-Jahre-ereignisfreie Überlebensrate lag in der COPP-Gruppe bei 89,9 % und in der COPDAC-Gruppe bei 86,1 %.

Innerhalb der Studie blieb somit einem Großteil der Patienten eine Strahlentherapie erspart und somit konnten Spätfolgen vermindert werden.

Quellen:
Mauz-Körholz C et al.: Response-adapted omission of radiotherapy and comparison of consolidation chemotherapy in children and adolescents with intermediate-stage and advanced-stage classical Hodgkin lymphoma (EuroNet-PHL-C1): a titration study with an open-label, embedded, multinational, non-inferiority, randomised controlled trial. Lancet Oncol. 2021 Dec 9:S1470-2045(21)00470-8. doi: 10.1016/S1470-2045(21)00470-8.

Studien-Ergebnisse zu AN+AD

Seagen Inc. gab Daten seiner offenen klinischen Phase-2-Studie SGN35-027 bekannt. Innerhalb der Studie wurde der Antikörper ADCETRIS® (Brentuximab Vedotin) in einer Kombination mit Nivolumab, Doxorubicin und Dacarbazin (AN+AD) als Frontline-Behandlung für Patienten mit fortgeschrittenem klassischem Hodgkin-Lymphom (cHL) untersucht.

In der Studie sind aktuell Daten von 56 auswertbaren Patienten. Die Patienten erhielten bis zu sechs Behandlungszyklen und wurden jeweils nach zwei Therapiezyklen und am Ende der Behandlung untersucht.

AN+AD wurde problemlos vertragen, und es wurden keine neuen sicherheitsrelevanten Anzeichen beobachtet.

Das Chemotherapie-Protokoll zeigt eine komplette Ansprechrate (CR) von 88 Prozent und eine allgemeine Gesamtansprechrate von 93 Prozent .

An Nebenwirkungen wurde beobachtet: Übelkeit (65 %), Müdigkeit (46 %), periphere sensorische Neuropathie (39 %), Alopezie (35 %), Durchfall (30 %) und Verstopfung (25 %).

Schlechtes Ansprechen auf Coronaimpfung bei aktiver Therapie bei NHL

Aktuell gibt es Auswertungsdaten einer Studie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Dabei wurde die Wirkung der Corona-Impfung bei hämatoonkologischen Grunderkran­kungen untersucht.

An der Studie nahmen 373 Patienten im Alter von 20 bis 92 Jahre teil. 77 % erhielten Biontech/Pfizer, 10 % den Impfstoff mRNA-1273 von Moderna, 7 % die vektorbasierte Vakzine von Astrazeneca (ChADOx1) und 6 % zunächst ChADOx1 und anschließend BionTech.

101 Patienten hatten eine chronische myeloische Leukämie (CML), 76 eine myeloproliferative Erkran­kung (MPN), 60 ein indolentes Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), 31 ein multiples Myelom (MM), 21 ein myelodysplastisches Syndrom (MDS), 20 akute Leukämien, 18 ein aggressives NHL und 9 ein Hodgkin-Lymphom. Die übrigen Teilnehmer hatten andere Erkrankungen.

Die CML-Patienten sprachen zu 99% auf die Impfung an, Patienten mit Leukämien zu 95%. Zu den schlechtesten Immunantworten gehörten Patienten mit aggressiven NHL (55 %) und mit indolenten NHL (58 %). Die Ursache liebt hier meist bei der Gabe von Ibrutinib/Acalabrutinib bzw. Rituximab während der Therapie. Unter Ibrutinib/Acalabrutinib bildeten 7 von 8 Patien­ten keine relevanten Mengen virusspezifischer Antikörper unter Rituximab blieben 5 von 8 Patienten seronegativ.

Quelle:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/130058/Schlechtes-Ansprechen-auf-Coronaimpfung-vor-allem-bei-Non-Hodgkin-Lymphom-und-aktiver-Therapie?fbclid=IwAR1I7Q8x7DtNPG__FOjMX72wntDAda52iMgsXxGpZg-mzZ51YPu8UN0J5f8

Incyte liefert Ergebnisse der CITADEL-Studien

Incyte belegt mit den CITADEL-Studien ein Ansprechen auf Parsaclisib bei Patienten mit rezidivierten oder refraktären B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen.

Parsaclisib ist ein oraler Phosphatidylinositol-3-Kinase delta (PI3Kδ)-Inhibitor für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL) (CITADEL-203), Marginalzonen-Lymphom (MZL) (CITADEL-204) und Mantelzell-Lymphom (MCL) (CITADEL-205).

