4. Deutsche Mantelzell-Forum im Oktober in Darmstadt

Die Leukämiehilfe Rhein-Main e.V. (LHRM) veranstaltet am 7./8. Oktober in Darmstadt das „Deutsche Mantelzell-Forum“. Eingeladen sind Patienten mit einem Mantelzell-Lymphom und deren Angehörige.

Referenten und Vorträge gibt es unter anderem von Prof. Dr. med. Peter Dreger (Neue Erkenntnisse bei MCL – Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten) vom Universitätsklinikum Heidelberg und Dr. med. Alexander Desuki vom GPR Rüsselsheim.

Veranstaltungsort: Commundo Tagungshotel, Hilpertstraße 27, 64295 Darmstadt

Um ein vorherige Anmeldung wird gebeten. Anmeldeforumular: https://www.leukaemiehilfe-rhein-main.de/files/pdf/veranstaltungen/anmeldung_-_ohne_uebernachtung_2.pdf

Bekämpfung von Lymphomen mit CART-T-Zellen

Ein vielversprechender Ansatz für die Zukunft ist die Behandlung von Lymphomen mit CART-T-Zellen. CART-T-Zellen sind genetisch veränderte Abwehrzellen, die den Krebs besser erkennen und bekämpfen sollen. Aktuell befinden sich einige Anbieter im Zulassungsverfahren unter anderem auch für die Behandlung von Lymphomen.

Im Rennen vorne mit dabei sind die US-Biotechfirma Kite Pharma, der Schweizer Pharmakonzern Novartis sowie die US-Biotechfirmen Juno und Bluebird Bio. Die US-Gesundheitsbehörde FDA will bis Ende November über die Zulassung des Mittels Axicel von Kite zur Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem Lymphom entscheiden. Die Zulassung für Europa wird 2018 erwartet.

Verordnungen von Cannabis steigen


Nach dem im März 2017 das Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrecht­licher Vorschriften in Kraft trat, steigen monatlich die Verordnungen für medizinisches Cannabis. Nach Angaben des Statistikdienstleister Quin­tilesIMS gab es im März 3.600 Verordnungen und im Mai bereits 6.500 Verordnungen und damit einen Anstieg um 80%.

Viele Krankenkassen lehnen aber auch noch oft Cannabis-Verordnungen ab. Die Gründe reichen von Sucht und Kontraindikationen oder es stehen zur Behandlung der Erkrankung des Versicherten Alternativen zur Verfügung oder die Cannabis-Verordnung wurde von einem Allgemeinmediziner ausgestellt und nicht von einem entsprechenden Facharzt.

Zahlen aus der ECHELON-1 Studie (Brentuximab Vedotin)

Brentuximab Vedotin ist ein CD30-Antikörper, der beim klassischen Hodgkin zum Einsatz kommt. Die randomisierte, multizentrische Phase-III-Studie ECHELON-1 (ClinicalTrials.gov Identifier: NCT01712490) untersucht den Einsatz von Brentuximab Vedotin in der Erstlinienbehandlung bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom.

Die multizentrische Studie wurde in Nordamerika, Europa, Südamerika, Australien, Asien und Afrika durchgeführt. Es wurden 1.334 Patienten eingeschlossen, die eine histologisch gesicherte Diagnose eines HL im Stadium III oder IV hatten und zuvor nicht mit systemischer Chemo- oder Strahlentherapie behandelt worden waren.

Innerhalb der ECHELON-1-Studie erhielten die Patienten entweder Brentuximab Vedotin plus AVD oder ABVD. Wegen einer bekannten Wechselwirkung mit Brentuximab Vedotion wurde in diesem Arm Bleomycin weggelassen. Das 2 Jahre progressionsfreie Überleben (PFS) lag im Brentuximab-Arm mit 82,1% gegenüber 77,2 im Kontrollarm leicht höher.

In Europa ist Bleomycin nicht zur Erstbehandlung eines Hodgkin Lymphoms zugelassen. Auf Grund der Daten der ECHELON-1-Studien wird jetzt vom Hersteller Takeda ein Antrag auf Zulassung bei der Food and Drug Administration (FDA) und der European Medicines Agency (EMA) eingereicht.

Polatuzumab Vedotin erhält Prime Status der EMA zur Behandlung des DLBCL

Der Pharmakonzern Roche hat von der europäischen Gesundheitsbehörde EMA den Prime-Status für Polatuzumab Vedotin erhalten. Damit ist ein beschleunigtes Zulassungsverfahren möglich.

Polatuzumab Vedotin wurde in einer Studie in Kombination mit MabThera (Rituximab) und Bendamustin zur Behandlung von Patienten eingesetzt, die an einem rezidivierenden oder refraktären diffusen grosszelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) leiden.

Durch den Prime Status kommt man somit in ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Europa und kann somit das Produkt schneller auf den Markt bringen.

Cerdulatinib – neuer Wirkstoff in Erprobung bei Non-Hodgkin-Lymphomen

Cerdulatinib (Syk-/JAK-Inhibitor) wird oral eingenommen und entwickelt seine Anti-Tumorwirkung über die Blockierung des B-Zell-Rezeptor-Signalweg über Syk und wichtige Zytokinrezeptoren über JAK.

Die Einnahme-Dosis ist 30 mg zweimal täglich.

Die beide Signalwegen begünstigen das Wachstum von Krebszellen in bestimmten hämatologischen Malignomen und somit die Vergrößerung des Tumors. Durch die Blockierung der Signalwege kann das Wachstum des Tumor blockiert werden.

