Gazyvaro als neues Mittel gegen indolente Lymphome

Der Pharmakonzern Roche erprobt in der Phase-III-Studie GADOLIN den Einsatz von Gazyvaro bei der Bekämpfung von indolenten Lymphomen. In der Studie erhalten die Patienten eine Chemotherapie Gazyvaro (Obinutuzumab) mit Bendamustin. Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich besseres Ansprechen als durch die alleinige Gabe von Bendamustin.

Quelle: https://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/roche-mit-guten-studienresultaten-zu-gazyva-gegen-non-hodgkin-lymphom-1.18475390

Langzeitüberleben in Österreich

Das österreichische Krebsregister hat zum Jahreswechsel 2014 eine Statistik zum Langzeitüberleben von Morbus Hodgkin herausgegeben.

Verstarben vor 30 Jahren nach 3 Jahren knapp 23% der Leute am Morbus Hodgkin oder den Folgen der Behandlung, so konnte das 3 Jahresüberleben vom 77% auf 90% gesteigert werden. Auch im 10-Jahres-Überleben konnten man von knapp 60% auf über 80% eine deutliche Steigerung erzielen. Dabei ist die Prognose für das Langzeitüberleben bei Frauen leicht besser als bei Männern.

MyD88-Proteine lösen Fehlalarm aus

Eine Arbeitsgruppe um Juniorprofessor Alexander Weber des Universitätsklinikums Tübingen in Kooperation mit Forschern des Nationalen Instituts für Chemie in Ljubljana, Slowenien haben herausgefunden, das ein mutiertes MyD88-Protein die Ursache für Non-Hodgkin-Lymphome sein kann.

Bei einer Vielzahl von Non-Hodgkin-Lymphomen kommt es zu einer unkontrollierten Entwicklung von B-Zellen. Werden Krankheitserreger vom Immunsystem erkannt, leitet die B-Zelle ein Alarmsignal ins Zellinnere weiter: Dabei bindet das Protein MyD88 als zellinterner Adapter an den aktivierten Immunsensor und holt weitere MyD88-Proteine heran, welche dann Signalkomplexe bilden und den Krankheitserreger zerstören. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen ist häufig das MyD88-Protein mutiert und ohne Einwirkung von Krankheitserregern entstehen dann vermutlich ununterbrochen aktive Signalkomplexe und sorgen für einen Fehlalarm des Immunsystems. Dies führt zu einer unkontrollierten Vermehrung der B-Zellen des Immunsystems, wodurch dann Krebs entsteht.

Die Forscher sehen eine Zukunft in der Bekämpfung von Non-Hodgkin-Lymphomen, in der Hemmung der mutierten MyD88-Proteine

Quelle: Activation of lymphoma-associated MyD88 mutations via allostery-induced TIR-domain oligomerization, Olaf-Oliver Wolz et al.; Blood, doi: 10.1182/blood-2014-05-573188; 2014

Kontakt:
Juniorprofessor Dr. Alexander Weber
Universität Tübingen
Interfakultäres Institut für Zellbiologie – Abteilung Immunologie
Telefon: 07071 29-87623

PD1-Inhibitoren bei der Hodgkin-Behandlung

Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology wurde neue Wege in der Bekämpfung des Hodgkin Lymphoms vorgestellt. Die Ergebnisse basieren auf den Phase-1-Studien der Antikörper Nivolumab (Opdivo) und Pembrolizumab (Keytruda).

Pembrolizumab (Keytruda) hat bereits die amerikanische Zulassung der Arzneimittelbehörde FDA.

PD1-Inhibitoren setzen einen Mechanismus außer Kraft, der normalerweise den Körper vor ungezügelten Attacken durch T-Zellen schützt. PD1 ist ein Stoppsignal für T-Zellen, Signalgeber sind dabei die Liganden PD-L1 und PD-L2. PD1 selbst ist ein Rezeptor auf T-Zellen und auf Vorläufer B-Zellen und steht für „Programmed cell death protein 1“. Dieses machen sich auch Tumore oder die hodgkinspezifischen Sternberg-Reed-Zellen zu nutze, welche solche Signale aussenden, um sich vor Angriffen der Immunabwehr zu schützen.

