Antje Möldner-Schmidt gewinnt EM-Gold nach Lymphdrüsenkrebs

Bei der deutschen Leichtathletin Antje Möldner-Schmidt wurde im Jahr 2010 Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin) diagnostiziert. Im Jahr 2014 gewinnt sie bei der Leichtathletik-EM Gold über die 3000 Meter Hindernis und zeigt damit auch allen betroffenen Erkrankten, das es ein Leben nach dem Krebs gibt.

Antje Möldner-Schmidt ist am Sonntag in Zürich mit einer Zeit von 9:29,43 Minuten Europameisterin über die 3000 Meter Hindernis geworden, knapp vor der Schwedin Charlotta Fouberg (9:30,16) und der Spanierin Diana Martín (9:30,70). Mit dem EM-Sieg krönte sie ihre Karriere nach der Erkrankung zuvor war sie bereits auch schon 2012 und 2013 Deutsche Meisterin.

Dies sollte für alle Erkrankten ein Zeichen der Hoffnung sein, das man 4 Jahre nach der Therapie wieder aktiv Hochleistungssport betreiben kann und auch im Stande ist, eine Europameisterschaft zu gewinnen.

Quellen: https://www.sueddeutsche.de/sport/hindernislaeuferin-antje-moeldner-schmidt-gold-im-zweiten-leben-1.2092958
https://de.wikipedia.org/wiki/Antje_Möldner-Schmidt

Idelalisib bekommt Zulassung in den USA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem oralen Kinasehemmer Idelalisib vom Hersteller Gilead die Zulassung erteilt. Nach vielversprechenden Studien gibt es nun einen neuen Wirkstoff in der Rezidiv-Behandlung von chronisch lymphatischer Leukämie (CLL), follikulären Lymphom (FL) und kleinzelligen lymphozytischen Lymphom (SLL).

Idelalisib ist ein PI3K-Inhibitor (Phosphoinositid-3-Kinase). Bei vielen B-Zellen-Malignomen ist die Aktivität von PI3K erhöht.

Idelalisib in Verbindung mit Rituximab verlängerte in einer Studie mit 220 CLL-Patienten die Lebensdauer um 10,7 Monate im Vergleich zur alleinigen Gabe von Rituximab, bei der die Patienten im Schnitt 5,5 Monate überlebten.

Die Behandlung mit Idelalisib erzielt zwar keine Heilung, bringt aber einen Zeitgewinn von median 11 Monaten.

Radio-Onkologen halten die Bestrahlung im Frühstadium für unverzichtbar

Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) hält die Bestrahlung bei der Behandlung des Frühstadiums von Morbus Hodgkin für unverzichtbar. Die Ergebnisse basieren auf der H10-Studie der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC), in der Patienten im Frühstadium der Erkrankung keine Radiotherapie erhalten hatten. Da es ohne Bestrahlung häufiger zu Tumorrückfällen kam, musste die Studie abgebrochen werden.

Verwiesen wird darauf das die Strahlentherapie sich in den letzten Jahrzehnten deutlich weiterentwickelt hat und die Dosen und Bestrahlungsfelder sehr minimiert wurden. Die direkten Nebenwirkungen der Bestrahlungen als auch die Spätnebenwirkungen seien in den letzten Jahren seltener geworden.

Die H10-Studie der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) hat untersucht, ob bei Patienten, bei denen nach einer anfänglichen Chemotherapie keine Tumormanifestationen, also keine aktiven Herde, mehr im PET sichtbar sind, auf eine Bestrahlung verzichtet werden kann. An der Studie nahmen 1137 Patienten in Frühstadien I und II aus mehreren europäischen Ländern teil, bei denen erst wenige Lymphknotengebiete befallen waren.

Nach Angaben von Professor Dr. med. Hans Theodor Eich, Direktor der Klinik für Strahlentherapie / Radioonkologie am Universitätsklinikum Münster musste die laufende Studie abgebrochen werden. Nach dem Verzicht auf eine Radiotherapie war es deutlich häufiger zu einem Tumorrückfall gekommen.

Dazu Professor Eich weiter: „Bei Verzicht auf eine Strahlentherapie, selbst bei negativer PET-Diagnose, steigt die Rezidivrate um fünf Prozent.“ Die DEGRO rät deshalb auch im Frühstadium des Hodgkin-Lymphoms allen Patienten zu einer Strahlentherapie. Nach einem Rückfall haben viele Patienten zwar noch eine zweite Heilungschance durch eine Hochdosis-Chemotherapie, diese ist allerdings zumeist mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden, die durch eine Strahlentherapie bei der Erstbehandlung vermieden werden können.

