Reverse Targeting

Michael Pfreundschuh, Direktor der Klinik für Innere Medizin I Homburg präsentierte kürzlich Forschungsergebnisse in der Behandlung von Lymphomen. Einen neuen Weg in der Bekämpfung von Lymphomen ist für ihn das sogenannte „reverse targeting“.

Mit diesem Weg sollen ausschließlich die bösartigen Zellen und nicht die anderen Zellen des Patienten angegriffen werden. Die Wirksamkeit dieses neuen Ansatzes wurde bereits im Reagenzglas und am Tiermodell bestätigt.

Beim „Reverse Targeting“ geht das Antigen direkt zum Antigenrezeptor auf der Oberfläche der Lymphomzelle. In Kopplung mit einem Zellgift, soll so der Tod der Lymphomzelle eingeleitet werden. Ähnliche „trojanische Ansätze“ gibt es bereits bei anderen Medikamenten in der Krebsbehandlung.

Da sehr viele Antigenrezeptoren auf der Oberfläche von Lymphomzellen vorhanden sind, soll das „reverse targeting“ sehr effektiv sein.

Diese Forschungsergebnisse wurden jetzt im Juni erstmals auf dem Europäischen Hämatologie-Kongress vorgestellt.

BENEFIZTURNIER der Frauen Bundesliga für die DKMS am 15. August 2015 in Deetz

Am 15. August veranstaltet der FC Deetz ein Benefizturnier zu Gunsten der DKMS mit Typisierungsaktion vor Ort. Zu Gast sind die Fussball-Vereine der Frauen-Bundesliga Turbine Potsdam und USV Jena und als internationaler Gast die Mannschaft von Sparta Prag.

Alle aktuellen Informationen zu dem Turnier am 15. August findet ihr auf www.spielend-helfen-fc-deetz.de

Im Rahmen des Benefizturniers gibt es Informationsstände der AOK und der DKMS und natürlich kann man sich direkt vor Ort bei der DKMS typisieren lassen.

Bitte vielen Leuten weitersagen! Jeder der kommt, kann helfen und Leben retten.

Deetz liegt ungefähr 20 km vor Potsdam und am südlichen Rand von Berlin.

Die Veranstaltungsadresse: Schmergower Straße 31, 14550 Groß Kreutz (Havel)

www.fc-deetz.de
https://www.dkms.de/de/spielend-helfen

Bayer entwickelt PI3K-Inhibitor Copanlisib

Bayer HealthCare erweitert seine Produktplatte um Copanlisib (BAY 80-6946) an. Copanlisib ist ein neuartiger pan-Klasse-I-Inhibitor für Phosphatidylinositol-3-Kinasen (PI3K) und blockiert vorwiegend die beiden PI3K-Isoformen PI3K-d und PI3K-a. Copanlisib erhielt vor kurzem den „Orphan-Drug-Status“ von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zur Behandlung von follikulären Lymphomen.

Copanlisib wird in einem 28-Tagezyklus an Tag 1, 8 und 15 über einen Zeitraum von 60 Minuten intravenös verabreicht.

Zwei Phase-III-Studien und eine weitere Phase-II-Studie sollen die therapeutischen Möglichkeiten für verschiedene Arten von Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) untersuchen. Die Studie eingeschlossen werden Patienten mit wiederauftretendem indolenten NHL und diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL).

CHRONOS-2: Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit Copanlisib bei indolenten NHL-Patienten, deren Krankheit nach einer Behandlung mit Rituximab wieder aufgetreten ist und die zuvor auch mit alkylierenden Wirkstoffen behandelt wurden (ClinicalTrials.gov Identifier: NCT02369016).

CHRONOS-3: Eine randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit von Copanlisib in Kombination mit Rituximab im Vergleich zur Rituximab-Monotherapie bei indolenten NHL-Patienten mit erneutem Krankheitsausbruch, die bereits mindestens eine Behandlung erhalten haben, die Rituximab und einen alkylierenden Wirkstoff beinhaltete (ClinicalTrials.gov Identifier NCT02367040).

Eine offene, einarmige Phase-II-Studie mit DLBCL-Patienten, deren Krankheit wieder ausgebrochen ist oder die auf die vorherige Therapie nicht mehr ansprechen, zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit von Copanlisib und zur Erforschung von potenziellen, die Wirksamkeit vorhersagenden Biomarkern (ClinicalTrials.gov Identifier NCT02391116).

Copanlisib ist bisher nicht von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA), der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) oder einer anderen Gesundheits- oder Arzneimittelbehörde zugelassen.

Cannabis als Schmerzmittel

Seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Mai 2005 gab es laut Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 698 Anträge auf eine Ausnahmegenehmigung, um Cannabis als Schmerzmittel in einer medizinisch betreuten Selbsttherapie einsetzen zu können. 424 Anträge seien akzeptiert worden. 42 der Patienten seien aber inzwischen verstorben, teilte das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit.

Die meisten genehmigten Fälle gibt es Nordrhein-Westfalen (93).

Beleodaq für T-Zell-Lymphome von der FDA zugelassen

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Beleodaq (Belinostat) für die Behandlung von Patienten mit peripheren T-Zell-Lymphomen (PTCL) genehmigt. PTCL zählt zu den eher seltenen Non-Hodgkin-Lymphomen, der Anteil an den Non-Hodgkin-Lymphomen liegt bei 10%.

Die Zulassung gilt für Rezidive oder ein Nicht-Ansprechen der Primärtherapie.

