CAR-T: Kymriah und Yescarta kurz vor EU-Zulassung

Die CAR-T-Zelltherapien stehen vor der Zulassung in Europa. Die beiden Therapien Kymriah (Tisagenlecleucel) von Novartis und Yescarta (Axicabtagen Ciloleucel) von Kite hatten bereits die Zulassungsempfehlung vom Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erhalten und stehen nun kurz vor der Therapie-Zulassung in Europa.

Kymriah könnte die Zulassung für Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) bei Kindern sowie des diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL) bei Erwachsenen erhalten. Yescarta steht vor der Zulassung für die Behandlung von rezidiviertem oder refraktärem großzelligem B-Zell-Lymphom, Patienten mit primärem mediastinalem großzelligem B-Zell-Lymphom (PMBCL) sowie Patienten mit hochgradigem B-Zell-Lymphom und DLBCL aus einem follikulären Lymphom erhalten.

Kymriah (CAR-T) beim DLBCL (Juliet-Studie)

In der Weiterbeobachtung der JULIET-Studie mit der CAR-T-Zelltherapie Kymriah (Novartis) hat sich bei etwas mehr als der Hälfte der Patienten mit der einem Diffus-großzelligen-B-Zelllymphom (DLBCL) Ansprechraten von mehr als einem Jahr gezeigt.

Nach 14 Monaten zeigte sich eine Ansprechrate (Overall Response Rate ORR) von 52% der ingesamt 93 in der Studie behandelten Patienten. Von den 52% zeigten 40% einen vollständiges und 12% ein teilweises Ansprechen auf die Therapie.

Polatuzumab Vedotin Antikörper für DLBCL Lymphome

Polatuzumab Vedotin ist ein CD79b-Antikörper-Wirkstoffkonjugat (ADC) für das Diffus-großzellige-B-Zell-Lymphom (DLBCL).

Polatuzumab Vedotin in Kombination mit der Chemotherapie Bendamustin und monoklonalem Antikörper-Rituximab (pola-BR) führte bei Patienten mit rezidivem/refraktärem DLBCL zu Verbesserungen im Ansprechverhalten sowie einem verringerten Progressionsrisiko im Vergleich zur Standard-Therapie Bendamustin/Rituximab (BR).

Zu Behandlungsende wiesen 40 % der mit pola-BR behandelten Patienten eine komplette Remission auf, dagegen nur 15 % der mit BR behandelten rezidivierten/refraktären Patienten. Außerdem verdreifachte sich das mediane progressionsfreie Überleben (6,7 vs. 2,0 Monate, HR 0,31) und die Gesamtüberlebensrate wurde bei Patienten, die mit pola-BR vs. BR-Monotherapie behandelt wurden, mehr als verdoppelt (11,8 vs. 4,7 Monate, HR 0,35).

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wurde Polatuzumab Vedotin in Bezug auf r/r DLBCL von der US-Arzneimittelaufsichtsbehörde (US Food and Drug Administration) als bahnbrechende Therapie (Breakthrough Therapy) und von der Europäischen Arzneimittelagentur als PRIME (PRIority MEdicines) eingestuft.

JAK-2-Inhibitoren können Lymphome auslösen

Studie in Kooperation von MedUni Wien und Vetmeduni Vienna fand jetzt heraus, JAK2-Inhibitoren die Bildung von Lymphomen fördern können. In der Studie wurden Patienten mit einer Myelofibrose, einer seltenen chronischen Erkrankung der blutbildenden Zellen des Knochenmarks, untersucht, die mit Medikamenten auf der Basis von JAK2-Inhibitoren behandelt wurden. In der Nachbeobachtung der Behandlung wurde festgestellt, dass die Patienten zwei bis drei Jahre nach dem Therapiebeginn der Myelofibrose ein aggressives B-Zell-Lymphom bekamen. Innerhalb der Studie konnten nun nachgewiesen werden, dass das aggressive Lmyphom bei rund 16 Prozent der Myelofibrose-PatientInnen schlummert und bei etwa 6% der mit den JAK-2-Inhibitoren behandelten Patienten dann ausbricht.

