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Langzeitschäden / Spätfolgen

Eine Chemo und Bestrahlung ist kein Dropse-Lutschen und so können in der Zukunft mögliche Langzeitschäden auftreten, als Folge bzw. Nebenwirkung der Behandlung durch Chemotherapie und Bestrahlung. Spätfolgen stehen in engem Zusammenhang mit der Art und Dosis der applizierten Therapie.

  • junge Patientinnen die eine Bestrahlung erhalten haben, haben ein 24fach höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken
  • weiterhin besteht bei allen Erkrankten ein möglicherweise höheres Risiko für Herzerkrankungen
    (Quelle: Rugbjerg, K. et al.: Cardiovascular Disease in Survivors of Adolescent and Young Adult Cancer: A Danish Cohort Study, 1943–2009. Journal of the National Cancer Institute 2014). Bei hoher Strahlendosis im Bereich des Herzens sind kardiale Spätfolgen nach 30 Jahren bei jedem dritten Patienten zu erwarten.

Bei den Sekundär-Krebs-Risiken liegen statistisch Speiseröhre (2,8%), Darmkrebs (1,6%), Lungenkrebs (2,9%), Brustkrebs (2%) und Leukämien (9,9%) weit vorne. (Dores el al JCO, 2002).

Die Risiken für eine sekundäre Krebs-Erkrankung sind abhängig von der Art und Dosis der verabreichten Chemotherapie, bei einer zusätzlichen Strahlentherapie von der Feldgröße und der Bestrahlungsdosis. Ebenso entscheidend ist das Alter bei der Erstbehandlung für die Erkrankung an Sekundärneoplasien.

Schilddrüsenfunktionsstörungen, in der Regel eine Hypothyreose, entwickeln sich bei etwa 40% der Patienten innerhalb von 14 Jahren nach der Behandlung, wenn Schilddrüsengewebe mit bestrahlt wurde.

Ein weiteres Thema ist die Einschränkung oder völlige Zerstörung der Fertilität. Die Fertilität wird stark beeinträchtigt nach einer Polychemotherapie und ist meist schon nach den ersten Zyklen nachweisbar. Dennoch beobachtet man bei vielen Patienten auch eine Erholung nach mehreren Monaten bzw. Jahren nach der Behandlung.