Einsatz von PET bei Lymphomen in der ambulanten Versorgung

In der ambulanten Versorgung und im Krankenhaus darf das PET/CT ab sofort als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen in der Diagnostik bestimmter Lymphome eingesetzt werden. Bisher war dieses nur über eine Zusatzgenehmigung der Krankenkasse möglich.

Das PET kann bei Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin-Lymphom zu einem Interims-Staging angewendet werden, die zwei Zyklen leitliniengerechter Chemotherapie erhalten haben. Damit können diese Patienten analog der Studie HD18 behandelt werden.

Zudem darf die PET/CT bei Kindern und Jugendlichen mit malignem Lymphom angewendet werden, um bei der Erstdiagnose zu klären, ob bereits das Knochenmark befallen ist oder nicht.

Auch kann im weiteren Verlauf der Behandlung kann mit einem PET geprüft werden, ob noch eine Bestrahlung notwendig ist oder nicht.

Diesen Beschluss fasste der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA).

Link zur Pressemitteilung der G-BA: https://www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/751/

Antikörper ADCT-402 in Zulassungsstudie für DLBCL

ADC Therapeutics führt aktuell eine Phase-II-Zulassungsstudie für den CD19-Antikörper ADCT-402 an Patienten mit rezidivem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zellen-Lymphom durch.

Die klinische Studie evaluiert die Wirksamkeit und Sicherheit von ADCT-402 (Loncastuximab Tesirin). An der Studie sollen ca. 140 Patienten mit rezidivem oder refraktärem DLBCL in mehreren Zentren in den USA und Europa teilnehmen.

In der vorangegangen Phase-I-Studie des Wirkstoffs waren 138 Patienten mit umfangreicher Vorbehandlung (median 3 Vortherapien) eingeschlossen. Die Gesamtansprechrate (ORR) unter den 49 auswertbaren Patienten lag bei 55 Prozent (27 Patienten), davon zeigten 18 Patienten ein vollständiges Ansprechen (37%), 9 ein Teilansprechen (18%).

Innerhalb der Studie erhielten die Patienten 120 µg/kg von ADCT-402 (Loncastuximab Tesirin).

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat ADCT-402 bereits den Orphan-Drug-Status für die Behandlung von DGBZL und Mantelzell-Lymphom zuerkannt, welche eine beschleunigtes Zulassungsverfahren vorsieht.

Erste Ergebnisse der Studie werden im dritten Quartal 2019 erwartet. Weitere Informationen über die klinische Phase-II-Studie finden Sie auf www.clinicaltrials.gov (Identifier NCT03589469).

Studienergebnisse zu Copanlisib bei indolenten Lymphomen

Bei Patienten mit einem rezidivierten oder refraktären indolenten Lymphomen (IL) erzielt nach den Ergebnissen einer Phase-II-Studie Copanlisib ein rasches und gutes Ansprechen. Copanlisib ist ein Klasse-1-PI3K-Inhibitor (Phosphatidyl inositol-3-Kinase)

Einbezogen in eine Phase-II-Studie waren 142 Patienten in einem medianen Alter von 63 Jahren mit rezidivierten oder refraktären indolenten Lymphomen nach 2 oder mehr Behandlungslinien.

Innerhalb der Studie erhielten die Patienten an den Tagen 1, 8 und 15 60 mg Copanlisib i. v., der Zyklus wiederholt sich nach 28 Tagen.

Ein objektives Ansprechen beobachtete man 59% der Patienten, 12% erreichten eine komplette Remission. Die mediane Zeit bis zum Ansprechen lag bei 53 Tagen, die mediane Dauer bei 22,6 Monaten und das mediane progressionsfreie Überleben bei 11,2 Monaten.

Als Nebenwirkungen der Behandlungen traten Hyperglykämie (50%), Hypertonie (30%) sowie Infektionen der Lunge (15%) auf.

Quelle:
Dreyling M et al. Phosphatidylinositol 3-kinase
inhibition by copanlisib in relapsed or refractory indolent lymphoma. J Clin Oncol.
2017;35(35):3898-905.

YesCarta (Kite) erhält die EU-Zulassung

Direkt nach Kymriah (Novartis) hat auch Kite für Yescarta® (Axicabtagene ciloleucel) die Zulassung zur Therapie bei diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) und bei primärem mediastinalem großzelligem B-Zell-Lymphom (PMBCL) bekommen. Yescarta ist ebenso wie Kymriah ein CAR-T-Zelltherapie.

Yescarta wird intravenös, als Infusion, verabreicht. Die häufigsten Nebenwirkungen sind ein Zytokin-Freisetzungs-Syndrom (CRS), Infektionen, Pyrexie, Diarrhoe, Übelkeit, Hypotension und Fatigue.

Die Zulassung von Yescarta basiert auf den Ergebnissen der ZUMA-1-Studie beim refraktärem aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom. In die ZUMA1-Studie sind 101 Patienten eingeschlossen. 72% der Patienten sprachen nach einer einzigen Infusion auf die Therapie an. Bei 51% wurde ein vollständiges Ansprechen erzielt. Das mediane Follow-up lag bei 15,1 Monaten. Ein Jahr nach der Infusion waren 60% der Patienten am Leben.

neue Ergebnisse zur JULIET-Studie (CAR-T)

Parallel zur Zulassung von Kymriah (Novartis) wurden auch neue Ergebnisse der JULIET-Studie präsentiert. In der JULIET Studie prüft der Pharmakonzern Novartis die Wirksamkeit seines Produktes CTL019 (Tisagenlecleuzel) beim diffus grosszelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL).

