Makromolekül mit Einfluss auf Burkitt-Lymphome

Im Fachblatt PNAS veröffentlichten Forscher der Universitäten Leipzig und Kiel Informationen auf Makromoleküle die in Zusammenhang mit dem Burkitt-Lymphom stehen. Dabei handelt es sich um eine Ribonukleinsäure (RNA), die mit dem Krebsgen MYC korrespondiert. In welchem genauen Zusammenhang beide stehen, wissen die Forscher allerdings noch nicht.

Das MYC-Gen reguliert viele andere Gene und treibt damit das Wachstum und die Vermehrung von Zellen voran. Mutiert das MYC-Gen, lässt es Zellen ungebremst wachsen – darum wird es umgangssprachlich oft auch als „Krebsgen“ bezeichnet.

Die Forschung findet im Rahmen des Projektes „Transcriptome Bioinformatics“ des Leipziger Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen (LIFE) sowie des Leipziger Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie statt.

Originaltitel der Veröffentlichung im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS): „MINCR is an MYC-induced lncRNA able to modulate MYC’s transcriptional Network in Burkitt Lymphoma“, DOI: 10.1073/pnas.1505753112

keine onkologische Behandlung mehr, wenn der Tod naht

Dr. Charles Blanke und Dr. Erik Fromme von der Oregon Health and Science University in Portland stellen fest, dass Therapie und Hoffnung nicht gleichgesetzt werden dürften (JAMA Oncology 2015, online 23. Juli). Die letzten Monate eines Lebens sollten nicht mehr mit Therapien und Nebenwirkungen belastet werden, wenn keine Aussicht auf Erfolg der Behandlung besteht und die Behandlung nur Palliativen Character hat. Werde der Tod eines Krebspatienten innerhalb des folgenden halben Jahres erwartet, sollte keine aktive onkologische Behandlung mehr durchgeführt werden.

Die Aussagen basieren auf Ergebnissen einer Studie, welche von September 2002 bis Februar 2008 mit insgesamt 661 Krebspatienten im Endstadium mit einem Durchschnittsalter von 58,6 Jahren erhoben wurde. 58 Prozent der Probanden starben noch in der Beobachtungszeit von durchschnittlich 3,8 Monaten. 51 Prozent der Patienten mit fortschreitender metastasierender Erkrankung erhielten noch eine Chemotherapie. Bei Patienten mit ECOG-Score-Werten von 2 oder 3 Punkten zu Studienbeginn brachte die Chemotherapie eine Woche vor dem Tod keine Vorteile für die Lebensqualität. War der physische Zustand dagegen noch gut (ECOG 1), verschlechterte sich der Zustand durch die Chemotherapien signifikant (Odds Ratio, OR 0,35). Auf das Sterberisiko hatte die Chemotherapie keinen erkennbaren Einfluss.

Protein PLEKHA7 stoppt Krebswachstum

Krebs, das ist seit Jahren bekannt, ist unkontrolliertes Zellwachstum. Wissenschaftler der Mayo Clinic in Florida und der Universität Genf unter Vorsitz von Dr. Pans Anastasiadis haben nun einen Ansatz entwickelt, um das unkontrollierte Wachstum der Zellen zu stoppen.
Laut ersten Aussagen lassen sich dabei Krebszellen durch eine Umprogrammierung der miRNA in normale Zellen zurückverwandeln.

Der Ansatz basiert dabei auf der Erkenntnis, dass die sogenannten Adhäsionsproteine (Klebstoff der Zellen) mit dem Mikroprozessor der Zellen (microRNA) interagieren, der wiederum maßgeblichen Einfluss auf die Regulierung des Zellwachstums hat. Ist die Adhäsion gestört, werden miRNA fehlreguliert und Krebszellen beginnen unkontrolliert zu wachsen. Eine maßgeblich entscheidende Rolle kommt dabei dem Protein PLEKHA7 zu. Durch eine Verabreichung des Proteins konnte die normale Funktion der miRNA in den Krebszellen wiederhergestellt werden.

Die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie haben sie in dem Fachmagazin „Nature Cell Biology“ veröffentlicht.

