Affimed setzt Rekrutierung der Phase-2-Studie REDIRECT fort

Affimed N.V. teilte mit, dass das Unternehmen die Rekrutierung für die Phase-2-Studie REDIRECT fortsetzen wird, in der AFM13 als Monotherapie für die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CD30-positivem peripheren T-Zell-Lymphom untersucht wird. Eine Zwischenanalyse zeigte, dass die Ansprechrate in Kohorte A den vordefinierten Schwellenwert für die Fortsetzung der Studie erreichte. Sowohl in der Kohorte A als auch in der Kohorte B wurden Hinweise auf ein Ansprechen auf den Tumor beobachtet, mit kompletten und partiellen Ansprechern.

Die Sicherheitsanalyse stimmte mit den zuvor berichteten Daten aus Affimeds Phase-1-Studien zu AFM13 überein, wobei infusionsbedingte Reaktionen die Hauptnebenwirkung darstellten.

Umbralisib (UKONIQ) bekommt FDA-Zulassung

Umbralisib (UKONIQ) hat von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA die beschleunigte Zulassung für die Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Marginalzonen-Lymphom (die mindestens 1 vorherige systemische Therapielinien erhalten haben) und rezidiviertem oder refraktärem follikulärem Lymphom (die mindestens 3 vorherige systemische Therapielinien erhalten haben) erhalten.

Die Zulassung basierte auf der offenen, multizentrischen Multikohortenstudie UTX-TGR-205. Innerhalb der Studie wurden 69 Patienten mit Marginalzonen-Lymphom mit Umbralisib behandelt. Die Ansprechrate lag bei 49%, 16% der Patienten erreichten eine komplette Remission.

In einer anderen Kohorte wurden 117 Patienten mit follikulärem Lymphom mit mehr als einer vorherigen systemischen Therapien mit Umbralisib behandelt. Innerhalb dieser Gruppe lag die Ansprechrate bei 43%, aber nur 3% der Patienten erreichten eine komplette Remission.

Die häufigsten Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Umbralisib waren erhöhtes Kreatinin, Diarrhoe-Kolitis, Fatigue, Übelkeit, Neutropenie, Transaminasenerhöhung, Muskel- und Gelenkschmerzen, Anämie, Thrombozytopenie, Infektion der oberen Atemwege, Erbrechen, Bauchschmerzen, verringerter Appetit und Hautausschlag.

Die empfohlene Dosis ist 800 mg oral einmal täglich mit einer Mahlzeit. Umbralisib (TGR-1202) ist ein PI3K-Inhibitor.

Zulassungsstudie zu Camidanlumab-Tesirin (Cami) abgeschlossen

Das Schweizer Pharma-Unternehmen ADC Therapeutics schließt die Patientenrekrutierung für die zulassungsrelevante klinische Phase-2-Studie mit Camidanlumab-Tesirin (Cami, ehemals ADCT-301) bei rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom ab und rekrutiert aktuell keine weiteren Patienten.

Insgesamt sind 117 Patienten in die Studie aufgenommen worden.

Auf der 62. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) wurden erste Daten aus der Studie veröffentlicht. Auf der Basis von 47 auswertbaren Patienten (Stichtag: 24. August 2020) zeigte Cami eine Gesamtansprechrate von 83 %.

Camidanlumab-Tesirin (Cami, vormals ADCT-301) ist ein CD25-Antikörper und mit der Pyrrolobenzodiazepin (PBD)-Dimer-Nutzlast Tesirin konjugiert ist.

Eine Marktzulassung wird für Ende 2021 erwartet.

Nähere Informationen zur klinischen Phase-2-Studie für Cami finden Sie unter https://clinicaltrials.gov/ (Identifier NCT04052997).

