PIXUVRI (Pixantron) als Monotherapie zugelassen

In der EU ist PIXUVRI® (Pixantron) von Servier als Monotherapie für erwachsene Patienten mit mehrfach rezidiviertem oder refraktärem aggressivem Non-Hodgkin-B-Zell-Lymphom zugelassen. Das Zytostatikum hatte vorher nur eine bedingte eingeschränkte Marktzulassung.

Die Zulassung basiert auf der randomisierten Phase-III-Studie PUX301. In der Studie mit 140 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem aggressivem Non-Hodgkin-Lymphomwurde PIXUVRI als Monotherapie geprüft.Innerhalb der Studie zeigten 20% der Patienten ein vollständiges Ansprechen auf PIXUVRI.

Die häufigsten Nebenwirkungen von PIXUVRI sind Neutropenie, Leukopenie, Lymphopenie, Anämie, Thrombozytopenie, Übelkeit, Erbrechen, Hautverfärbung, Alopezie, Chromaturie und Asthenie.

Polatuzumab erhält Zulassung (DLBCL)

Von der amerikanischen Zulassungsbehörde ist Polatuzumab Vedotin-piiq (Polivy) von Roche zugelassen. Die Zulassung gilt für Polivy in Kombination mit Bentamustin plus Rituxan (Rituximab) zur Behandlung von Menschen mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem grossem B-Zell-Lymphom (DLBCL).

Polatuzumab Vedotin ist ein CD79b-Antikörper, der gezielt an entartete B-Zellen binden kann und so über den Rezeptor und dem Mitose-Hemmstoff Monomethyl-Auristan E den Zelltod der entarteten Zelle herbeiführen kann.

Die Zulassung basiert auf der Phase II-Studie GO20365 in der 40% der Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem grossem B-Zell-Lymphom (DLBCL) eine Remission erreichten. Die progressionsfreie Überlebenszeit lag bei 12,4 Monaten.

Roche hat für Europa bereits ebenso einen Zulassungsantrag gestellt, durch den Breakthrough-Status des Antikörpers wird mit einer Zulassung im Spätsommer gerechnet.

Patienten Symposium Non-Hodgkin-Lymphome am 07. September in Düsseldorf

Am 07. September 2019 findet ein Symposium Non-Hodgkin-Lymphome für Patienten, Angehörige, Ärzte und Interessierte der Non-Hodgkin-Lymphome Hilfe e.V. Selbsthilfeorganisation Nordrhein-Westfalen im NH-Hotel Düsseldorf City Nord, Münsterstr. 230-238, 40407 Düsseldorf statt.

Themen: Komplementärmedizin, Begleiterkrankungen, Neue Behandlungsmethoden, Neues aus der Stammzelltransplantation, Reha, Sport und Nachsorge ( Block), CLL ( Chronische Lymphatische Leukämie) Diffus großzelliges B- Zell Lymphom, Follikuläre und andere Indolente Lymphome, Mantelzelllymphome, Plasmozytom/Multiples Myelom und Psychoonkologie, Morbus Waldenström.

Antikörper Tafasitamab (MOR208 ) mit Markteinführung 2020

Die klinischen Phase-2-Studie L-Mind-Studie von Morphosys hat ihren primären Endpunkt erreicht. Damit steht Morphosys vor der Markteinführung des Antikörpers Tafasitamab (MOR208).

In der L-MIND-Studie mit 80 eingeschlossenen Patienten mit einem wiederkehrenden oder therapieresistenten diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom wurde der Antikörper in Verbindung mit Lenalidomid untersucht. Innerhalb der Studie betrug die Ansprechrate (ORR) 60%.Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 12,1 Monaten.

Tafasitamab ist ein gegen das Zielmolekül CD19 gerichteter humanisierter monoklonaler Antikörper. Die Markteinführung in den USA wird für 2020 erwartet.

Bessere Prognose bei ZNS-Lymphomen

ZNS-Lymphome sind Lymphome im Zentralen Nervensystem und relativ selten. Dank neuer Forschungen und dem Einsatz von Antikörper- und Immuntherapien hat sich die Prognose von ZNS-Lymphomen in den letzten Jahren deutlich verbessert. Das geht aus einer österreichischen Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Acta Oncologica veröffentlicht wurde.

Innerhalb dieser wurden Daten von 189 Patienten mit einem ZNS-Lymphom ausgewertet, wo die Diagnose zwischen 2005 und 2010 gestellt wurde. Die Standardbehandlung war meist Rituximab und eine hochdosierte Methotrexat-basierte Kombinationschemotherapie. Bei Patienten unter 70 Jahren stiegen die Gesamtüberlebenszeiten, von den am Anfang nach 5 Jahren noch 25% der Patienten lebten.

Quelle:
Neuhauser M et al. Increasing use of immunotherapy and prolonged survival among younger patients with primary CNS lymphoma: a population-based study. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 17. April 2019, https://doi.org/10.1080/0284186X.2019.1599137

CAR-T : Kymriah mit Innovationspreis ausgezeichnet

Auch wenn die CAR-T-Zelltherapie erst in der Anlaufphase ist, bedeutet sie gerade für Lymphome einen Quantensprung in der Behandlung von stark refraktären Lymphomen oder Patienten mit Rezidiven.

Kymriah (Tisagenlecleucel) von Novartis, als eines der ersten zugelassenen CAR-T-Therapien wurde jetzt mit dem Innovationspreis der „Pharmazeutischen Zeitung“ ausgezeichnet. Der Preis wurde in diesem Jahr zum 25. Mal verliehen.

Die Zulassung in Deutschland erfolgte aktuell bei akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie sowie diffus großzelligem B-Zell-Lymphom.

