Bundesministerium fördert Forschungsgruppen zu Lymphomen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert im Rahmen seiner e:Med-Initiative in den nächsten drei Jahren Forschungsgruppen zum Lymphknotenkrebs mit 2,5 Millionen Euro.

Ziel ist es, aus mathematischen Modellen neue Diagnose- und Therapieverfahren zur Behandlung von Lymphknotenkrebs zu entwickeln.

Der Forschungsverbund steht unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Spang vom Institut für Funktionelle Genomik der Universität Regensburg. Kooperationspartner sind das Universitätsklinikum Göttingen, die Universität Leipzig, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, die Robert Bosch Gesellschaft für medizinische Forschung mbH, die Charité Berlin und das Helmholtz Zentrum München.

Quelle:
https://www.wochenblatt.de/bildung/regensburg/uni-regensburg/Mit-mathematischen-Modellen-gegen-Lymphknotenkrebs;art12383,294586

Klinikum Augsburg mit Veranstaltung zu NHL

Das Klinikum Augsburg bietet eine Vortragsreihe zu Non-Hodgkin-Lymphomen.

Am Mittwoch, 25. März 2015 beginnt um 16.00 Uhr im Großen Hörsaal (2. OG) die Reihe, die sich speziell den Non-Hodgkin-Lymphomen widmet. Themen an dem Tag sind: Besonderheiten der radiologischen Diagnostik beim Non-Hodgkin-Lymphom, der Stellenwert des PET-CT bei Non-Hodgkin-Lymphomen (M. Kreißl) und Aggressive NHL – Studienergebnisse und ihre Bedeutung für die klinische Praxis (M. Pfreundschuh).

Die Veranstaltungsreihe wird am Mittwoch, 22. April 2015 ab 17.15 Uhr fortgesetzt. Themen sind dann Differentialpathologie der Non-Hodgkin-Lymphome (B. Märkl), Indikation der Strahlentherapie beim Non-Hodgkin-Lymphom unter besonderer Berücksichtigung der indolenten Lymphome (G. Stüben) und Differentialtherapie der indolenten und aggressiven Non-Hodgkin-Lymphome M. Rummel.

Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Kontakt-Informationen:
Klinikum Augsburg, Stenglinstr. 2 86156 Augsburg
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. med. M. Trepel Chefarzt II. Med. Klinik

Weitere Informationen: https://www.klinikum-augsburg.de/index.php/fuseaction/download/lrn_file/programm-11.3.15-und-22.4.2015.pdf

ab 2016 sollen Patienten legal Cannabis bekommen können

Viele aktuelle Studien zeigen die nachhaltige Wirkung von Cannabis auch in der Krebs- und Tumorbekämpfung. Aktuell ist der Anbau und Verkauf in Deutschland nicht gestattet. Seit Mai 2011 dürfen zwar zugelassene Arzneimittel (Sativex) auf Cannabis-Basis auch in Deutschland hergestellt und von Ärzten auf Betäubungsmittel-Rezept verschrieben werden, müssen aber vom Patienten selbst finanziert werden.

Nun lenkt die deutsche Bundesregierung eventuell ein, und will den Zugang für medizinische Patienten erleichtern. Ein entsprechendes Gesetz ist in Vorbereitung und soll noch 2015 durch den Bundestag gebracht werden und ab 2016 wirksam werden. Ebenso sollen die Krankenkassen die Kosten für die Patienten übernehmen.

Bereits im Jahre 2014 hatte das Kölner Verwaltungsgericht entschieden, dass chronisch kranke Patienten zu Therapiezwecken privat Cannabis züchten dürfen. Zu den Voraussetzungen gehörte, dass der schwer kranke Patient austherapiert sei, es für ihn keine andere Behandlungsalternative zu Cannabis gebe und Apotheken-Cannabis unerschwinglich sei. Zwei Klagen hatte das Kölner Gericht abgewiesen, drei waren erfolgreich.

Die beiden wichtigsten Inhaltsstoffe von Cannabis sind Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Cannabis wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und krampflösend.

Krebsinformationstag 28. Februar 2015 in Hannover

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Am 28. Februar 2015 findet in Hannover im congress centrum wienecke XI ein Krebsinformationstag statt.

Erfahrene Krebsexperten berichten thematisch gegliedert in verständlicher und prägnanter Form über Diagnostik, Therapie und Nachsorge zu einzelnen Tumorerkrankungen sowie Fragen zum Umgang, Erleben und Bewältigung. Im Anschluß an die Vorträge stellen sich die Referenten den Fragen der Teilnehmer.

