Leukämie- und Lymphom-Patientenkongress am 09./10. Juli

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Der Patientenkongress der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH) wird am 9. und 10. Juli 2016 im Westin Hotel in Leipzig stattfinden. Der Patientenkongress ist eine Vortragsreihe zur Entwicklung und Behandlung von Lymphomen und Leukämien. Neben der Vielzahl von Vorträgen gibt es auch viel Zeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Patienten und Betroffenen.

Wissenschaftlicher Leiter des Kongresses ist Prof. Dr. Dietger Niederwieser, Leiter der Hämatologie und internistische Onkologie am Leipziger Universitätsklinikum.

Das Leipziger Kabarett „Die Pfeffermühle“ wird zwischen den Vorträgen für Unterhaltung sorgen.

Der Teilnahmebetrag für den Kongress beträgt 10 Euro pro Person und Tag. Für die Abendveranstaltung wird ein Kostenbeitrag von 15 Euro erhoben.

Link zur Online-Anmeldung: https://www.dlh-kongress.de/anmeldung.html

Weitere Informationen unter www.dlh-kongress.de

Gazyvaro (Obinutuzumab, Roche) erhält Zulassungsempfehlung der EMA

Der CD20-Antikörper Gazyvaro(Obinutuzumab) vom Pharmakonzern Roche hat vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelagentur EMA die Empfehlung zur EU-weiten Zulassung für Patienten mit vorbehandeltem follikulärem Lymphom (FL) erhalten.

Grundlage der Empfehlung sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie GADOLIN.

In der Phase-III-Studie GADOLIN bekamen die Patienten eine Chemotherapie-Kombination Gazyvaro und Bendamustin und anschließender Gazyvaro Erhaltungstherapie gegenüber einer Bendamustin Monotherapie.

Die Behandlung reduzierte das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod gegenüber einer Behandlung mit Bendamustin allein um 45%. Die Prüfärzte ermittelten für die Patienten im Gazyvaro-Arm ein mehr als doppelt so langes progressionsfreies Überleben (PFS) verglichen mit dem Kontrollarm (29 vs. 14 Monate).

Obinutuzumab erwies sich in der GADOLIN-Studie als sicher und gut verträglich.

In den USA wurde Obinutuzumab in Kombination mit Bendamustin zur Therapie des vorbehandelten follikulären Lymphoms am 29. Februar 2016 in einem beschleunigten Verfahren zugelassen. Die Zulassung in der EU wird für Gazyvaro Mitte des Jahres erwartet.

Quellen:
Sehn LH et al. J Clin Oncol 2015; 33 (suppl) Abstract #LBA8502
Pott C, Belada D, Danesi N et al., ASH 2015, Abstract #3978
https://www.journalonko.de/news/anzeigen/CHMP_empfiehlt_Zulassung_Gazyvaro_vorbehandeltes_follikulaeres_Lymphom

Bundeskabinett berät über Cannabis

Hanf

Das Bundeskabinett wird voraussichtlich diese Woche einen Gesetzentwurf zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften beschließen. Das Gesetz soll vorsehen, das schwerkranke Patienten, die keine Therapiealternative haben, getrocknete Cannabisblüten und -extrakte auf ärztliche Verschreibung aus der Apotheke beziehen können.

Die Kosten für Cannabis als Medizin soll künftig die jeweilige Krankenkasse übernehmen. Dem Gesetzentwurf zufolge soll das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) künftig als sogenannte Cannabisagentur fungieren.

Vielen Krebs-Erkrankten ist das aber nicht genug, weil man vor Cannabis weiter Chemotherapie und Bestrahlung über sich ergehen lassen muss.

Keytruda (Pembrolizumab) bekommt Breakthrough Status

Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA gab bekannt, das Keytruda (Pembrolizumab) die Bezeichnung als Breakthrough Therapy gewährt bekommt. Mit dem Status ist eine beschleunigte Zulassung für die Behandlung des Hodgkin möglich.

Das Medikament gehört der Klasse der PD1 Inhibitoren an.

MorphoSys startet Studie L-MIND für DLBCL

Die MorphoSys AG startet mit L-MIND eine klinische Studie zu Behandlung von Patienten mit rezidivierendem bzw. refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL). In der Studie wird Lenalidomid (Revlimid) in Verbindung mit dem Antikörper MOR208 zum Einsatz gebracht.

MOR208 von der MorphoSys AG ist ein CD19-Antigen gerichteter Antikörper mit modifiziertem Fc-Teil. In die Studie sollen 80 Patienten in 56 Studienzentren in neun europäischen Ländern und den USA aufgenommen werden.