Hinter der Forschung von Pembrolizumab (Keytruda) steht das Memorial Sloan Kettering Cancer Center und Craig Moskowitz. In der Studie wurden 29 rezidivierte Patienten behandelt, wo es nach Stammzelltransplantation zum Rückfall kam. Alle Patienten wurden mit Pembrolizumab 14tägig intravenös behandelt. 6 Patienten (21%) waren aktuell über 12 Wochen in kompletter Remission und bei dreizehn weiteren Patienten (45%) war es zu einer partiellen Remission gekommen. Die Nachbeobachtungszeit von 12 Wochen ist aber noch zu früh, um generelle Erkenntnisse daraus abzuleiten.

Die Studie zum anderen PD-Inhibitor Nivolumab wurde im New England Journal of Medicine (NEJM 2014; doi: 10.1056/NEJMoa1411087) zeitgleich veröffentlicht. Das Team um Philippe Armand vom Dana–Farber Cancer Institute in Boston berichtet dort über 23 Patienten, von denen 15 eine gescheiterte Stammzelltherapie und 18 einen erfolglosen Behandlungsversuch mit Brentuximab hinter sich hatten. Die Patienten erhielten alle zwei Wochen eine Infusion mit Nivolumab, solange ein Tumorprogress oder eine unerträgliche Toxizität dies nicht verhinderten. Zum letzten Auswertungspunkt nach 40 Wochen Nachbeobachtung waren 4 Patienten (17 %) in Vollremission, 16 weitere Patienten (70%) in Teilremission.

Nivolumab bekam den Zuspruch als breakthrough therapy designation, was eine beschleunigte Markteinführung zulässt.

Quellen:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61143/PD1-Inhibitoren-Erste-Erfolge-beim-Hodgkin-Lymphom
https://www.eurekalert.org/pub_releases/2014-12/mscc-psd120514.php
https://www.mercknewsroom.com/news-release/oncology-newsroom/data-investigating-keytruda-pembrolizumab-mercks-anti-pd-1-therapy-pa
https://www.dana-farber.org/Newsroom/News-Releases/immunotherapy-achieves-breakthrough-result-in-patients-with-hodgkin-lymphoma.aspx

MOR208 vor EMA Zulassung in Europa

Kurz nach der amerikanischen Zulassung durch die FDA soll der CD19-Antikörper MOR208 nun auch die Zulassung der EMA erhalten. Wie das Unternehmen mitteilte, liegt breits eine positive Empfehlung vor.

Anfang Dezember hatte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA dem Projekt MOR208 in diesem Krankheitsbereich bereits den sogenannten „Orphan Drug-Status“ zugesprochen.

MOR208 kommt zum Einsatz bei der Behandlung des diffusen, großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL), einer Form des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL).

Quelle: https://www.morphosys.com/pressrelease/morphosyss-mor208-program-receives-positive-opinion-orphan-medicinal-product-designation-ema-dlbcl

Daratumumab Monotherapie Studie für NHL

Genmab A/S und Janssen Biotech starten Anfang 2015 eine Phase II Studie (LYM2001) zur Daratumumab Monotherapie für diffus großzellige Non-Hodgkin-Lymphome (DLBCL), Follikuläre Lymphome (FL) und Mantelzell-Lymphome (MCL). In der Studie sollen ca. 200 Patienten aufgenommen werden.

Daratumumab wird bereits bei Multiplen Myelomen eingesetzt und soll nun auch bei Non-Hodgkin-Lymphomen zum Einsatz kommen. Daratumumab ist ein CD38 monoklonaler Antikörper.

Quelle: https://www.dgap.de/dgap/News/adhoc/genmab-announces-phase-study-daratumumab-nonhodgkins-lymphomas/?companyID=10059&newsID=827957

MOR208 – CD19 Antikörper für DLBCL

Die MorphoSys AG hat von der amerikanischen Medizin-Freigabe-Behörde FDA für MOR208 den Fast Track-Status zugesprochen bekommen. Das Fast Track-Programm der FDA fördert die beschleunigte Entwicklung und Prüfung von Wirkstoffen, die ein ungedeckten medizinischen Bedarf bei ernsten oder sogar lebensbedrohlichen Krankheiten in der Zukunft decken könnten.

MOR208 ist ein monoklonaler CD19-Antikörper von MorphoSys zur Behandlung rezidivierender oder refraktärer diffus großzelliger B-Zell-Lymphome (DLBCL). DLBCL zählt zu den Non-Hodgkin-Lymphomen.

MOR208 befindet sich aktuell in einer Phase-2-Studie. Erste Ergebnisse sollen zum Jahresbeginn 2015 veröffentlicht werden.

