Daratumumab Monotherapie Studie für NHL

Genmab A/S und Janssen Biotech starten Anfang 2015 eine Phase II Studie (LYM2001) zur Daratumumab Monotherapie für diffus großzellige Non-Hodgkin-Lymphome (DLBCL), Follikuläre Lymphome (FL) und Mantelzell-Lymphome (MCL). In der Studie sollen ca. 200 Patienten aufgenommen werden.

Daratumumab wird bereits bei Multiplen Myelomen eingesetzt und soll nun auch bei Non-Hodgkin-Lymphomen zum Einsatz kommen. Daratumumab ist ein CD38 monoklonaler Antikörper.

Quelle: https://www.dgap.de/dgap/News/adhoc/genmab-announces-phase-study-daratumumab-nonhodgkins-lymphomas/?companyID=10059&newsID=827957

MOR208 – CD19 Antikörper für DLBCL

Die MorphoSys AG hat von der amerikanischen Medizin-Freigabe-Behörde FDA für MOR208 den Fast Track-Status zugesprochen bekommen. Das Fast Track-Programm der FDA fördert die beschleunigte Entwicklung und Prüfung von Wirkstoffen, die ein ungedeckten medizinischen Bedarf bei ernsten oder sogar lebensbedrohlichen Krankheiten in der Zukunft decken könnten.

MOR208 ist ein monoklonaler CD19-Antikörper von MorphoSys zur Behandlung rezidivierender oder refraktärer diffus großzelliger B-Zell-Lymphome (DLBCL). DLBCL zählt zu den Non-Hodgkin-Lymphomen.

MOR208 befindet sich aktuell in einer Phase-2-Studie. Erste Ergebnisse sollen zum Jahresbeginn 2015 veröffentlicht werden.

Zwischenauswertung der AETHERA Studie

Seattle Genetics und Takeda berichten gemeinsam aktuell über positive Ergebnisse der klinischen Phase-III-Studie AETHERA mit ADCETRIS® (Brentuximab) zur Konsolidierung nach einer autologen Transplantation bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom.

In der AETHERA Studie wurde Patienten nach einer autologen Stammzelltransplantation Brentuximab Vedotin als Erhaltungstherapie gegeben. Dabei wurde beobachtet, das die Patienten länger ohne Krankheitsprogression lebten. In der AETHERA-Studie wurde der primäre Endpunkt der Behandlung mit Brentuximab Vedotin erreicht, die zu einer signifikanten Verbesserung des progressionsfreien Überlebens um 75 Prozent führte.

Die AETHERA-Studie ist eine randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Studie in Phase III zur Beurteilung des Potenzials von Brentuximab Vedotin für eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens nach einer autologen Stammzellentransplantation mit einem refraktären Hodgkin Lymphom oder mit einem Rezidiv oder Progression innerhalb eines Jahres nach der Ersttherapie. Die Patienten innerhalb der AETHERA Studie erhielten nach der Stammzellentransplantation bis zu knapp einem Jahr lang alle drei Wochen entweder Brentuximab Vedotion oder ein Placebo.

Bortezomib in den USA für den Einsatz beim Mantelzell-Lymphoms (MCL) zugelassen

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde für Medikamente (FDA) hat jetzt Bortezomib (Velcade™) vom Hersteller Millenium/Takeda für den Einsatz bei unbehandelten Patienten mit dem Mantelzell-Lymphoms (MCL) zugelassen. Vorher war Bortezomib / Velcade™ bereits zur Behandlung des multiplen Myeloms und des Mantelzell-Lymphoms bei Patienten, die sich mindestens einer Vorbehandlung unterzogen haben, zugelassen.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen einer offenen Phase-III-Studie mit 487 unbehandelten Patienten mit einem Mantelzell-Lymphom. In der Studie erreichte man durch die Kombinationstherapie VcR-CAP (Bortezomib, Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison) eine 59% Verbesserung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zur Standard-Therapie R-CHOP. Die komplette Ansprechrate für die Patienten, die VcR-CAP erhalten hatten, betrug 44 Prozent, unter R-CHOP 34 Prozent. 8 Prozent der Patienten brachen die Therapie wegen der Nebenwirkungen ab, in der R-CHOP-Gruppe waren es 6 Prozent.

Die häufigsten Nebenwirkungen im Einsatz von VcR-CAPwaren Neutropenie, Leukopenie, Anämie, Thrombozytopenie, Lymphopenie, periphere Neuropathie, Fieber, Übelkeit und Durchfall.

In Deutschland ist Bortezomib bisher nur zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen.