Beim Eintritt in die Studie müssen Patienten mit rezidivierendem bzw. refraktärem DLBCL diagnostiziert worden sein. Zudem müssen sie mindestens eine bzw. maximal zwei Vorbehandlungen erhalten haben, darunter eine gegen das Zielmolekül CD20 gerichtete Therapie, beispielsweise Rituximab. Des Weiteren dürfen die eingeschlossenen Patienten nicht für eine Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation infrage kommen.

In der Studie werden die Patienten zunächst über einen Zeitraum von zwölf Wochen mit wöchentlichen intravenösen Dosierungen von 12mg/kg des Wirkstoffs MOR208 behandelt; im Anschluss soll die Behandlung mit MOR208 über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren im Zwei-Wochen-Rhythmus fortgesetzt werden, entweder bis die Krankheit fortschreitet oder unzumutbare Toxizitäten auftreten. In Kombination mit MOR208 wird Lenalidomid den Patienten für bis zu einem Jahr oral verabreicht.

Quelle: https://www.onvista.de/news/gnw-news-morphosys-startet-phase-2-studie-mit-mor208-in-kombination-mit-lenalidomid-bei-patienten-mit-rezidivierenden-bzw-refraktaeren-b-zell-tumoren-dlbcl-29413903

Bericht des BR : Erhöhte Krebsgefahr in Erdgasfördergebieten

Nach einem Bericht des Bayrischen Rundfunks kommt es zu erhöhter Krebsgefahr in Erdgasfördergebieten und Fracking und verweist auf aktuelle Fallzahlen aus Niedersachsen.

Demnach ist die Wahrscheinlichkeit laut dem Krebs-Register Niedersachsen für Männer im Landkreis Rotenburg an Leukämie oder Lymphomen zu erkranken um 31 Prozent höher, in der Samtgemeinde Bothel sogar 95 Prozent höher als der Durchschnitt in der Region.

Gründe liegen in giftigen Abwässern, dem so genannten Lagerstättenwasser – darin sind Benzol, Quecksilber, sogar radioaktive Stoffe enthalten. Bei Unfällen gelangten die Gifte in Böden, Luft und Grundwasser. Und diese Verbindungen sind es, die genau die erhöhten Krebsarten wie Lymphome auslösen können.

Mehr als 200 Ärzte aus der Region haben bereit einen offenen Brief an die niedersächsische Gesundheitsministerin geschrieben, passiert ist nach über 4 Jahren noch immer nichts. Die Politik schweigt.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/report-niedersachsen-erdgas-krebsgefahr-100.html

Idelalisib: EMA empfiehlt prophylaktische Gabe von Antibiotika

Auf Grund der beobachten hohen Nebenwirkungen von Idelalisib, besonders von Infektionen bedingt durch eine einhergehende Neutropenie sollen jetzt alle Patienten die mit Idelalisib behandelt werden, eine Antibiotikaprophylaxe erhalten. Die behandelnden Ärzte sollten bei ihren Patienten zudem auf Infektionen oder Neutropenien achten und im Fall einer Komplikation die Behandlung sofort abbrechen. Laut Mitteilung der EMA waren die beoabchten Todesfälle auf Pneumocystis jirovecii-Pneumonien und Zytomegalievirus-Infektionen zurückzuführen.

Diese Empfehlung veröffentlichte der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) als Reaktion auf schwere Komplikationen und Todesfälle, die zum Abbruch von sechs klinischen Studien geführt haben.

Idelalisib ist seit Oktober 2014 zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und zur Behandlung des follikulären Lymphoms in Europa zugelassen.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/66090

Temsirolimus – neuer Behandlungsansatz bei ZNS Lymphomen

ZNS-Lymphome sind schwer zu diagnostizieren und ebenso schwer zu behandeln. Patienten die auf eine Ersttherapie nicht ansprechen oder ein Rückfall erleiden, haben eine schlechte Prognose. Bisher kamen Zytostatika zum Einsatz, welche die Blut-Hirn-Schranke passieren und / oder eine Bestrahlung des Gehirns zum Einsatz.

Forscher der Deutschen Studiengruppe für Primäre ZNS-Lymphome (G-PCNSL-SG) testeten nun mit Temsirolimus einen neuen Wirkstoff, der zwar keinen einschneidenden Therapiedurchbruch darstellt, aber trotzdem einen neuen Behandlungsansatz bei der Behandlung von ZNS Lymphomen darstellt.