Die Zulassung basiert auf einer klinischen Studie mit 129 Teilnehmern mit rezidivierender oder refraktärer Erkrankung eines PTCL. Alle Teilnehmer wurden mit Beleodaq behandelt. Die Ergebnisse der Studie zeigten bei 25,8 Prozent der Teilnehmer eine komplette oder partielle Remission nach der Behandlung.

Die häufigsten Nebenwirkungen der behandelten Teilnehmer waren Übelkeit, Müdigkeit, Fieber und Anämie.

Beleodaq wird von Spectrum Pharmaceuticals , Inc., aus Henderson, Nevada vertrieben.

GLOBAL 2000 fordert EU-Verbot für krebserregende Pestizide

Die WHO-Einstufung der auf Glyphosat basierenden Pestizids als „wahrscheinlich krebserregend“ veranlasste die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zur Forderung eines EU-Verbotes für diese Pestizide.

Die krebserzeugende Wirkung von Glyphosat beim Tier ist ausreichend belegt. Für den Menschen fanden sie unter anderem in drei unabhängigen epidemiologischen Studien aus den USA, Kanada und Schweden Hinweise für ein erhöhtes Risiko am Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken, einer weit verbreiteten Form von Lymphdrüsenkrebs. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 fordert den freiwilligen Verzicht auf Glyphosat-hältige Unkrautvernichtungsmittel durch Baumärkte, Gartencenter, Gärtnereien und Versandhäuser, ein Anwendungsverbot in den Bundesländern und Gemeinden in Österreich und ein generelles EU-weites Verbot des Wirkstoffs Glyphosat.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung“ (BfR) sieht trotz der WHO-Einstufung aktuell keinerlei Hinweise auf eine krebserzeugende Wirkung durch Glyphosat.

Quelle: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150408_OTS0041/einkaufstest-hobbygaertnerinnen-werden-nicht-ueber-krebsrisiko-von-glyphosat-informiert

Forschung: Signalwegsunterbrechung beim DLBCL

Corina Schmid und Anne Müller vom Institut für Molekulare Krebsforschung der Universität Zürich haben einen neuen Signalweg identifiziert, der in Lymphomzellen des DLBCL aktiv ist – und der mit bereits vorhandenen Wirkstoffen effizient attackiert werden kann. Die Analyse basiert auf der Methylierung der DNA, eine epigenetische Veränderung, die die Aktivität vieler menschlicher Gene steuert.

Der neu identifizierte Genlokus enthält die genetische Information für ein Enzym, eine Phosphatase, die einen wichtigen Signalweg in den Lymphomzellen reguliert und offenbar für das Überleben der Tumorzellen essentiell ist. Die Forscher wollen jetzt diesen Signalweg über Hemmstoffe beeinflussen.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für molekulare Lebenswissenschaften der Uni-versität Zürich, dem Unispital Basel und dem Kantonsspital St. Gallen durchgeführt.

Quelle: https://jem.rupress.org/content/early/2015/03/31/jem.20141957.abstract

Lymphome durch Brustimplantate

In letzter Zeit wird medizinisch beobachtet, ob es einen Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und Krebs gibt. In Frankreich sind einige Frauen mit Brustimplantaten an einem seltenen Krebs erkrankt. Seit 2011 seien 18 Patientinnen (1 Fall 2011, 2 Fälle 2012, 4 Fälle 2013, 11 Fälle 2014) mit Implantaten von solchen anaplastisch-großzelligen Lymphomen (ALCL) betroffen.

Wegen der offenbar nur bei Frauen mit Brustimplantaten auftretenden Krebsart steht in Frankreich auch ein generelles Verbot der Implantate im Raum. In Österreich prüft die AGES Medizinmarktaufsicht derzeit mögliche behördliche Konsequenzen.

Bereits im Oktober hatte eine internationale Autorengruppe unter Beteiligung des Wiener Pathologen Lukas Kenner festgestellt, dass Brustimplantate durch bösartige Veränderungen im Narbengewebe das großzellige anaplastische Lymphom (ALCL) auslösen könnten. Die Silkonbeschichtung steht laut Lukas Kenner im Verdacht, eine chronische Entzündung hervorzurufen und in einzelnen Fällen zu einem Lymphom zu führen. Die Zahl der Fälle weltweit schwankt nach verschiedenen Angaben zwischen 70 und 170 Betroffenen.

Pflanzengift Glyphosat kann laut WHO-Studie Lymphdrüsenkrebs auslösen

Das Pflanzengift Glyphosat oder mit einem Markennamen Roundup kann nach einer WHO-Studie in einem möglichen Zusammenhangs mit Krebs stehen. Die Studie wurde Mitte März auf der Website der International Agency for Research on Cancer, (IARC), dem in Lyon ansässigen französischen Arm der WHO, gepostet.

Die Studie, die zuerst in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht wurde, hat ergeben, das Roundup Lymphdrüsen- und Lungenkrebs auslösen könnte. Die Einstufung der Ackerchemikalie Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend“ wurde von Experten aus elf Ländern bei einem einwöchigen Treffen in Lyon vorgenommen. Zuvor hätten sie fast ein Jahr lang Studien ausgewertet, teilte die IARC mit.

Die Studie bezieht sich auf Untersuchungen in den USA, Kanada und Schweden, die in diesem Ländern seit 2001 durchgeführt worden sind. Der Umsatz mit dem Pflanzengift Monsato wird bei knapp 16 Milliarden Dollar geschätzt.

Quellen:
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/03/21/who-studie-roundup-von-monsanto-kann-krebs-ausloesen/
https://www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/30487.html

Petition 52664: Kostenübernahme für cannabishaltige Medikamente

Öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses am Montag, 23. März 2015

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