Die German Hodgkin Studiengruppe (GHSG) untersucht derzeit ebenfalls in den Studien HD16 und HD17, ob ein Weglassen der Bestrahlung möglich ist. In wie weit sich die Ergebnisse mit denen der DEGRO decken ist nicht bekannt.

Weitere Informationen:
https://www.degro.org

Quelle: https://www.idw-online.de/en/news597098

Beleodaq – neues Mittel für T-Zell Lymphome

Die US Food and Drug Administration (FDA) hat Beleodaq für die Behandlung von Non-Hodgkin-Patienten (NHL) mit peripherem T-Zell-Lymphom (PTCL) zugelassen. Beleodaq basiert auf dem Wirkstoff Belinostat.

Beleodaq ist dabei für Patienten mit einem Rückfall vorgesehen bzw. wo die Erst-Therapie nicht anschlug.

In einer Studie wurde dabei 129 Teilnehmer mit Beleodaq behandelt. Bei 25,8 Prozent der Teilnehmer könnt eine komplette Remission erreicht werden.

Die häufigsten festgestellten Nebenwirkungen von Beleodaq waren Übelkeit, Müdigkeit, Fieber und Anämie.

bessere Behandlungschancen bei chronisch lymphatischer Leukämie (CLL)

Die Behandlung mit dem Tyrosin-Kinase-Enzymhemmstoff Ibrutinib kann bei Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) oder kleinzelligem Lymphom (SLL) das Fortschreiten der Erkrankung bremsen und die Überlebenszeit verlängern. Das ist das Ergebnis der RESONATE-Studie, welche knapp 400 Patienten einschloss. Bei den Teilnehmern der RESONATE-Studie war die Ersttherapie fehlgeschlagen.

Von der US-Arzneimittelagentur FDA wurde nun vor kurzem der Enzym-Hemmer Ibrutinib zur Therapie der sogenannten Mantel-Zell-Lymphome zugelassen. Die jetzt publizierte RESONATE-Studie wird nun auch zur allgemeinen Anwendung des Medikaments bei CLL führen und könnte die bisherige Standardtherapie mit Ofatumumab ersetzen.

Die Wirkungsweise des Enzymhemstoffs liegt in der Blockade des Signalweges zwischen dem B-Zell-Rezeptor und dem Zellkern der krank machenden B-Lymphozyten. Solche Tyrosinkinase-Hemmer sind als oral einzunehmende Medikamente verfügbar. Sie wirken in den Zellen, während monoklonale Antikörper typischerweise auf Rezeptoren an der Zelloberfläche ihren blockierenden Effekt ausüben.

Unter der Behandlung mit Ibrutinib kam es im mittleren Beobachtungszeitraum von 9,4 Monaten zu einer Reduktion des Fortschreitens der Erkrankung und der Todesfälle um 78 Prozent. Nach zwölf Monaten leben noch 90 Prozent der Patienten unter der Therapie mit dem Tyrosin-Kinase-Hemmstoff. Das Risiko, an der Erkrankung zu sterben wurde von Ibrutinib im Vergleich zur Standardtherapie um 57 Prozent gesenkt.

Symposium in Berlin über Lymphdrüsenkrebs bei Kindern und Jugendlichen

180 Wissenschaftler aus 34 Ländern treffen sich vom 7. bis 10.Mai 2014 zu einer weltweiten Tagung über das Hodgkin Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Berlin. Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung des St. Jude Childrens Research Hospital (Memphis / USA) und des Universitätsklinikums Halle (Saale).

Das Symposium findet bereits zum 2. Mal statt und soll auch weiterhin zukünftig alle 3 Jahre stattfinden.

Zu der Tagung in Berlin sind international renommierte Referenten aus dem Gebiet der Diagnostik und Behandlung des Hodgkin-Lymphoms anwesend. Ziel ist es neue Behandlungsmethoden zu diskutieren und Wege zu finden die Lebensqualität während der Behandlung zu verbessern.

Studie zeigt Belastung durch Glyphosat führt zu erhöhtem Risiko von Lymphomerkrankungen

Eine neue Studie zeigt einen Zusammenhang der Belastung durch Glyphosat und dem erhöhtem Risiko zu Lymphomerkrankungen. Die Studie wurde kürzlich im International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlicht. Die Studie basiert auf systematischen Überprüfungen und eine Reihe von Meta-Analysen mit Werten von fast 30 Jahren epidemiologischen Forschungen über das Verhältnis des Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) zum Ausbringen landwirtschaftlichen Pestizidwirkstoffen.