Zwischenauswertung der AETHERA Studie

Seattle Genetics und Takeda berichten gemeinsam aktuell über positive Ergebnisse der klinischen Phase-III-Studie AETHERA mit ADCETRIS® (Brentuximab) zur Konsolidierung nach einer autologen Transplantation bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom.

In der AETHERA Studie wurde Patienten nach einer autologen Stammzelltransplantation Brentuximab Vedotin als Erhaltungstherapie gegeben. Dabei wurde beobachtet, das die Patienten länger ohne Krankheitsprogression lebten. In der AETHERA-Studie wurde der primäre Endpunkt der Behandlung mit Brentuximab Vedotin erreicht, die zu einer signifikanten Verbesserung des progressionsfreien Überlebens um 75 Prozent führte.

Die AETHERA-Studie ist eine randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Studie in Phase III zur Beurteilung des Potenzials von Brentuximab Vedotin für eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens nach einer autologen Stammzellentransplantation mit einem refraktären Hodgkin Lymphom oder mit einem Rezidiv oder Progression innerhalb eines Jahres nach der Ersttherapie. Die Patienten innerhalb der AETHERA Studie erhielten nach der Stammzellentransplantation bis zu knapp einem Jahr lang alle drei Wochen entweder Brentuximab Vedotion oder ein Placebo.

Bortezomib in den USA für den Einsatz beim Mantelzell-Lymphoms (MCL) zugelassen

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente (FDA) hat jetzt Bortezomib (Velcade™) vom Hersteller Millenium/Takeda für den Einsatz bei unbehandelten Patienten mit dem Mantelzell-Lymphoms (MCL) zugelassen. Vorher war Bortezomib / Velcade™ bereits zur Behandlung des multiplen Myeloms und des Mantelzell-Lymphoms bei Patienten, die sich mindestens einer Vorbehandlung unterzogen haben, zugelassen.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen einer offenen Phase-III-Studie mit 487 unbehandelten Patienten mit einem Mantelzell-Lymphom. In der Studie erreichte man durch die Kombinationstherapie VcR-CAP (Bortezomib, Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison) eine 59% Verbesserung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zur Standard-Therapie R-CHOP. Die komplette Ansprechrate für die Patienten, die VcR-CAP erhalten hatten, betrug 44 Prozent, unter R-CHOP 34 Prozent. 8 Prozent der Patienten brachen die Therapie wegen der Nebenwirkungen ab, in der R-CHOP-Gruppe waren es 6 Prozent.

Die häufigsten Nebenwirkungen im Einsatz von VcR-CAPwaren Neutropenie, Leukopenie, Anämie, Thrombozytopenie, Lymphopenie, periphere Neuropathie, Fieber, Übelkeit und Durchfall.

In Deutschland ist Bortezomib bisher nur zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen.

Ibrutinib für Europa zugelassen

Ibrutinib (IMBRUVICA TM) hat die Zulassung zur Behandlung von Mantelzelllymphomen (MCL) und Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL) in Europa bekommen. Das Medikament kommt bei Patienten zum Einsatz, wo die Ersttherapie fehlschlug oder bei Patienten, bei denen die Diagnose einer 17p-Deletion oder Mutation von TP53 vorliegt und die nicht mit der Chemoimmuntherapie behandelt werden können.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-II-Studie (PCYC-1104), der Phase-III-RESONATE(TM)-Studie (PCYC-1112-CA) sowie der Phase Ib/II-Studie (PCYC-1102).

Die Wirkungsweise des Enzymhemstoffs, der oral eingenommen wird, liegt in der Blockade des Signalweges zwischen dem B-Zell-Rezeptor und dem Zellkern der krank machenden B-Lymphozyten (Bruton-Tyrosinkinase). Sie wirken in den Zellen, während monoklonale Antikörper typischerweise auf Rezeptoren an der Zelloberfläche ihren blockierenden Effekt ausüben.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall, muskuloskelettale Schmerzen, Infektion der oberen Atemwege, Hautblutungen, Ausschlag, Übelkeit, Pyrexie, Neutropenie und Verstopfung.

Unter der Behandlung mit Ibrutinib kam es im mittleren Beobachtungszeitraum von 9,4 Monaten zu einer Reduktion des Fortschreitens der Erkrankung und der Todesfälle um 78 Prozent. Nach zwölf Monaten leben noch 90 Prozent der Patienten unter der Therapie mit dem Tyrosin-Kinase-Hemmstoff. Das Risiko, an der Erkrankung zu sterben wurde von Ibrutinib im Vergleich zur Standardtherapie um 57 Prozent gesenkt.

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