Auf Grund der Daten der CITADEL-Studien hat Incyte einen Zulassungsantrag bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA gestellt.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der CITADEL-Studie gehören:

CITADEL-203 (NCT03126019): R/R follikuläres Lymphom (126 Teilnehmer)
Ansprechen: 75,4%, komplettes Ansprechen (CR): 18,3%, medianes Ansprechen auf die Therapie: 14,7 Monate, progressionsfreies Überleben 14,0 Monate

CITADEL-204 (NCT03144674): R/R Marginalzonen-Lymphom (100 Teilnehmer)
Ansprechen: 58,0%, komplettes Ansprechen (CR): 6,0%, medianes Ansprechen auf die Therapie: 12,2 Monate, progressionsfreies Überleben 16,5 Monate

CITADEL-205 (NCT03235544): R/R Mantelzell-Lymphom (ohne BTK-Inhibitor-Behandlung) (108 Teilnehmer)
Ansprechen: 68,5%, komplettes Ansprechen (CR): 17,6%, medianes Ansprechen auf die Therapie: 13,7 Monate, progressionsfreies Überleben 11,9 Monate

In Betracht kommende Patienten erhielten acht Wochen lang einmal täglich 20 mg Parsaclisib, gefolgt von entweder 20 mg einmal wöchentlich (Gruppe mit wöchentlicher Dosierung [WG]) oder 2,5 mg einmal täglich (Gruppe mit täglicher Dosierung [DG]). In der Folge wurde die tägliche Dosierung als bevorzugtes Schema gewählt, und die WG-Patienten durften zu DG wechseln. Eine Prophylaxe gegen eine Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie (PJP) war erforderlich.

Ergebnisse der RE-MIND2-Studie (DLBCL)

MorphoSys und Incyte haben Ergebnisse der RE-MIND2-Studie (NCT04697160) mit Tafasitamab (Monjuvi(R)) in Kombination mit Lenalidomid zur Behandlung des rezidivierten oder refraktären diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) veröffentlicht. An der Studie nahmen 3.454 Patienten aus 200 Kliniken teil.

In den Vergleichsarmen wurden Daten der Therapien Polatuzumab Vedotin plus Bendamustin und Rituximab (Pola-BR, 106 Patienten), Rituximab plus Lenalidomid (R2, 106 Patienten) und CD19 chimären Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T, 149 Patienten) herangezogen.

In Auswertung der Daten lag Tafasitamab plus Lenalidomid (20,1 Monate) beim Gesamtüberleben signifikant vor Pola-BR (7,2 Monate) und R2.

Die objektive Ansprechrate wurde für Tafasitamab plus Lenalidomid mit 63,6% gegenüber R2 mit 30,3% beobachtet. Die vollständige Ansprechrate (CR) lag bei Tafasitamab plus Lenalidomid bei 39,4% gegenüber 15,2% für R2.

Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen in Verbindung mit Tafasitamab plus Lenalidomid waren Müdigkeit, Schwächegefühl, Durchfall, Husten, Fieber, Schwellungen der Unterschenkel oder Hände, Infektionen der Atemwege und Appetitlosigkeit.

Tafasitamab ist ein monoklonaler CD19-Antikörper.

Monjuvi(R) (Tafasitamab-cxix) in Kombination mit Lenalidomid hat seit Juli 2020 eine Zulassung von der FDA für Amerika zur Behandlung erwachsener Patienten mit nicht anderweitig spezifiziertem rezidiviertem oder refraktärem DLBCL, einschließlich durch niedergradiges Lymphom bedingtem DLBCL, die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (autologous stem cell transplant, ASCT) in Frage kommen.

Weitere Informationen über RE-MIND2 finden Sie unter https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04697160

Mosunetuzumab zeigt gutes Ansprechen beim follikulären Lymphom (FL)

Die Immuntherapie Mosunetuzumab von Roche (ROG 375.80) zeigt innerhalb der Studie GO29781 ein gutes Ansprechen bei Patienten mit refraktärem follikulärem Lymphom. Die Ansprechrate auf die Therapie betrug mindestens 18 Monate. Die komplette Ansprechrate betrug 60%, das progressionsfreie Überleben betrug im Mittel 17,8 Monate.

Roche hat auf Basis der Studie einen Zulassungsantrag für Europa gestellt.Zudem plane die Roche-Tochter Genentech die Einreichung der Daten bei den US-Gesundheitsbehörde FDA.

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