Bei Temsirolimus wird in den Tumorzellen ein Signalweg (mTOR) gehemmt und blockiert, welcher für das Überleben dieser Zellen wichtig ist. Temsirolimus ist ebenso in der Lage die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Bei der Behandlung mit Temsirolimus wurden aber erhebliche Nebenwirkungen bei der Behandlung beobachtet. Die häufigsten höhergradigen Toxizitäten waren die Erhöhung des Blutzuckers (29,7 %), Thrombozytopenien (21,6 %), Infektionen (19 %), Anämien (10,8 %) und Hautausschlag (8,1 %). Diese möchte man zukünftig mit einer prophylaktischen Antibiose eingrenzen.

In die Studienbeobachtung waren nur Patienten eingeschlossen worden, bei denen die Krankheit nach teilweise mehreren Vortherapien weiter fortgeschritten bzw. zurückgekehrt war, darunter auch sieben Patienten, die eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation erhalten hatten. Im Rahmen der Studie bekamen die Patienten einmal pro Woche intravenös entweder 25 mg (die ersten sechs Patienten) oder 75 mg (alle weiteren Patienten) Temsirolimus über einen Zeitraum von maximal 12 Monaten.

Von den insgesamt 37 Patienten sprachen 20 Patienten auf die Therapie an (54 %), bei einigen Patienten (n=6, 16%) hielt die Remission über einen Zeitraum von mehr als fünf Monaten an. Allerdings betrug das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) nur insgesamt 2,1 Monate, bei einem 1-Jahres PFS von 5,4 %. Das mediane Gesamtüberleben (OS) lag bei 3,7 Monaten.

Quelle:
https://idw-online.de/de/news648301
https://jco.ascopubs.org/cgi/doi/10.1200/JCO.2015.64.9897

Idelalisib mit schweren Komplikationen

Nach beobachteten schweren Komplikationen, darunter infektionsbedingte Todesfälle, steht Idelalisib (Zydelig) auf dem Prüfstand.

Idelalisib bekam die Zulassung bei der Therapie von Chronische lymphatischer Leukämie (CLL) und dem follikulären Lymphom (FL).

In drei Studien (GS-US-312-0123; GS-US-313-0124; GS-US-313-0125) ist es jetzt zu schweren Komplikationen gekommen. Darunter waren Todesfälle die auf Infektionen zurückzuführen waren. Allerdings wurde Zydelig in diesen Studien in Kombination mit anderen Arzneimitteln, die derzeit noch nicht in Europa zugelassen sind, untersucht und beinhaltete Patienten außerhalb der aktuell zugelassenen Indikationen. Es wird nun untersucht, in wie fern die Zulassungsbeschränkungen angepasst werden müssen.

Bis zum Ergebnis der Prüfung durch die EMA behält Idelalisib die aktuellen Zulassungen.

Quelle:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/66028/Idelalisib-EMA-untersucht-schwere-Komplikationen
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RV_STP/s-z/zydelig.html

Patientenbefragung zum follikulären Lymphom / Marginalzonenlymphom

Die Schmiedl Marktforschung GmbH sucht im Auftrag eines nicht benannten Pharmaunternehmens Probanden für eine Patientenbefragung.

Gesucht werden Patienten, die an follikulärem Lymphom (FL) oder Marginalzonenlymphom (MZL) erkrankt sind bzw. waren und eine aktive Therapie (=Einnahme eines Medikaments im Gegensatz zu Bestrahlung oder Schmerzmedikation) zur Behandlung des follikulären Lymphoms / Marginalzonenlymphoms erhalten (haben).

Veranstaltungsart: Onlineboard + Telefoninterview
Dauer: 15 Min. an je 5 Tagen (Onlineboard) + 1 Stunde (Telefoninterview)
Aufwandsentschädigung: 120,00 Euro
Termin: 14.-15.03.2016 (Onlineboard) + 29.03./31.03./01.04. (Telefoninterview)

Die Schmiedl Marktforschung GmbH versichert, dass die Anonymität der Teilnehmer gewährleistet ist und zu keinem Zeitpunkt Ihre individuellen Daten an den Auftraggeber weitergegeben werden.

Bei Interesse kann man sich unter 030 2350960 telefonisch melden.

Kontaktdaten:
Schmiedl Marktforschung GmbH
A Schlesinger Associates Company
Tauentzienstr. 2-3 | D-10789 Berlin
Telefon: 030 2350960

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