Ziel der Studie zu Cerdulatinib ist die Beurteilung der Sicherheit und der Wirksamkeit bei Patienten mit rezidivierter/refraktärer chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) und indolenten Lymphomen wie follikulärem Lymphom (FL) und peripherem T-Zell-Lymphom (PTCL). Ca. 40 Teilnehmer sind bereits in der Studie aufgenommen.

Die bisherigen Ansprechraten sind wie folgt gelagert:
– partielles Ansprechen (PR) bei 12 von 18 Patienten mit r/r CLL/SLL (67 %)
– partielles Ansprechen (PR) bei 5 von 9 Patienten mit r/r follikulären Lymphom (FL) (56 %)
– partielles Ansprechen (PR) bei 1 von 7 Patienten mit r/r iNHL (Marginalzonen-Lymphom und Morbus Waldenström) (14 %)
– beim ersten in der Studie beurteilten Patienten mit r/r peripherem T-Zell-Lymphom wurde ein vollständiges Ansprechen (CR) beobachtet

Cerdulatinib zeigt eine allgemein gute Verträglichkeit.

Forscher aus Lausanne sehen Gen-Defekt als Grund für das follikuläre Lymphom (FL)

Forscher des ETH Lausanne sehen mehrere Gen-Veränderungen als Ursache für das unheilbare follikuläre Lymphom. In einer Studie, veröffentlich im Juni 2017 im Fachblatt „Science Translational Medicine“, wurde das Erbgut von mehr als 200 Patienten geprüft und dabei entdeckt, dass ein Gen namens Sestrin1 oft fehlt oder funktionsunfähig ist und somit eine Ursache beim follikulären Lymphom sein kann.

Ein typisches Merkmal bei follikulären Lymphomen ist eine genetische Anomalie, bei der Teile der Chromosomen 14 und 18 (Translocation t14;18) ausgetauscht sind, bei ca. 30 Prozent der Patienten fehlt ein Stückchen vom Chromosom 6 (6q Deletion). Bei weiteren 20 Prozent sind die Chromosomen so umorganisiert, dass mehrere Gene eine Fehlfunktion aufweisen (EZH2). Innerhalb der Studie fand man nun heraus, das mit dem Defekt am Chromosom 6 auch das Gen Sestrin 1 abhanden kommt oder funktionseingeschränkt ist.

Sestrin 1 hilft der Zelle dabei, Schäden an der genetischen DNA zu beheben und ist somit auch ein Teil des Anti-Tumor-Abwehrsystems, denn es kann unter anderem auch das Wachstum von Krebszellen stoppen. In seiner Anti-Tumor-Wirkung blockiert Gestirn 1 einen Proteinkomplex mTORC1. mTORC1 reguliert die Herstellung von Eiweißen und ist damit wichtig für die Energieversorgung einer Zelle. Ist mTORC1 gestört, gerät die Energieversorgung der Zelle außer Kontrolle.

Man hofft auf der Basis der Erkenntnisse um Sestrin 1, neue gezielte Medikamente für das follikuläre Lymphom auf den Markt zu bringen.

Quelle: Abstract Science Translational Medicine: „Genetic and epigenetic inactivation of SESTRIN1 controls mTORC1 and response to EZH2 inhibition in follicular lymphoma“ – derstandard.at/2000060213241/Gendefekt-fuer-bislang-unheilbaren-Krebstyp-verantwortlich-gemacht – https://stm.sciencemag.org/content/9/396/eaak9969

weitere Zulassungen für Rituximab Biosimilar

Zwei weitere Biosimilar des monoklonalen Antikörpers Rituximab (MabThera) haben die Zulassung erhalten. Damit sind mit Rixathon (Novartis) und Riximyo (Sandoz) zwei weitere Alternativen verfügbar. Die Zulassung wurde für alle Indikationen erteilt, für die auch MabThera genehmigt ist, darunter auch das follikuläre Lymphom (FL), das diffus großzellige B-Zellen Lymphom (DLBCL) oder die Chronische Lymphatische Leukämie (CLL).

Die Zulassung von Rixathon für Non-Hodgkin-Lymphome basiert ASSIST-FL-Studie. Die Studien-Ergebnisse bestätigten das vergleichbare Sicherheitsprofil der beiden Arzneimittel.

JULIET Studie zu CTL019 beim DLBCL Lymphom

In der Phase II Studie JULIET prüft der Pharmakonzern Novartis die Wirksamkeit seines Produktes CTL019 (Tisagenlecleuzel) beim diffus grosszelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL). Aktuell sind 51 Patienten in der Studie und in einer Zwischenauswertung sprachen 45% der Patienten auf die Behandlung (Overall Response Rate, ORR) an, 37% der Patienten zeigten eine Complete Response (CR).

Präsentiert werden die Daten auf der Internationalen Konferenz für Malignante Lymphome (ICML) in Lugano.

Truxima – Rituximab-Biosimilar im Handel

Mit Truxima von Mundipharma ist jetzt das erste Biosimilar zu Rituximab im Handel. Rituximab ist ein CD20 Antikörper der sehr häufig bei Non-Hodgkin-Lymphomen zum Einsatz kommt. Die europäische Arzneimittelagentur EMA hat das Biosimilar für das follikuläre Lymphom, diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL), chronisch-lymphatische Leukämie und bei einer Form der Granulomatose zugelassen.

Die Indikationsgebiete und Dosierungsschemata von Truxima® entsprechen denen des Originalprodukts

In einer Studie erhielten 134 Patienten mit fortgeschrittenem follikulären Lymphom entweder Truxima (CT-P10) oder Rituximab in Kombination mit einer Chemotherapie. Dabei war Truxima dem originalen Rituximab nicht unterlegen gewesen. Truxima soll rund 20% günstiger wie Rituximab sein.

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