Innerhalb der JULIET-Studiete hatten 3 Monate nach Therapie mit Tisagenlecleucel (Kymriah) 81 % der Patienten auf die Behandlung angesprochen, insgesamt 60 % erreichten eine komplette oder teilweise Remission (CR/iCR). Das Gesamtüberleben betrug nach 6 Monaten 90% und nach 12 Monaten 76%, das sind sehr gute Zahlen, wenn man bedenkt das in der Studie Patienten mit einer sehr ungünstigen Prognose eingeschlossen waren.

Bei 77% der Patienten innerhalb der Studie trat ein Zytokin-Release-Syndrom (CRS) auf, welches mit dem Antikörper Tocilizumab, mit Vasopressoren oder Sauerstofftherapie behandelt wurde.

Quellen: N Engl J Med 2018; 378: 439–48

Kymriah (Novartis) in der EU zugelassen

Die CAR-T-Zelltherapie Kymriah von Novartis ist in der EU zugelassen und stellt damit eine komplett neue Therapieform zur Behandlung von Lymphomen zur Verfügung. Die Zulassung beschränkt sich im Moment auf akute lymphoblastische B-Zell-Leukämie (ALL) bei Kindern und Jugendliche bis zu einem Alter von 25 Jahren und Erwachsene mit rezidivierendem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell Lymphom (DLBCL).

In den USA kostet eine Behandlung mit Kymriah bis zu 475.000 Dollar. Im ersten Halbjahr erzielte Novartis mit Kymriah in den USA Verkaufserlöse von 28 Millionen Dollar.

Truxima für Mantelzell-Lymphom (MCL) verordnungsfähig

Truxima, ein Biosimilar für Rituximab, ist nun auch für das Mantelzell-Lymphom (MCL) verordnungsfähig. Dies teilte das Unternehmen Mundipharma in einer Pressemitteilung mit. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) habe dem Off-Label-Use von Truxima zugestimmt. Die Änderung trat zum 13. Juli 2018 in Kraft.

Das Mantelzell-Lymphom betrifft etwa 6-9 Prozent aller Non-Hodgkin-Lymphome.

Ergebnisse der AHL2011-Studie zum Hodgkin Lymphom

Der aktuelle Standard zur Behandlung des Hodgkin Lymphoms in Deutschland sind 6x BEACOPP eskaliert, in früheren Studie wurde dabei bereits gezeigt, das beim fortgeschrittenem Stadium BEACOPP eskaliert ABVD überlegen ist. Nachteil der Behandlung mit BEACOPP eskaliert ist die größere hämatologischen Toxizität und das höhere Risiko für Myelodysplasie/Akutleukämie und Unfruchtbarkeit.

Die AHL2011-Studie zeigt nun, das ein Wechsel nach 2 Zyklen BEACOPP eskaliert zu ABVD möglich ist, wenn nach den 2 Zyklen BEACOPP eskaliert das Kontroll-PET negativ ist. Damit kann die Toxität der Behandlung deutlich reduziert werden.

Morbus Waldenström – Therapie Ibrutinib plus Rituximab mit gutem Ansprechen (iNNOVATE-Studie)

Auf der ASCO 2018 wurden Ergebnisse der Phase-3-Studie iNNOVATE für Morbus Waldenström, eine indolente Form von Lymphomen, vorgestellt. Durch die zusätzliche Gabe des oralen Bruton-Tyrosinkase-Hemmers Ibrutinib zu Rituximab wird das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant verbessert im Gegensatz zu einer Monotherapie mit Rituximab. In die Studie waren 150 Patienten eingeschlossen.

Die Patienten innerhalb der Studie erhielten über 4 Wochen einmal wöchentlich 375 mg/m² Rituximab i.v. Diese 4 Gaben wurden nach 3 Monaten wiederholt. Randomisiert erhielten Patienten zusätzlich Ibrutinib 420 mg/Tag (n = 75) oder Placebo (n = 75) behandelt.

Innerhalb der Studie und den beobachteten Patienten in einer medianen Nachbeobachtungszeit von 26,5 Monaten sank das relative Risiko für Progression und Tod im Vergleich zur alleinigen Rituximab-Therapie um 80%. Nach 30 Monaten waren mit Ibrutinib 82% der Patienten ohne Progression, ohne Ibrutinib waren es lediglich 28%. Die Gesamt-Ansprechraten waren unter Ibrutinib mit 92% signifikant höher als mit 47% unter Rituximab-Monotherapie. Nach 30 Monaten lebten noch 94% der Patienten in der Ibrutinib-Gruppe und 92% in der Rituximab-Gruppe.

Im Ibrutinib-Arm kam es zu keiner tödlichen Nebenwirkung, im Rituximab-Arm starben 3 Patienten infolge von Nebenwirkungen. 15% der Ibrutinib-Patienten entwickelten Vorhofflimmern, in der Vergleichsgruppe waren es 3%. Nur 5 bzw. 4% der Patienten brachen im Ibrutinib- bzw. Rituximab-Arm die Studie wegen Nebenwirkungen ab.

Auf Grund der Studien-Ergebnisse soll diese Behandlung neuer Therapiestandard beim Morbus Waldenström werden. Unerwünschte Nebenwirkungen wie Vorhofflimmern und Infektionen erfordern jedoch eine enge Überwachung der Patienten.

Ibrutinib als Zugabe zu R-CHOP beim DLBCL bringt keine Verbesserung (DBL3001)

Die Phase-3-Studie DBL3001 untersuchte, ob es eine Therapieverbesserung beim unbehandeltem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) gibt, wenn man der Standardtherapie R-CHOP (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison) noch Ibrutinib mit dazu gibt.

Im Ergebnis erreichte die Studie ihren primären Endpunkt nicht. Die Zugabe von Ibrutinib erreichte keine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) innerhalb der Studie und den beobachten Patienten.

Quellenangabe: AbbVie

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