Quelle: „JAK1/2 inhibitor therapy-associated lymphomas in myelofibrosis arising from a preexisting B-cell clone.” E. Porpaczy, S. Tripolt, A. Hoelbl-Kovacic, B. Gisslinger, Z. Bago-Horvath, E. Casanova-Hevia, E. Clappier, T. Decker, S. Fajmann, D. Fux, G. Greiner, S. Gueltekin, G. Heller, H. Herkner, G. Hoermann, J. Kiladjian, T. Kolbe, C. Kornauth, M. Krauth, R. Kralovics, L. Muellauer, M. Mueller, M. Prchal-Murphy, E. Putz, E. Raffoux, A. Schiefer, K. Schmetterer, C. Schneckenleithner, I. Simonitsch-Klupp, C. Skrabs, W. Sperr, P. Staber, B. Strobl, P. Valent, U. Jäger, H. Gisslinger and V. Sexl. Blood 2018 :blood-2017-10-810739; doi: https://doi.org/10.1182/blood-2017-10-810739.

Kymriah erhält Zulassung für DLBCL in den USA

Kymriah, eine CAR-T-Zelltherapie von Novartis erhielt in den USA durch die Zulassungsbehörde FDA die Zulassung zur intravenöse Behandlung für Patienten mit grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL). Die Behandlung kann für Patienten erfolgen, wo mehrere vorherige Chemo und Bestrahlung und einen Stammzellentherapie keinen Erfolg brachten.

Zur Behandlung von B-Zell-akuter lymphatischer Leukämie (ALL) war Kymriah bereits seit Ende August in den USA zugelassen.

MCL / neue Ergebnisse zur Zweitlinientherapie mit Ibrutinib

Auf dem 59. Treffen der American Society of Hematology (ASH) wurden neue Daten der Studien PCYC-1104 (NCT01236391, 111 Patienten) und SPARK (NCT01599949, 120 Patienten) und RAY (MCL3001, NCT01646021, 139 Patienten) mit einer Beobachtungsdauer von 3,5 Jahren von Patienten mit einem rezidiviertem/refraktärem Mantelzell-Lymphom präsentiert. Im Kernpunkt steht dabei die Behandlung mit Ibrutinib.

In den Studien wurden in der Summe 370 Patienten mit einem rezidiviertem/refraktärem Mantelzell-Lymphom behandelt. Die tägliche Dosis von Ibrutinib lag bei 560 mg.

In der Zweitlinientherapie mit Ibrutinib lag das mediane progressionsfreie Überleben bei 33,6 Monaten, zum Vergleich in der Drittlinientherapie mit Ibrutinib bei 8,4 Monaten. Das mediane OS in der Zweitlinientherapie mit Ibrutinib lag bei 36 Monaten (22,5 Monaten bei späteren Therapielinien). Die Ansprechrate auf Ibrutinib lag bei 77,8%, 36,4% erreichten unter Ibrutinib eine komplette Remission.

Als Nebenwirkungen der Behandlung wurden beobachtet: Neutropenien (17,0%), Thrombozytopenien (12,2%) und Pneumonien (11,9%).

Quellen: Rule S et al. ASH 2017 oral presentation #151

Gadoliniumhaltige Kontrastmittel werden vom Markt genommen

Der Nachweis der Schädigungen war schon lange da, (erst) jetzt wurde reagiert. Die Gadoliniumhaltigen Kontrastmittel Gadodiamid, Gadopentetsäure und Gadoversetamid werden erst einmal gestoppt und in Deutschland ab dem 28. Februar 2018 vom Markt genommen.

Die Kontrastmittel Gadobutrol, Gadotersäure und Gadoteridol können weiterhin verwendet werden, allerdings in der minimalsten Dosierung, die ausreichend für die Bildgebung ist und nur wenn eine kontrastmittelfreie Bildgebung nicht die gewünschten Ergebnisse liefert.

Einige Beobachtungen fanden heraus, das sich das Gadolinium aus dem Kontrastmittel freisetzt und sich im menschlichen Gewebe absetzt. Das Stoppen passiert auf dem Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission C (2017) 7941 vom 23. November 2017.

