Benannt wurde diese Krankheit nach dem englischen Arzt Thomas Hodgkin (1798-1866), der sie 1832 zum ersten Mal beschrieb. Medizinisch nennt man diese auch Lymphogranulomatose.

Morbus Hodgkin ist eine bösartige Tumorerkrankung des lymphatischen Systems – Lymphdrüsen-Krebs.

Die Erkankung beginnt typischerweise an einem Lymphknoten, kann aber im fortgeschrittenen Stadium auch andere Organe wie Lunge, Leber, Milz und Knochenmark befallen. Morbus Hodgkin gehört zur Gruppe der bösartigen malignen Lymphome. Ein malignes Lymphom ist ein bösartiger Tumor, der aus Zellen des lymphatischen Gewebes (Lymphozyten) entstanden ist. Das lymphatische System ist Teil des Immunsystems unseres Körpers.

Die Erkrankung ist mit einer Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung gut therapierbar und mit Heilungsprognosen von ca. 90% eine der am besten zu behandelnden Krebserkrankungen. Unbehandelt führt diese zum Tod. Die Prognose ist entsprechend günstig, fünf Jahre nach Diagnosestellung leben noch etwa 80 % der erwachsenen Patientinnen und Patienten. Damit nimmt die Behandlung des Hodgkin Lymphoms eine positive Entwicklung. Im Jahr 1960 lag das progressionsfreie Überleben über mehr als 2 Jahre noch bei 20%, in den 1970er-Jahren bei über 50%, in den 1980er-Jahren bei etwa 70%. Erkauft wurden diese Fortschritte allerdings durch die Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung induzierten sekundären malignen Erkrankungen und kardiovaskulären Ereignissen, deren Rate in den ersten 15 bis 20 Jahren allmählich auf etwa 10% ansteigt, um dann beschleunigt weiter zu wachsen bis auf 30 bzw. 25% nach 30 Jahren.

Die Ursache von Morbus Hodgkin ist nicht eindeutig und klar erforscht. Man vermutet eine Beziehung zum Epstein-Barr-Virus. Auch Menschen mit AIDS entwickeln bedingt durch die Immunschwäche gehäuft Morbus Hodgkin. Deshalb wird meist nach der Diagnose in den meisten Kliniken und Ambulanzen ein zusätzlicher AIDS-Test gemacht.

Die Zellen des lymphatischen Gewebes, von denen jedes Hodgkin-Lymphom abstammt, sind die sogenannten Lymphozyten. Sie gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind für die Immunabwehr verantwortlich. Kennzeichnend für den Morbus Hodgkin ist das Auftreten typischer einkerniger Hodgkin-Zellen (einkernige Tumorzellen, die veränderte B-Lymphozyten darstellen) und mehrkerniger Reed-Sternberg-Zellen (mehrkernige Tumorzellen, die durch Zusammenschluss mehrerer Hodgkin-Zellen entstehen) in einem gemischten zellulären Infiltrat. Morbus Hodgkin entsteht durch eine Entartung der B-Lymphozyten.

In Deutschland macht der Morbus Hodgkin nur etwa 0,4 Prozent aller neuen Krebsfälle aus. Man geht von ca. 2.000 Neuerkrankungen im Jahr statistisch aus. Männer sind statistisch etwas häufiger betroffen als Frauen. Der Lymphdrüsenkrebs kann in jedem Alter auftreten, tritt mit größter Häufigkeit um das 30. und um das 60. Lebensjahr auf. Etwa 10% der Betroffenen waren bei Diagnosestellung noch keine 20 Jahre alt. Das Risiko jemals an einem Morbus Hodgkin zu erkranken liegt sowohl für Frauen als auch für Männer bei 0,2 %. In den USA erkranken zu 10.000 Menschen im Jahr an Morbus Hodgkin, wobei 1.000 Patienten in den USA an der Krankheit sterben. Weltweit werden ca. 60.000 Fälle des Morbus Hodgkin pro Jahr diagnostiziert.

Laut der American Cancer Society werden im Jahr 2015 voraussichtlich rund 9.050 HL-Fälle in den USA diagnostiziert und über 1.150 Patienten werden an der Krankheit sterben. Der Lymphoma Coalition zufolge wird bei mehr als 62.000 Personen weltweit jedes Jahr HL diagnostiziert und rund 25.000 Personen sterben jedes Jahr an dieser Krebsart.

Zusätzlich erkranken knapp 14.000 Menschen in Deutschland an einem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), damit liegt dort die Quote deutlich höher. Insgesamt erkranken somit jährlich ca. 16.000 Menschen an einer Tumor-Erkrankung des Lymphsystems in Deutschland.

ICD-10 Diagnoseschlüssel

C81 – Hodgkin-Lymphom [Lymphogranulomatose]

  • C81.0 Noduläres lymphozytenprädominantes Hodgkin-Lymphom
  • C81.1 Nodulär-sklerosierendes klassisches Hodgkin-Lymphom
  • C81.4 Lymphozytenreiches klassisches Hodgkin-Lymphom
  • C81.2 Gemischtzelliges klassisches Hodgkin-Lymphom
  • C81.3 Lymphozytenarmes klassisches Hodgkin-Lymphom
  • C81.7 Sonstige Typen des klassischen Hodgkin-Lymphoms
  • C81.9 Hodgkin-Lymphom, nicht näher bezeichnet
Statistische Zahlen vom Robert-Koch-Institut
2009 Männer 2009 Frauen 2010 Männer 2010 Frauen Prognose 2014 Männer Prognose 2014 Frauen
Neuerkrankungen 1.260 950 1.260 940 1.300 900
mittleres Alter bei Erkrankung 43 40 45 41
Sterbefälle 173 139 169 147


Quelle: Robert-Koch-Institut

Beobachtung Überleben nach Morbus Hodgkin


Quelle: Robert-Koch-Institut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.