Themen sind unter anderem:

  • Wenn Eltern erkranken, wie sag ich es meinem Kind
    Wie sag ich es meinem Kind und wie können wir als Familie damit umgehen?
    Esra Taptik Malik, Kinder- und Jugendl. Psychotherapeutin Dipl.-Soz.-Arb./Familientherapeutin und Sabine Malinka, Krebsberatungszentrum Caritasverband Hannover

  • Wie geht es beruflich weiter ?
    Bettina Sommer, Klinik Sonneneck

  • Hilfen am Ende des Lebens
    Systemkontrolle durch palliativmedizinische Maßnahmen, Vorsorgevollmacht / Patientenverfügung
    Dr. Ingo Zander, Onkologe und Dr. Markus Sosada, KRH – SOH Anke Reichwald, Friederikenstift.

Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei.

Weitere Informationen: https://www.krebsinformationstag.de/kit_hannover_2015/

Israel führend bei der Erkrankung von Non-Hodgkin-Lymphomen

Israel ist eines der führenden Länder bei der Neuerkrankung von Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL), auch die Sterblichkeitsrate an einem NHL ist in Israel deutlich hoch. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei israelischen Lymphom-Patienten liegt bei etwa 70 Prozent. Die Gefahr für einen jüdischen Menschen, an NHL zu erkranken, stieg zwischen 1990 und 2012 um 27 Prozent, ausserdem gab es eine Zunahme von arabischen Frauen als Patientinnen um 49 Prozent.

Im Jahr 2012 wurde bei 25.531 Israelis eine Form des Krebses diagnostiziert. 10.640 starben an einem bösartigen Tumor.

Die Informationen basieren auf Veröffentlichungen der israelischen Krebsgesellschaft. Die Ursache vermutet man in der vielflächigen Landwirtschaft in Israel und dem ungeschützten Einsatz von Pestiziden.

Quelle: https://israswiss.me/2015/02/08/falle-von-lymphomen-sind-in-israel-weltweit-am-hochsten/

Gazyvaro als neues Mittel gegen indolente Lymphome

Der Pharmakonzern Roche erprobt in der Phase-III-Studie GADOLIN den Einsatz von Gazyvaro bei der Bekämpfung von indolenten Lymphomen. In der Studie erhalten die Patienten eine Chemotherapie Gazyvaro (Obinutuzumab) mit Bendamustin. Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich besseres Ansprechen als durch die alleinige Gabe von Bendamustin.

Quelle: https://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/roche-mit-guten-studienresultaten-zu-gazyva-gegen-non-hodgkin-lymphom-1.18475390

Langzeitüberleben in Österreich

Das österreichische Krebsregister hat zum Jahreswechsel 2014 eine Statistik zum Langzeitüberleben von Morbus Hodgkin herausgegeben.

Verstarben vor 30 Jahren nach 3 Jahren knapp 23% der Leute am Morbus Hodgkin oder den Folgen der Behandlung, so konnte das 3 Jahresüberleben vom 77% auf 90% gesteigert werden. Auch im 10-Jahres-Überleben konnten man von knapp 60% auf über 80% eine deutliche Steigerung erzielen. Dabei ist die Prognose für das Langzeitüberleben bei Frauen leicht besser als bei Männern.

MyD88-Proteine lösen Fehlalarm aus

Eine Arbeitsgruppe um Juniorprofessor Alexander Weber des Universitätsklinikums Tübingen in Kooperation mit Forschern des Nationalen Instituts für Chemie in Ljubljana, Slowenien haben herausgefunden, das ein mutiertes MyD88-Protein die Ursache für Non-Hodgkin-Lymphome sein kann.

Bei einer Vielzahl von Non-Hodgkin-Lymphomen kommt es zu einer unkontrollierten Entwicklung von B-Zellen. Werden Krankheitserreger vom Immunsystem erkannt, leitet die B-Zelle ein Alarmsignal ins Zellinnere weiter: Dabei bindet das Protein MyD88 als zellinterner Adapter an den aktivierten Immunsensor und holt weitere MyD88-Proteine heran, welche dann Signalkomplexe bilden und den Krankheitserreger zerstören. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen ist häufig das MyD88-Protein mutiert und ohne Einwirkung von Krankheitserregern entstehen dann vermutlich ununterbrochen aktive Signalkomplexe und sorgen für einen Fehlalarm des Immunsystems. Dies führt zu einer unkontrollierten Vermehrung der B-Zellen des Immunsystems, wodurch dann Krebs entsteht.