Ibrutinib für Europa zugelassen

Ibrutinib (IMBRUVICA TM) hat die Zulassung zur Behandlung von Mantelzelllymphomen (MCL) und Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL) in Europa bekommen. Das Medikament kommt bei Patienten zum Einsatz, wo die Ersttherapie fehlschlug oder bei Patienten, bei denen die Diagnose einer 17p-Deletion oder Mutation von TP53 vorliegt und die nicht mit der Chemoimmuntherapie behandelt werden können.

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-II-Studie (PCYC-1104), der Phase-III-RESONATE(TM)-Studie (PCYC-1112-CA) sowie der Phase Ib/II-Studie (PCYC-1102).

Die Wirkungsweise des Enzymhemstoffs, der oral eingenommen wird, liegt in der Blockade des Signalweges zwischen dem B-Zell-Rezeptor und dem Zellkern der krank machenden B-Lymphozyten (Bruton-Tyrosinkinase). Sie wirken in den Zellen, während monoklonale Antikörper typischerweise auf Rezeptoren an der Zelloberfläche ihren blockierenden Effekt ausüben.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall, muskuloskelettale Schmerzen, Infektion der oberen Atemwege, Hautblutungen, Ausschlag, Übelkeit, Pyrexie, Neutropenie und Verstopfung.

Unter der Behandlung mit Ibrutinib kam es im mittleren Beobachtungszeitraum von 9,4 Monaten zu einer Reduktion des Fortschreitens der Erkrankung und der Todesfälle um 78 Prozent. Nach zwölf Monaten leben noch 90 Prozent der Patienten unter der Therapie mit dem Tyrosin-Kinase-Hemmstoff. Das Risiko, an der Erkrankung zu sterben wurde von Ibrutinib im Vergleich zur Standardtherapie um 57 Prozent gesenkt.

Idelalisib nun auch mit Zulassung für Europa

Knapp ein halbes Jahr nach der Zulassung durch die FDA in Amerika, hat nun Idelalisib nun auch die Zulassung durch die EMA für Europa bekommen.

Idelalisib vom Hersteller Gilead Sciences (Zydelig®, 150 mg Tabletten) kann bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) in Kombination mit Rituximab zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist, dass bereits eine andere Therapie erfolglos war. Es kann aber auch bei CLL-Patienten als Erstlinien-Therapie eingesetzt werden, wenn eine Chemotherapie nicht infrage kommt, weil bestimmte Genmutationen, eine 17p-Deletion oder TP53-Mutation, vorliegen. Außerdem können Patienten mit follikulärem Lymphom (FL) mit Idelalisib in Monotherapie bei einem Rezidiv behandelt werden.

Idelalisib ist ein Enzymhemmer (Phosphoinositid-3-Kinase, PI3K). Das Protein wird von zu Krebszellen mutierten B-Zellen übermäßig exprimiert und spielt eine wichtige Rolle für deren Überleben, Vermehrung und Wanderung.

Basis für die Zulassung sind eine Phase-III-Studie mit 220 CLL-Patienten sowie eine Phase-II-Studie mit 72 FL-Patienten. Die CLL-Studie wurde frühzeitig gestoppt, da die Verbesserung des progressionsfreien Überlebens mit Idelalisib plus Rituximab deutlich besser war (10,7 Monate) als unter Rituximab plus Placebo (5,5 Monate). Die Behandlung mit Idelalisib erzielt zwar im Moment keine permanente Heilung, bringt aber einen Zeitgewinn von median 11 Monaten.

Die Verträglichkeit wird als gut bezeichnet. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Neutropenie (27%), Diarrhö (13%) und Pneumonie (7%). Idelalisib interagiert mit CYP3A-Induktoren wie Carbamazepin oder Johanniskraut, die die Wirkung des Krebsmittels schwächen.

Killer-Zellen gegen Lymphdrüsenkrebs

Züricher Forscher arbeiten an einem Forschungsprojekt zur Bekämpfung von Lymphdrüsenkrebs. Die Forscher identifizierten eine Gruppe von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), welche infizierte Zellen sowie die dadurch erzeugten Krebszellen töten. Die NK-Zellen gehören zum angeborenen Immunsystem des Menschen – sie töten krankhaft veränderte und körperfremde Zellen ohne vorherige Stimulation.

Da diese natürlichen Killerzellen auch Krebszellen töten, könnte das Fehlen oder eine zu kleine Menge dieser spezifischen Killerzellen die Entstehung des Hodgkin-Lymphoms nach einer Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber zulassen. Andererseits könnten die natürlichen Killerzellen zur effizienteren Therapie dieser Art von Lymphdrüsenkrebs genutzt werden, in dem man diese natürlichen Killerzellen künstlich initiieren würde, um den Tumor des Lymphsystems zu bekämpfen.

Diese Behandlung wäre dann schonender als die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten mit einer Poly-Chemotherapie und Radiotherapie.