Langzeitbeobachtung von Ibrutinib beim Mantelzell-Lymphom (MCL)

Auf 59. ASH wurden aktuelle Langzeitergebnisse von Ibrutinib aus der konsolidierenden Studien präsentiert. Insgesamt wurden die Daten von 370 Patienten ausgewertet, die in den Studien SPARK (120 Patienten), RAY (139 Patienten) und PCYC-1104 (111 Patienten) mit Ibrutinib behandelt wurden. Die Patienten der SPARK-Studie erhielten zu Ibrutinib auch Rituximab und Bortezomib, Patienten in RAY-Studie nur Rituximab.

Ingesamt erreichten 26,5% eine vollständige Remission (CR), nach 2 bzw. 3 Jahren waren 36% bzw. 26% der Patienten progressionsfrei. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 13 Monaten, bei Patienten eine die komplette Remission erreichten ab 46,2 Monaten. Nach 2 Jahren waren noch 53% der Patienten am Leben, nach 3 Jahren 45% und nach 5 Jahren noch 37% der Patienten. Das mediane Gesamtüberleben lag bei 26,7 Monaten.

Quelle: Rule S et al. (Abstract 151): Median 3.5-Year Follow-up of Ibrutinib Treatment in Patients with Relapsed/Refractory Mantle Cell Lymphoma: A Pooled Analysis

Ergebnisse der Phase 3-Studie MAVORIC bei kutanen T-Zell-Lymphom (CTCL)

MAVORIC ist eine Phase 3-Studie für Patienten mit einem zuvor behandeltem kutanen T-Zell-Lymphom (CTCL) – Mycosis fungoides (MF) und Sézary-Syndrom (SS). Innerhalb der Studie wird der Einsatz des Anti-CCR4 monoklonalen Antikörper Mogamulizumab geprüft.

Die Studie wurde in den USA, Europa, Japan und Australien durchgeführt und schloss 372 Patienten ein. Innerhalb der Studie erhielten die Patienten entweder Mogamulizumab oder Vorinostat im Vergleichsarm. Die Patienten wiesen in der Gruppe Mogamulizumab ein progressionsfreies Überleben von 7,7 Monaten auf im Gegensatz zu 3,1 Monaten im Vergleichsarm. Die allgemeine Ansprechbare lag bei 28% bei Mogamulizumab und 4,8% im Vergleichsarm.

Die beobachten Nebenwirkungen in der Gruppe mit Mogamulizumab waren Hautausschlag (23,9%), Durchfall (23,4%), Übelkeit (15,2%), Thrombozytopenie (11,4%), Dysgeusie (3,3%), und erhöhtes Kreatinin im Blut (3,3%).

neuer Antikörper ADCT-301 für Hodgkin Lymphom

ADC Therapeutics (ADCT), ein onkologisches Biotech-Unternehmen, präsentierte auf der ASH-Jahrestagung mit ADCT-301 (Cami-T) einen neuen monoklonalen Antikörper für das Hodgkin Lymphom.

In einer frühen Phase-1-Studie zeigte der Antikörper eine Gesamtansprechrate (ORR) von 77% beim Hodgkin-Lymphom (HL), einschließlich einer kompletten Remission von 44%. Ebenso zeigte der Antikörper ein Ansprechen bei T-Zell-Lymphomen (ORR: 33 %) und anderen B-Zell-Lymphomen (ORR: 19 %).

Das mittlere Alter der Patienten innerhalb der Studie betrug 53 Jahre.

Die häufigsten therapiebedingten Nebenwirkungen waren Müdigkeit (30 %), Ausschlag (26 %), erhöhte Gamma-Glutamyltransferase (22 %) und Fieber (21 %).

Quelle: https://www.onvista.de/news/adc-therapeutics-gibt-zwischenergebnisse-aus-phase-i-studie-zu-neuartigem-antikoerper-wirkstoff-konjugat-adct-301-bekannt-82243163

Mehr laden