Glyphosat: Bayer steht in den USA vor gerichtlicher Einigung

Glyphosat, ein Unkrautvernichter, steht immer noch im Verdacht krebserregend zu sein, weshalb viele Klagen diesbezüglich anhängig sind, ein Großteil davon in den USA. Nun ist der Leverkusener Bayer-Konzern dabei, sich in den USA mit den Klägeranwälten mit einem bis zu 2 Milliarden schweren Vergleichspakets zu einigen. Der Bayer-Konzern hat diesbezüglich schon entsprechende Rücklagen gebildet.

Etwa 200 Millionen sollen in eine Diagnose-Studie für das Non-Hodgkin-Lymphom fließen – jene Krebsart, die laut Klägern durch Glyphosat ausgelöst wird, was aber Bayer bestreitet.

Sollte sich Bayer und die Klägeranwälte einigen, wäre das Glyphosat-Thema rechtlich vom Tisch.

Unabhängig vom Ausgang der Studien und der Klagen wird Glyphosat weiter verkauft.

Quellen:
https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/monsanto-erbe-bayer-erzielt-einigung-bei-wichtigem-teil-des-glyphosat-vergleichs/26881376.html

Corona-Impfung bei Krebs – Livestrean am 04.02.2021

Eine Frage, die viele bewegt – soll ich mich mit einer Krebserkrankung gegen Corona impfen lassen. Die Deutsche Stiftung zur Erforschung von Krebskrankheiten (DeSEK) führt dazu am Weltkrebstag, dem 04. Februar 2021, um 14:00 Uhr einen Livestream mit Experten durch.

Darunter sind unter anderem Prof. Dr. Dirk Schadendorf (Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums WTZ Essen),
Prof. Dr. Annalen Bleckmann (Direktorin des WTZ-Netzwerkpartners Münster), Prof. Dr. Ulf Dittmer (Direktor des Instituts für Virologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Georg Lenz (
Direktor Medizinische Klink A am Universitätsklinikum Münster).

Fragen kann man vorab bis zum 03. Februar 2021 an info@desek.de senden.

Der Livestream ist auf YouTube zu sehen: https://www.youtube.com/embed/ceogK9I-ZAw

erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigte ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko nach überstandener Lymphomerkrankung. Sowohl nach einem klassischen Hodgkin- als auch nach einem Non-Hodgkin-Lymphomen traten häufiger fatale Schäden des Herz- und Kreislaufsystems auf.

Innerhalb der Studie wurden Daten von 46.829 ehemaligen Patienten mit Hodgkin-Lymphom und 14.764 ehemaligen Patienten mit Non-Hodgkin Lymphom untersucht. Als Ergebnis lieferte die Studie ein erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben: 7,3-fach erhöht nach dem Hodgkin-Lymphom und 5,3-fach erhöht nach einem Non-Hodgkin-Lymphom.

Dem vorbeugend sollte man auf einen gesunden Lebensstil, Bewegung und Sport und eine Früherkennung setzen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen werden empfohlen.

Quelle:
Boyne DJ, Mickle AT, Brenner DR, et al. Long-term risk of cardiovascular mortality in lymphoma survivors: A systematic review and meta-analysis. Cancer Med. 2018;7(9):4801-4813. doi:10.1002/cam4.1572.

neue CAR-T-Zelltherapie für follikuläre Lymphome, Mantelzell-Lymphome und CLL

Forscher am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) haben eine neue Variante der CAR-T-Zell-Therapie für follikuläre Lymphome, Mantelzell-Lymphome und CLL entwickelt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachblatt „Nature Communications“ publiziert.

Das neue Prinzip basiert nicht mehr auf dem Protein CD19, was häufig bei Lymphomen auftritt sondern auf dem Oberflächeneiweiß CXCR5 der B-Zellen. Bei dem Protein handelt es sich um einen Rezeptor, mit dessen Hilfe reife B-Zellen vom Knochenmark – wo sie gebildet werden – in die Organe des Immunsystems, etwa in die Lymphknoten und die Milz, gelangen. Alle reifen B-Zellen, auch die entarteten, tragen diesen Rezeptor auf ihrer Oberfläche, demzufolge eignet sich dieser besonders gezielt gegen die entarteten Zellen anzugreifen.