Die Forscher sehen eine Zukunft in der Bekämpfung von Non-Hodgkin-Lymphomen, in der Hemmung der mutierten MyD88-Proteine

Quelle: Activation of lymphoma-associated MyD88 mutations via allostery-induced TIR-domain oligomerization, Olaf-Oliver Wolz et al.; Blood, doi: 10.1182/blood-2014-05-573188; 2014

Kontakt:
Juniorprofessor Dr. Alexander Weber
Universität Tübingen
Interfakultäres Institut für Zellbiologie – Abteilung Immunologie
Telefon: 07071 29-87623

PD1-Inhibitoren bei der Hodgkin-Behandlung

Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology wurde neue Wege in der Bekämpfung des Hodgkin Lymphoms vorgestellt. Die Ergebnisse basieren auf den Phase-1-Studien der Antikörper Nivolumab (Opdivo) und Pembrolizumab (Keytruda).

Pembrolizumab (Keytruda) hat bereits die amerikanische Zulassung der Arzneimittelbehörde FDA.

PD1-Inhibitoren setzen einen Mechanismus außer Kraft, der normalerweise den Körper vor ungezügelten Attacken durch T-Zellen schützt. PD1 ist ein Stoppsignal für T-Zellen, Signalgeber sind dabei die Liganden PD-L1 und PD-L2. PD1 selbst ist ein Rezeptor auf T-Zellen und auf Vorläufer B-Zellen und steht für „Programmed cell death protein 1“. Dieses machen sich auch Tumore oder die hodgkinspezifischen Sternberg-Reed-Zellen zu nutze, welche solche Signale aussenden, um sich vor Angriffen der Immunabwehr zu schützen.

Hinter der Forschung von Pembrolizumab (Keytruda) steht das Memorial Sloan Kettering Cancer Center und Craig Moskowitz. In der Studie wurden 29 rezidivierte Patienten behandelt, wo es nach Stammzelltransplantation zum Rückfall kam. Alle Patienten wurden mit Pembrolizumab 14tägig intravenös behandelt. 6 Patienten (21%) waren aktuell über 12 Wochen in kompletter Remission und bei dreizehn weiteren Patienten (45%) war es zu einer partiellen Remission gekommen. Die Nachbeobachtungszeit von 12 Wochen ist aber noch zu früh, um generelle Erkenntnisse daraus abzuleiten.

Die Studie zum anderen PD-Inhibitor Nivolumab wurde im New England Journal of Medicine (NEJM 2014; doi: 10.1056/NEJMoa1411087) zeitgleich veröffentlicht. Das Team um Philippe Armand vom Dana–Farber Cancer Institute in Boston berichtet dort über 23 Patienten, von denen 15 eine gescheiterte Stammzelltherapie und 18 einen erfolglosen Behandlungsversuch mit Brentuximab hinter sich hatten. Die Patienten erhielten alle zwei Wochen eine Infusion mit Nivolumab, solange ein Tumorprogress oder eine unerträgliche Toxizität dies nicht verhinderten. Zum letzten Auswertungspunkt nach 40 Wochen Nachbeobachtung waren 4 Patienten (17 %) in Vollremission, 16 weitere Patienten (70%) in Teilremission.

Nivolumab bekam den Zuspruch als breakthrough therapy designation, was eine beschleunigte Markteinführung zulässt.

Quellen:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61143/PD1-Inhibitoren-Erste-Erfolge-beim-Hodgkin-Lymphom
https://www.eurekalert.org/pub_releases/2014-12/mscc-psd120514.php
https://www.mercknewsroom.com/news-release/oncology-newsroom/data-investigating-keytruda-pembrolizumab-mercks-anti-pd-1-therapy-pa
https://www.dana-farber.org/Newsroom/News-Releases/immunotherapy-achieves-breakthrough-result-in-patients-with-hodgkin-lymphoma.aspx

MOR208 vor EMA Zulassung in Europa

Kurz nach der amerikanischen Zulassung durch die FDA soll der CD19-Antikörper MOR208 nun auch die Zulassung der EMA erhalten. Wie das Unternehmen mitteilte, liegt breits eine positive Empfehlung vor.

Anfang Dezember hatte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA dem Projekt MOR208 in diesem Krankheitsbereich bereits den sogenannten „Orphan Drug-Status“ zugesprochen.

MOR208 kommt zum Einsatz bei der Behandlung des diffusen, großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL), einer Form des Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL).

Quelle: https://www.morphosys.com/pressrelease/morphosyss-mor208-program-receives-positive-opinion-orphan-medicinal-product-designation-ema-dlbcl

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