Heute ist Welt-Lymphom-Tag

Am 15. September ist internationaler Welt-Lymphom-Tag und noch immer müssen wir erkennen, das zu viele Patienten an einem Lymphom erkranken. Große neue Sprünge in der Therapie-Behandlung sind auch nach einem weiteren Jahr nicht in die Behandlungspraxen der Onkologen eingezogen. Standardbehandlung ist immer noch die Chemotherapie und die Bestrahlung, die mit einer Vielzahl von Nebenwirkungen behaftet sind,

Resiquimod als Mittel für kutanen T-Zell-Lymphome (CTCL)

Resiquimod könnte für die Zukunft eine Behandlungsoption für kutane T-Zell-Lymphome darstellen. In einer Phase-I-Studie wurden 12 Patienten mit einem CTCL in einem frühem Stadium eingeschlossen, welche eine Vielzahl von Vor-Therapien bereits durchlaufen haben. Die Teilnehmer wurden angeleitet entweder eine 0,03 prozentige Dosis des Resiquimodgels oder eine 0,06% prozentige Dosis auf ihre Hautläsionen aufzutragen. Resiquimod stimuliert die Antwort der Immunzellen über die Signalwege des TLR7 und TLR8.

Am Ende der 16-wöchigen Studienperiode konnten die Ärzte eine Verbesserung der Hautläsionen durch Resiquimod bei 75% der Teilnehmer feststellen. Bei 30% der Patienten (n=4) kam es zu einer kompletten Remission der Hautläsionen durch die topische Anwendung. CTCL konnte bei zwei Patienten vollständig geheilt werden, die bereits seit über 15 Jahren an CTCL erkrankt waren.

Resiquimod führte bei 9 von 10 Patienten zu einer signifikanten Reduktion von malignen Zellen. Bei drei Patienten konnten keine malignen Zellen mehr nachgewiesen werden und bei einem anderen Patienten kam es zu einer 99,6 prozentigen Reduktion an malignen Zellen.

Die Ergebnisse der Studie findet man auch unter DOI: https://dx.doi.org/10.1182/blood-2015-02-630335

Mephalan zur Zeit nur knapp in Deutschland verfügbar

Mephalan, unter anderem Bestandteil des Hochdosis-Chemo-Protokolls BEAM bei Stammzellentransplantationen, ist momentan nur sehr knapp noch in Deutschland verfügbar. Erste Transplantationen in Kliniken mussten bereits verschoben werden, auf die Gefahr hin, das die Patienten ihren Remissions-Status verlieren.

Da Melphalan aus den 1950er Jahren stammt, ist der Patentschutz abgelaufen von soher lohnt sich die Produktion des Mittels finanziell kaum noch. Das einzige Unternehmen in Europa, das das Mittel produziere, könne derzeit wegen Qualitätsproblemen nicht liefern. Die wenigen Großhändler, die noch über Vorräte verfügen, fordern teilweise mehr als das 25-fache des normalen Preises.

Im Jahr 2014 wurden rund 350.000 definierte Tagesdosen (DDD) in Deutschland benötigt.

MabEase-Studie zu subkutanem Rituximab

Auf dem 20. Kongress der European Hematology Association (EHA) in Wien wurden auch die Ergebnisse der MabEase-Studie veröffentlicht. Die MabEase-Studie als offene Phase IIIb Studie mit 576 Patienten vergleichte die subkutane und intravenöse Darreichung des Anti-CD20-Antikörpers Rituximab (MabThera).

Nach Randomisierung erhielten die Patienten subkutanes Rituximab SC als Fixdosis (1.400 mg) oder Rituximab i.v. (375 mg/m2) jeweils plus CHOP als zentrales Chemotherapie-Schema. Die Studie zeigte nach Therapieende ein nahezu identisches Ansprechen dokumentiert mit Raten von 52% für subkutanes Rituximab vs. 51% für Rituximab i.v.. D