Glyphosat findet man hauptsächlich in Pestizid-Bekämpfung in der Landwirtschaft und zählt zu den Herbiziden. Dennoch stellt die Studie keine Überraschung da, denn die Belastung von Pestiziden auf die Umwelt, wurde bereits häufiger dargestellt.

Quelle:
https://www.greenmedinfo.com/blog/glyphosate-roundup-linked-cancer-lymph-tissue-new-study

Rückruf-Aktion für MCP-Tropfen

Die Apotheken wurden mit einem Schreiben der Arzneimittelbehörde BfArM vom 09.04.2014 angewiesen, MCP-Tropfen (Wirkstoff Metoclopramid) aus dem Bestand zu nehmen. Die Arzneimittelbehörde BfArM hat die Zulassung für die Magentropfen in der bislang üblichen Dosierung widerrufen.

MCP wird jährlich über 5 Millionen von deutschen Ärzten verordnet und dient der Unterdrückung von Übelkeit und Brechreiz, beispielsweise auch im Zusammenhang mit Chemotherapien.

Die europäische Arzneimittelagentur EMA war zu dem Ergebnis gekommen, dass bei hoher Dosis und langer Behandlungsdauer die Risiken des Wirkstoffs den Nutzen überwiegen. Deshalb müssen alle Tropfen mit mehr als 1 mg/ml Wirkstoff vom Markt.

Alternative Wirkstoffe seien etwa das Antiemetikum Ondansetron (Zofran) oder das Antihistaminikum Diphenhydramin.

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/68717/2716013/magenmittel-mcp-verschwindet-hunderttausende-patienten-betroffen

subkutante Darreichung von MabThera (Rituximab) zugelassen

Ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphomen ist MabThera (Rituximab). Nun hat der beratenden Ausschuss (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA die subkutane Darreichungsform für die Behandlung von MabThera (Rituximab) zugelassen, die deutlich zeitsparender ist.

Mit der subkutanen Darreichungsform kann das Medikament innerhalb von rund fünf Minuten unter die Haut gespritzt werden, verglichen mit 2,5 Stunden bei der bisherigen intravenösen Abgabe.

Für die europäische Zulassung haben sich die Behörden auf Daten der Phase-III-Studie Sabrina gestützt.

Man werde im Laufe des Jahres 2014 mit der Einführung der neuen Darreichungsform in etlichen europäischen Märkten beginnen, so der Hersteller Roche.

Quelle: https://www.roche.com/de/media/media_releases/med-cor-2014-03-28.htm

Studie zeigt Notwendigkeit einer Bestrahlung bei NHL mit Tumorbulk

Zuletzt ging man davon aus, das die Entwicklung bei der Bekämpfung von Lymphomerkrankungen dahin geht, in der Zukunft auf Bestrahlungen zu verzichten. Die aktuelle RICOVER-Studie zeigt nun, dass die Langzeiterfolge durch zusätzliche Strahlentherapie optimiert werden können. Bei der RICOVER-Studie ging es um NHL-Patienten mit einem Tumor-Bulk > 7,5 cm. Die Patienten wurden mit dem Schema CHOP in Verbindung mit dem Antikörper Rituximab behandelt.

Durch die gute Wirkung des Antikörpers Rituximab entstand die Frage, ob auf eine Radiotherapie verzichtet werden kann. In der Studie RICOVER-noRTh wurde bei 166 Patienten mit aggressiven B-Zell-Lymphomen auf die Strahlentherapie verzichtet. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse bestätigen nun die Notwendigkeit der Radiotherapie, da bei den Patienten ohne Bestrahlung sich eine deutlich erhöhte Rückfallquote zeigte. Der Anteil der Patienten, bei denen der Krebs in den ersten drei Jahren nicht weiter fortgeschritten ist, wurde durch die Radiotherapie von 62 auf 88 Prozent gesteigert. Der Anteil der überlebenden Patienten erhöhte sich von 65 auf 90 Prozent. Die Empfehlung aus der Studie geht dahin, für meisten Patienten mit einem Tumorbulk wieder eine Strahlentherapie mit 36 Gy anzubieten.

Quellen: Role of Radiotherapy to Bulky Disease in Elderly Patients With Aggressive B-Cell Lymphoma und https://news.doccheck.com/de/42512/lymphdruesenkrebs-strahlentherapie-als-ergaenzung/?profession=arzt&context=taxonomy

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