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Nachsorge

Eine Nachsorge ist unbedingt notwendig und sollte unbedingt wahrgenommen werden. Gerade in den ersten 2 Jahren ist das Risiko am höchsten erneut zu erkranken bzw. die Nachsorgen direkt nach Therapie zeigen, ob die Ersttherapie eventuell versagt hat und ein Fortschritt (Progress) der Erkrankung erkennbar wird. Deshalb sollte man die engmaschigen Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen und nicht vor Angst zurückschrecken und die Termine absagen.

Standard sollte eine Anamnese (Befrage des Patienten nach Zustand und Symptomen), körperliche Untersuchung wie Abtasten spezieller Lymphknotenregionen (Hals, Achseln, Abdomen), Blut- und Laboruntersuchung sein.

Eine Kontroll-Bildgebung mittels CT sollte einmalig ca. 3 Monate nach Ende der Therapie für alle Patienten durchgeführt werden, die nicht in kompletter Remission sind (CRu, PR, SD). Weitere CTs sollten nur bei klinischem Verdacht eines Rezidivs erfolgen.

Nach Therapieende erfolgt eine Nachsorge alle 3 Monate im ersten Jahr, alle 6 Monate im zweiten Jahr und jährlich ab dem fünften Jahr.

Neben den regelmäßigen Nachuntersuchungen empfehlen sich auch folgende zusätzliche Nachsorgen, die nicht in den Standard-Nachsorgen enthalten sind.

  • 1 Jahr nach Abschluss der Therapie: Schilddrüsencheck beim Endokrinologen
  • 1 Jahr nach Abschluss der Therapie: Spermiogramm bei Männern zur Prüfung der Fruchtbarkeit
  • 1 x jährlich Hautkrebsvorsorge für Betroffene mit Bestrahlung
  • alle 2 Jahre Mammographie bei Frauen
  • alle 2 Jahre zum Kardiologen (LuFu, EKG, Herzultraschall)

Im Bereich von 5 bis 10 Jahren nach der Behandlung des Lymphoms können erste Spätfolgen der Behandlung auftreten. Kontrolliert werden sollten mögliche Nebenwirkungen am Herzen, hormonelle Störungen, Nebenwirkungen an der Lunge sowie ein erhöhtes Risiko für Zweittumore. Aufgrund der vielfältigen möglichen Beschwerden und der verschiedenen Organsysteme, die betroffen sein können, ist eine jährliche Langzeitnachsorge sinnvoll.

MRT ist eine Alternative

Die Behandlung des Morbus Hodgkin ist sehr strahlenintensiv. Diverse CTs in der Pre-Diagnostik, Pet-CT im Staging, PetCT in der Verlaufskontrolle, PetCT oder CT in der Abschlußdiagnostik. CTs als bildgebende Diagnosen in der Nachuntersuchung. Eine einzige PET/CT-Untersuchung belastet trotz adaptierten verminderten Strahlendosen den Körper mit 10 bis 20 mSv (Milli-Sievert); das entspricht einer Strahlenbelastung von 700 bis 750 Röntgenuntersuchungen des Thorax. Und die PET/CT-Dosis entspricht der fünf- bis zehnfachen natürlichen Strahlenbelastung (in Deutschland pro Jahr im Mittel 2,1 mSv).

Eine Alternativ zum CT kann dabei das MRT sein. Dieses ist in den Ergebnissen im Thorax und Abdomen nicht minderschlecht als das CT. Dieses dauert zwar zeitlich länger als eine CT-Diagnostik, ist aber deutlich strahlenärmer.