Die klinische Vergleichbarkeit zeigte sich auch bei stratifizierter Auswertung nach Altersgruppen (<60 vs. ≥60 Jahre). Ebenso wirksam erwies sich subkutanes Rituximab auch im Hinblick auf die Raten für ein partielles Ansprechen mit 30% für Rituximab SC vs. 32% für Rituximab i.v.. Großer Vorteil von subkutanem Rituximab ist Zeit bei der Applikation an die Patienten, nur etwa 5 Minuten für die Injektion plus 15 Minuten Nachbeobachtung statt einer mehrstündigen intravenösen Gabe. MabThera® SC wurde in Europa von der EMA im März 2014 auf Basis der SABRINA-Studie zur Erstbehandlung und Erhaltungstherapie des follikulären Lymphoms (FL) sowie zur Behandlung des CD20-positiven DLBCL zugelassen. Quellen: Lugtenburg P, Rueda A, Avivi I et al. Subcutaneous versus intravenous Rituximab with CHOP for previously untreated diffuse large B-cell lymphoma: Efficacy and safety results from the phase IIIb MabEase study. Oral Presentation, 20th EHA Vienna, 2015, Abstract: S483.

Studie zu rezidivierten oder refraktären T-Zell-Lymphom

Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem peripheren T-Zell-Lymphom haben nach eine schlechte Ausgangs-Prognose. Dennoch gibt es neue Hoffnung. Der Histon-Deacetylase-Inhibitor Panobinostat in Kombination mit Proteasom-Inhibitor Bortezomib hat in einer Phase-2-Studie (NCT00901147) mit erwachsenen Patienten vielversprechende klinische Aktivität gezeigt.

In der Studie erhielten Patienten mit rezidivierten oder refraktären T-Zell-Lymphom (n=23) mit mindestens einer vorangegangen Therapie 20 mg orales Panobinostat 3x pro Woche sowie 1,3 mg/m2 i.v. Bortezomib 2x pro Woche (2 von 3 Wochen, bis zu 8 Zyklen). Primärer Endpunkt war das objektive Ansprechen der Medikamente.

10 von 23 Patienten (43%) hatten ein objektives Ansprechen, darunter 5 Patienten eine CR.

Nebenwirkungen von Grad 3/4 hatten 40% der Patienten, hauptsächlich Thrombozytopenie, Neutropenie, Diarrhoe, Fatigue, zudem traten periphere Neuropathien aller Grade bei 40% auf.

Eine Freigabe ausserhalb der Studie besteht in Europa noch nicht.

Quellen: Daryl Tan, Colin Phipps, William Y K Hwang et al. Panobinostat in combination with bortezomib in patients with relapsed or refractory peripheral T-cell lymphoma: an open-label, multicentre phase 2 trial. The LANCET JULY 7, 2015 – online first. https://www.thelancet.com/journals/lanhae/article/PIIS2352-3026(15)00097-6/abstract

Chile gibt Cannabis frei

Während in Deutschland immer wieder nur über die medizinische Wirkung von Cannabis geredet wird, gibt Chile Hanf unter Einschränkungen frei.

Der Selbst-Anbau, sechs Pflanzen pro Haushalt, ist legalisiert zu medizinischen und Erholungszwecken. Die Vermarktung von medizinischen Marihuana an Minderjährige ohne ärztliche Registrierung und / oder die Zustimmung der Eltern nicht gestattet.

Für medizinische Zwecke, ist eine ärztliche Vorregistrierung erforderlich, aber nicht die Verpflichtung, ein Fach-Spezialist sein.

12. Welt-Lymphom-Tag (WLAD) in Thun

Am Samstag, 12. September 2015, von 13:00 – 17:00 Uhr findet im Congress Hotel Seepark, Thun (Schweiz) ein Patientensymposium für Patienten, Angehörige und Interessierte statt.

Thema „Lymphom – eine Krebsform, die nicht ignoriert werden darf“. Ziel der Veranstaltung ist Information und Sensibilisierung. Auf dem Programm stehen auch dieses Jahr Fachreferate und eine Gesprächsrunde.

Referenten: Dr. med. M. Solenthaler, Dr. med. R. Zenhäusern, Dr. med. D. Rauch, Prof. Dr. med. Th. Pabst

Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung unter https://assets.krebsliga.ch/downloads/karte_safe_the_date_web_2015_mit_talk.pdf

Für weitere Informationen:
email: info@lymphome.ch

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