Mehr über CAR-T-Zelltherapie: Weitere Informationen CAR-T

Copanlisib „Breakthrough“-Status von der FDA für Marginalzonenlymphom

Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat Copanlisib von Bayer den „Breakthrough“-Status zur Behandlung des Marginalzonenlymphoms zugewiesen. Der Breakthrough-Status ermöglicht auf der Basis der aktuellen Studiendaten der MZL-Kohorte der Chronos-1-Studie ein beschleunigtes Zulassungsverfahren.

Behandelt werden dürfen erwachsene Patienten mit erneut aufgetretenem Marginalzonenlymphom (MZL), die zuvor bereits mindestens zwei Therapien erhalten haben. Der Wirkstoff ist derzeit nicht von der Europäischen Kommission oder anderen Gesundheitsbehörden außerhalb der USA zugelassen.

Copanlisib ist ein neuartiger intravenöser Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-Kinasen (PI3K).

Somit stellt Copanlisib eine zukünftige Behandlungsoption von Marginalzonenlymphomen im Rezidivfall dar.

IQWiG stellt Nutzen der allogenen Stammzelltrans­plantation in Frage

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kommt in einem Abschlussbericht zur Prüfung des Nutzwertes der allogenen Stammzelltrans­plantation zum Ergebnis, das die Auswertung des Nutzwertes auf Grund von fehlenden Studien im Moment nicht möglich ist. Das berichtet das Ärzteblatt in Berufung auf diesen Bericht.

In dem Bericht wurden Ergebnisse von 43 Studien betrachtet und verglichen. Beim sogenannten Gesamtüberle­ben sah man aber in der Auswertung der Daten keinen klaren Vorteil der allogenen Stammzelltransplantation gegenüber den Vergleichstherapien.

Bei Erkrankungen mit einem Non-Hodgin-Lymphom wird in der primären Standardbehandlungslinie mit Chemo und optional Bestrahlung behandelt, sollte diese nicht erfolgreich sein, schließt sich eine autologe Stammzellentherapie (mit eigenen Stammzellen) an. Bei einem weiteren Versagen der Therapie folgt die Transplantation mit fremden Stammzellen, die allogene Stammzellentransplantation.

Im Moment werden in Deutschland pro Jahr ca. 250 Patienten mit einem Non-Hodgkin-Lymphom allogen transplantiert.

Dennoch erstaunt zum jetzigen Zeitpunkt die Stellungnahme der IQWiG, da für viele Erkrankte die allogene Stammzellentransplantation die letzte Möglichkeit auf Heilung ist und man in den vergangenen Jahren immer mehr Erfahrungen mit Stammzellentransplantationen und deren möglichen Nebenwirkungen sammeln konnte.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103288/Nutzen-der-allogenen-Stammzelltransplantation-bei-Non-Hodgkin-Lymphom-unklar

22. DLH-Patientenkongress Leukämien & Lymphome

Vom 29. Juni bis zum 30. Juni 2019 findet der 22. DLH-Patientenkongress Leukämien & Lymphome der Stiftung Deutsche Leukämie & Lymphom-Hilfe statt. Die Veranstaltung findet im Hotel La Strada in Kassel statt.

Auf der Kongress-Seite www.dlh-kongress.de finden Sie das Programm mit allen Informationen rund um den Kongress. Hier kann man sich zur kostenlosen Teilnahme auch online anmelden.

Wissenschaftlicher Leiter ist Prof. Dr. Andreas Hochhaus, Klinik für Innere Medizin II, Direktor der Abteilung Hämatologie und Internistische Onkologie des Universitätsklinikums Jena.

Zu den anwesenden Referenzen gehören unter anderem Prof. Dr. Andreas Hochhaus (Jena), PD Dr. Thomas Ernst (Jena), Prof. Dr. Hermann Einsele (Würzburg), Dr. Friederike Hunstig (Jena), PD Dr. Sebastian Scholl (Jena), Dr. Paul Bröckelmann (Köln), Prof. Dr. Paul Graf La Rosée (Villingen-Schwenningen), Dr. Henry Sebastian (Kassel), Prof. Dr. Ute Hegenbart (Heidelberg).

primärer Endpunkt der L-MIND-Studie erreicht (DLBCL)

Die MorphoSys AG gab heute bekannt, das der primäre Endpunkt der L-MIND-Studie erreicht ist. Die Studie L-MIND ist eine einarmigen Phase 2-Kombinationsstudie vom CD19-Antikörper Tafasitamab (MOR208) in Kombination mit Lenalidomid bei Patienten mit einem rezidivierten (wiederkehrenden) oder refraktären (therapieresistenten) diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (R/R DLBCL), die nicht für eine Hochdosis-Chemotherapie und autologe Stammzelltransplantation in Betracht kommen.

Die Ergebnisse basieren auf 80 Patientenergebnissen, die eine Nachbeobachtungszeit von mindestens einem Jahr erreicht haben. Die Ansprechrate auf die Therapie lag bei 60% (48 von 80 Patienten), und die komplette Ansprechrate (CR) betrug 43% (34 von 80 Patienten). Das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) betrug 12,1 Monate mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 17,3 Monaten. Die mediane Ansprechdauer (mDoR) betrug 21,7 Monate.

Tafasitamab (MOR208) ist ein gegen das Zielmolekül CD19 gerichteter humanisierter monoklonaler Antikörper mit modifiziertem Fc-Teil. Basierend auf vorläufigen Daten von L-MIND hat die FDA im Oktober 2017 den Status Therapiedurchbruch für Tafasitamab plus Lenalidomid in dieser Patientenpopulation erteilt.

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