Die Kombination aus Nivolumab (Opdivo) und Chemotherapie rückt beim klassischen Hodgkin-Lymphom in der Erstlinie stärker in den Fokus. Hintergrund ist eine neue FDA-Zulassung vom 20. März 2026 für Erwachsene und pädiatrische Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit zuvor unbehandeltem klassischem Hodgkin-Lymphom im Stadium III oder IV. Zugelassen wurde Nivolumab in Kombination mit Doxorubicin, Vinblastin und Dacarbazin (AVD).
Warum die Erstlinientherapie wichtig ist
Das klassische Hodgkin-Lymphom gehört zu den Krebserkrankungen mit sehr guten Heilungschancen, besonders bei jüngeren Menschen. Gleichzeitig waren die über Jahrzehnte eingesetzten Standardchemotherapien nicht frei von Spätfolgen. Ein zentraler Kritikpunkt war die Lungentoxizität bleomycinhaltiger Regime wie ABVD. Die neue Kombination mit Nivolumab und AVD verzichtet auf Bleomycin und verfolgt damit das Ziel, Wirksamkeit und Verträglichkeit besser auszubalancieren.
Was die SWOG-S1826-Studie zeigte
Die Zulassung stützt sich auf die randomisierte, offene, multizentrische SWOG-S1826-Studie mit 994 zuvor unbehandelten Personen. Verglichen wurden Nivolumab plus AVD und Brentuximab-Vedotin plus AVD. Der Artikel nennt für Nivolumab plus AVD eine deutliche Risikoreduktion beim Fortschreiten der Erkrankung (Hazard Ratio 0,42) sowie einen Überlebensvorteil bei einer medianen Nachbeobachtung von 36,7 Monaten. Schwere unerwünschte Ereignisse traten in einem beherrschbaren Rahmen auf.
Dosierung und Anwendung
Genannt werden 240 mg Nivolumab für Patientinnen und Patienten ab 40 kg Körpergewicht oder 3 mg/kg für pädiatrische Patientinnen und Patienten unter 40 kg. Die Gabe erfolgt intravenös zusammen mit AVD an den Tagen 1 und 15 eines 28-tägigen Zyklus, insgesamt über sechs Zyklen. Ab dem ersten Zyklus ist eine primäre G-CSF-Prophylaxe vorgesehen.
Einordnung für die Praxis
Die Erstlinienzulassung markiert einen wichtigen Schritt in Richtung immuntherapiebasierter Kombinationen beim Hodgkin-Lymphom. Sie erweitert die Behandlungsmöglichkeiten für fortgeschrittene Stadien und zielt darauf, Heilungschancen mit einem günstigeren Nebenwirkungsprofil zu verbinden. Für Fachkreise ist das vor allem deshalb relevant, weil sich damit ein neuer Standard gegenüber älteren bleomycinhaltigen Ansätzen abzeichnet.
Quellen
Drozdogan: „Neuer Standard bei Hodgkin-Lymphom: Nivolumab (Opdivo) und Chemotherapie in der Erstlinie“ (https://www.drozdogan.com/de/neuer-standard-bei-hodgkin-lymphom-nivolumab-opdivo-und-chemotherapie-in-der-erstlinie/)
FDA: https://www.fda.gov/drugs/resources-information-approved-drugs/fda-approves-nivolumab-chemotherapy-previously-untreated-hodgkin-lymphoma
Quelle: fda.gov