An zwei Mausmodellen haben die Forscher das neue Verfahren bereits getestet. Aktuell soll eine erste klinische Phase-1/2-Studie vorbereitet werden.

Quelle: https://doi.org/10.1038/s41467-020-20488-3

Novartis übernimmt Vermarktungsrechte für Tislelizumab

Das Schweizer Pharma-Unternehmen Novartis übernimmt Vermarktungsrechte vom Checkpointinhibitor Tislelizumab von BeiGene. Tislelizumab ist Anti-PD-L1-Antikörper gegen rund ein Dutzend verschiedene Krebs-Indikationen, darunter auch das Hodgkin-Lymphom.

Tislelizumab ist in China bereits zugelassen. Novartis will den ersten Zulassungsantrag außerhalb Chinas in diesem Jahr stellen.

Polatuzumab vedotin mit guter Prognose bei DLBCL

Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Polatuzumab vedotin (Polivy®) kann das Gesamtüberleben und progressionsfreie Überleben von Patienten mit vorbehandeltem diffus-großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) verlängern.

Diese Daten liefert die Zulassungsstudie GO29365, deren Ergebnisse auf der 62. ASH Konferenz veröffentlich wurden. Innerhalb der Studie bekamen die Patienten Polatuzumab vedotin in Kombination mit Bendamustin und Rituximab. Diese Therapie soll als zweite Therapie-Behandlungslinie für Patienten zur Verfügung stehen, die nicht für eine Stammzelltransplantation geeignet sind. Die Vergleichsgruppe in der Studie bekam nur Bendamustin und Ritixumab.

Das durchschnittliche Gesamtüberleben war mit 12,4 Monaten (95%-KI: 9,0-32,0) in etwa dreimal so lang wie mit 4,7 Monaten (95%-KI: 3,7-8,3) in der Vergleichsgruppe mit Bendamustin und Rituximab.

Die weitere Analyse zeigte, dass wenig vorbehandelte Patienten besonders ausgeprägt von der Polatuzumab vedotin-basierten Therapie profitierten (medianes OS in der Zweitlinientherapie 18,4 vs. 9,5 Monate in Drittlinie, Rate für komplettes Ansprechen (CR) 74% vs. 42,2%)).

Quellen:
Sehn LH, et al. ASH, virtueller Kongress, 05.-08.12.2020; Poster Presentation #3020
Sehn LH, et al. J Clin Oncol 2019; 37; November 6, 2019, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.19.00172 (aufgerufen 10.12.2020)
Herrera HF, et al. virtueller Kongress, 05.-08.12.2020; Abstract #532

Brentuximab Vedotin + AVD verbessert die Prognose beim fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom

Die Kombination aus Brentuximab Vedotin und AVD sorgt für Patienten im fortgeschrittenem Stadium des klassischen Hodgkin-Lymphoms für eine gute Prognose bereits in der Erstlinientherapie, dabei ist sie deutlich weniger toxisch wie BEACOPP.

Dies basiert auf den Ergebnissen der internationalen ECHELON-1 Studie. Innerhalb der Studie erhielten 670 Patienten eine Chemotherapie aus Doxorubicin, Bleomycin, Vinblastin und Dacarbazin (ABVD). Bei 664 Patienten wurde Bleomycin durch Brentuximab Vedotin (A + AVD) ersetzt. Nach einer Nachbetrachtungszeit von 2 Jahren zeigten 82 % der Patienten mit A plus AVD und 77 % der Patienten mit ABVD keinen Krankheitsfortschritt. Eine vollständige Remission erreichten mit A plus AVD als Erstlinientherapie 73 % der Patienten und mit ABVD 71 % der Patienten.

Nebenwirkungen der Therapie mit Brentuximab Vedotin (A plus AVD) waren häufiger Neutropenie im Vergleich zu ABVD. Dagegen kam es zu einer geringen Toxität für die Lunge durch das Weglassen von Bleomycin, im Gegensatz zu ABVD.

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