ImmunityBio startet Kombinationstherapie ohne Chemotherapie

ImmunityBio startet eine Phase-2-Studie ResQ215B zur Behandlung von indolentem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom ohne Chemotherapie gestartet.

Die Studie testet eine Kombination aus drei Wirkstoffen: ImmunityBios CD19-gerichtete natürliche Killerzell-Therapie (CD19 t-haNK), den bereits zugelassenen IL-15-Superagonisten ANKTIVA® und den monoklonalen Antikörper Rituximab.

Ergebnisse einer Vorstudie hatten vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Die Therapie zielt darauf ab, mehrere Signalwege zu nutzen, um die körpereigene Immunabwehr gegen den Krebs zu stärken.

erste Ergebnisse der STARLIGHT-1-Studie

Estrella Immunopharma hat erste positive Phase-I-Ergebnisse der STARLIGHT-1-Studie zu EB103 bei Patienten mit aggressivem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom bekannt gegeben. EB103 ist eine auf CD19 ausgerichtete ARTEMIS-T-Zell-Therapie. Aktuell nehmen an der Studie 9 Patienten teil.

Die klinischen Daten, die auf den 2026 ASTCT & CIBMTR Tandem Meetings vorgestellt wurden, zeigten nach einem Monat eine vollständige Ansprechrate (CR) von 100 % in der Hochdosis-Kohorte. Die mediane Dauer des vollständigen Ansprechens wurde noch nicht erreicht; die aktuellen Ansprechdauern liegen zwischen 3 und 18 Monaten.

Aktuell wurden bisher keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse gemeldet.

Estrella Immunopharma entwickelt zudem EB104, das auf die Proteine CD19 und CD22 abzielt, die auf den meisten B-Zell-Malignomen exprimiert werden.

Auswertung der ZUMA-25 Studie (Burkitt-Lymphom)

In der Auswertung der ZUMA-25 Studie zu Brexucabtagen Autoleucel im Bereich des Burkitt-Lymphoms zeichnet sich ab, dass diese einmalige Therapie von einer sehr hohen Ansprechrate nahe zu 100% gekennzeichnet ist. 5 Patienten erreichten eine komplette Remission, das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 5,8 Monaten, das mediane Überleben bei 12,9 Monaten.

Quelle: Suzanne Van Dorp, ASH 2025, #569: ZUMA-25 preliminary analysis: A Phase 2 study of brexucabtagene autoleucel (brexu-cel) in patients (Pts) with relapsed/refractory (R/R) burkitt lymphoma (BL), substudy C

3 Jahre Follow-Up zu Breyanzi (CAR-T)

Das amerikanische MD Anderson Cancer Centers präsentierte die 3-Jahres-Daten der CAR-T-Therapie-Anwendung Breyanzi® (Lisocabtagen maraleucel) bei der Behandlung des follikulären Lymphom.

In der Auswertung der Studie wurde vorgestellt, dass die einmalige Infusion von Breyanzi mit einer hohen Rate von 94% an Remissionen einhergeht. Die Ansprechrate (ORR) lag bei 96% – 100%. Die Ansprechrate nach 3 Jahren liegt bei 60 – 83%.

Belumosudil als Option bei der chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD)

Für Patienten mit chronischer Graft-versus-Host-Erkrankung (cGvHD) nach einer Fremd-Stammzellenspende, gibt es mit Belumosudil eine neue Behandlungsoption.

Eine Graft-versus-Host-Erkrankung tritt bei etwa 30 – 70% der erwachsenen Patienten nach einer Stammzelltransplantation auf.

Belumosudil ist ein Proteinkinase-Inhibitor und wird einmal täglich als Tablette eingenommen. Er hemmt gezielt das Enzym ROCK2 (Rho-assoziierte Coiled-Coil-Kinase 2), das eine zentrale Rolle bei den fehlgesteuerten Immunreaktionen der chronischen GvHD spielt. Durch diese Hemmung sollen entzündliche Prozesse reduziert und fibrotische Veränderungen begrenzt werden.

In der Zulassungsstudie mit einem Follow-Up von sechs Monaten zeigten 73% der mit Belumosudil behandelten Patienten ein Ansprechen. Bei 44% hielt dieses Ansprechen auch nach sechs Monaten noch an. Rund 68% erzielten ein partielles Ansprechen.

Zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen zählten Müdigkeit, Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Zudem wurden erhöhte Leberenzymwerte (AST, ALT und Gamma-GT) beobachtet.

Die EMA empfiehlt eine bedingte Marktzulassung.

Sonrotoclax bekommt Breakthrough-Status für Mantelzell-Lymphome

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Sonrotoclax, einem von BeOne Medicines Ltd. entwickelten BCL2-Inhibitor, den Breakthrough-Status erteilt, was ein beschleunigtes Zulassungsverfahren ermöglicht. Das Medikament ist für die Behandlung von Erwachsenen mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzelllymphom vorgesehen.

Die Einstufung basiert auf frühen Ergebnissen einer Phase-1/2-Studie mit 125 erwachsene Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzelllymphom, die zuvor mit einem Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor und einer Anti-CD20-Therapie behandelt wurden.

In Teil 1 erhielten 22 Patienten eine tägliche Behandlung mit entweder 160 mg oder 320 mg Sonrotoclax, während in Teil 2 103 Patienten die empfohlene Tagesdosis von 320 mg erhielten.

Die bestätigende Phase-3-Studie CELESTIAL-RRMCL läuft derzeit.

Langzeitergebnisse der Eradikationstherapie beim MALT-Lymphom

Aus der Eradikationstherapie liegen jetzt Studienergebnisse nach 5 Jahren Nachbeobachtungszeit vor. In der Studie waren 95 Patienten aus Deutschland und Österreich von 95 Patienten eibezogen, die mit einer Tripletherapie (italienisches oder französisches Schema) behandelt worden waren.

Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 44,6 Monate, eine Eradikation gelang in 98%. Die komplette Regression liegt bei 62%, minimale Residuen der Erkrankung fand man noch bei 18%, eine partielle Remission konnte bei 12% erzielt werden.

Keine Veränderung sah man bei vier Patienten, eine Progression bei zwei Patienten. Vier Patienten mit kompletter Remission erlitten ein Rezidiv nach sechs, acht und 15 Monaten.

Quelle: Fischbach W, Goebeler-Kolve M-E, Dragosics B et al.: Long-term outcome of patients with gastric marginal zone B cell lymphoma of mucosa associated lymphoid tissue (MALT) following exclusive Helicobacter pylori eradication therapy: experience from a large prospective series. GUT 2004; 53: 34–37

neuer Resistenzmechanismus bei CAR-T-Zell-Therapie identifiziert

Die CAR-T-Zelltherapie sollte in der Behandlung von rezidivierten oder refraktären Lymphomen ein großer Quantensprung werden. Dennoch zeigen etwa 50–60 % der behandelten Patienten kein dauerhaftes Ansprechen, was den Bedarf an zusätzlichen therapeutischen Strategien unterstreicht.

Die aktuelle Studie der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln untersuchen aktuell zelluläre Mechanismen, die eine Resistenz gegen CAR-T-Zellen fördern.

Frühere Studien beschrieben verschiedene Resistenzmechanismen, darunter die Herunterregulierung von Antigenen, die Modulation pro-apoptotischer Signalwege und eine hypoxieinduzierte Immunsuppression durch myeloide Zellen.

Die neue Studie erweitert die Erkenntnisse, indem sie gezielt die myeloid-monozytären Zellkompartimente im TME analysierte und ihren Beitrag zur CAR-T-Zell-Resistenz definierte. Die Studie identifizierte eine definierte Population von CSF1R-positiven myeloid-monozytären Zellen (auch LAMM-Zellen genannt), die in Proben von Patienten ohne nachhaltiges Ansprechen auf die CAR-T-Zell-Therapie vermehrt vorkamen.

Die LAMM-Zellen entfalteten eine ausgeprägte immunsuppressive Wirkung und hemmten gezielt die Vermehrung sowie die zytotoxische Aktivität der CAR-T-Zellen. Die Kombination von CAR-T-Zell-Therapie mit einer CSF1R-Blockade stellt einen vielversprechenden Ansatz dar, der in weiteren klinischen Studien untersucht werden sollte.

EPCORE FL-1 Studie erreicht primären Endpunkt beim follikulären Lymphom

Die Phase-3-Studie EPCORE FL-1 vom dänischen Bio-Tech-Konzern Genmab erreichte beide primären Endpunkte bei der Behandlung des follikulären Lymphoms. Die Kombination aus Epcoritamab mit Rituximab und Lenalidomid erzielte eine Ansprechrate von 95,7%.

Das Progressionsrisiko sank innerhalb der Studie um 79 Prozent verglichen mit der Standardtherapie. Bei einer Genehmigung würde Epcoritamab als erste bispezifische Antikörper-Kombination für die Zweitlinientherapie zur Verfügung stehen.

Antrag auf Zulassungserweiterung für Breyanzi (Lisocabtagene Maraleucel)

Bristol Myers Squibb hat eine ergänzenden Antrag auf Zulassungserweiterung (sBLA) für Breyanzi® (Lisocabtagene Maraleucel; liso-cel) als potenzielle Therapie für erwachsene Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Marginalzonen-Lymphom (MZL), die bereits mindestens zwei vorherige systemische Therapielinien gestellt.

Die Antragstellung basiert auf den Ergebnissen der primären Analyse der MZL-Kohorte der TRANSCEND FL-Studie, einer offenen, multizentrischen Phase-2-Studie

Breyanzi ist eine CD19-gerichtete, genetisch modifizierte, autologe T-Zell-Immuntherapie zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit großzelligem B-Zell-Lymphom (LBCL), einschließlich diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), nicht näher spezifiziert (einschließlich DLBCL ausgehend von indolenten Lymphomen), hochgradigem B-Zell-Lymphom, primär mediastinalem großzelligem B-Zell-Lymphom und follikulärem Lymphom Grad 3B, die: eine refraktäre Erkrankung gegenüber einer Erstlinien-Chemoimmuntherapie oder ein Rezidiv innerhalb von 12 Monaten nach Erstlinien-Chemoimmuntherapie aufweisen; oder eine refraktäre Erkrankung gegenüber einer Erstlinien-Chemoimmuntherapie haben und aufgrund von Begleiterkrankungen oder Alter nicht für eine hämatopoetische Stammzelltransplantation (HSCT) infrage kommen; oder eine rezidivierte oder refraktäre Erkrankung nach zwei oder mehr systemischen Therapielinien haben.

In klinischen Studien mit BREYANZI, an denen insgesamt 702 Patientinnen und Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) teilnahmen, trat ein Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) bei 54% der Patientinnen und Patienten auf, darunter ein Grad 3 CRS bei 3,2%. CAR-T-Zell-assoziierte neurologische Toxizitäten wurden bei 31% der Patientinnen und Patienten beobachtet, darunter Grad 3-Fälle bei 10%. Am Tag 29 nach BREYANZI-Infusion zeigten 35% der Patientinnen und Patienten Grad 3 oder höhergradige Zytopenien, darunter Thrombozytopenie in 25%, Neutropenie in 22% und Anämie in 6% der Fälle.

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