Prognose bei der Rezidivbehandlung von älteren Patienten

Die Deutsche Hodgkin-Studiengruppe (GHSG) hat eine Bilanz aus den Studien von 1993 bis 2007 gezogen und die Daten von 105 mindestens 60-jährigen Patienten ausgewertet, deren Erkrankung rezidiviert oder refraktär geworden war. Die 105 Patienten unterteilen sich dabei in primär progredienten Erkrankung (28%), frühem Rezidiv (31 %) und spätem Rezidiv (41%).Die Rezidivbehandlungen der Patienten unterteilten sich intensivierten Salvage-Protokollen (22 %), konventioneller Polychemotherapie mit oder ohne Bestrahlung in kurativer Absicht (42 %) oder ausschließlich palliativen Ansätzen (31 %).

Die Überlebensraten sind ernüchternd, denn die mediane Überlebenszeit der Gesamtpatienten betrug etwa ein Jahr, nach drei Jahren lebten nur noch 31 %.

Die Analyse der Daten brachte vier Faktoren hervor, welche sich als signifikant für die Prognose der Behandlung ergaben: Zeitraum seit der Erstdiagnose, Stadium der Erstdiagnose, Anämie und das Stadium beim Rezidiv. Kein oder ein Risikofaktor bedeutete eine 3-Jahres-Überlebensrate von 59 %, bei zwei oder mehr Faktoren sank diese drastisch auf 9 % ab.

Anhand der Analyse der Studien-Daten kam man zu dem Fazit, das bei älteren Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin-Lymphom und niedrigem Risiko-Score eine konventionelle Chemotherapie (ABVD oder BEACOPP) mit oder ohne Bestrahlung die bestmögliche Therapie ist. Für Patienten mit einer schlechten Prognose brachte keine verfügbare Therapie eine Änderung der Prognose.

Eine Hoffnung kann der Antikörper Brentuximab sein, der im Zeitraum der ausgewerteten Daten noch nicht verfügbar war.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=24190119&dopt=Abstract

11. World Lymphoma Awareness Day in Zürich

Am 20. September findet in Zürich ein Patienten-Symposium zum 11. World Lymphoma Awareness Day (WLAD) statt. Veranstalter ist die schweizerische Patientenorganisation für Lymphombetroffene und Angehörige (www.lymphome.ch).

Als Referenten vor Ort sind Dr. med. Michael Decker (Leitender Arzt für Integrative Onkologie, Paracelsus Spital Richterswil), Prof. Dr. med Christoph Renner (Onkologe, Onkozentrum Zürich), Dr. med. Christian Taverna (Facharzt für medizinische Onkologie), PD Dr. med. Panagiotis Samaras (Oberarzt, Universitätshospital Zürich), PD Dr. med. Ulrich J.M. Mey (Leitender Arzt Onkologie und Hämatologie, Kantonspital Graubünden) und Dr. phil. Corinne Urech (Leitende Psychologin, Universitätshospital Basel).

Datum:Samstag, 20. September 2014, 12.00 – 16.45 Uhr
Ort:Volkshaus Zürich, Stauffacherstrasse 60, CH – 8004 Zürich

Die Veranstaltung beginnt um 12:00 Uhr. Zentrale Themen an dem Tag sind unter anderem das diffus grosszelliges B-Zell-Lymphom, Mantellzell-Lymphom, Hodgkin-Lymphom, CLL, Morbus Waldenström und eine offene Gesprächsrunde.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung unter https://www.lymphome.ch/metanavigation/kontakt.html wird gebeten.

Spendenlauf für krebskranke Kinder Hannover e.V.

Der 48-jährige Martin Braune-Krickau läuft am 12. Oktober 2014 beim München Marathon 2014 und möchte damit den Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. unterstützen. Dazu verkauft er symbolisch die Streckenkilometer an Spender und Unterstützer und sucht nach wie vor Spender, um die Arbeit des Vereins für krebskranke Kinder Hannover e.V. zu unterstützen. Aktuell hat er schon über 2.000 Euro gesammelt, es dürfen aber noch viel viel mehr werden. Jeder kann mit machen und den Spendenbetrag individuell selbst festlegen.

Die Spendenkontonummer des Vereins für krebskranke Kinder Hannover e.V. :

Sparkasse Hannover
Kennwort: Spenden-Marathon
IBAN: DE86 25050180 0000001560
BIC: SPKHDE 2HXXX

Den aktuellen Spendenstand kann man auf der Facebook-Seite von Martin Braune-Krickau einsehen: https://www.facebook.com/groups/Spendenmarathon2014/?fref=ts

Und hier ist der Link zur Homepage des Vereins: https://www.verein-fuer-krebskranke-kinder-hannover.de

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